Spielleiter & Spieler - ja, ne, lass mal gut sein!

  • THX

  • Den Begriff Spielleiter finde ich im Deutschen tatsächlich besser als den englischen des Game Master.

    Einfach weil da die wahre Kernaussage offensichtlicher ist: Das ist nicht der Herr & Meister des Spieler-Pöbels, sondern jemand, der die Leitung von etwas übernimmt.


    Also eine Führungsaufgabe. Und wie bei jeder Führungsaufgabe steht man vor der klassischen Notwendigkeit, dass die Leute einem folgen wollen müssen.

    Da gibt es sehr viele Bücher drüber. Von psychologischen wie Paschen / Dihsmaier bis hin zu funktionalen wie Malik.

    Bei Freizeit ist das sogar noch stärker ausgeprägt: Die Spieler wollen im Grunde spielen... aber wie bei allem nicht um jeden Preis. Wenn die Rahmenbedingungen am Anfang gemeinsam geklärt waren und für alle gepasst haben, dass kann man da schon mal die Daumenschrauben anziehen - das ist dann erwartet.


    Nur im Gegensatz zu realer Führung, die teils (sehr) begrenzte Befugnisse und Ressourcen hat, ist man als SL völlig frei was die schnöden Details angeht und bekommt auch keinen Bonus, wenn man die Charakter knechtet. Man muss dann eben nicht unerwartet knausern oder zicken.

    Persönlich arbeite ich als SL lieber mit Konsequenzen aus den Handlungen der Spieler als aus Restriktionen oder fiesen Überraschungen. Insofern bin ich eher großzügig - Spieler nehmen sich im Zweifel immer mehr als genug Seil um sich selbst aufzuhängen.


    Das kann der einmaligen, nervenden Einsatz eines Feindes sein, den ein Spieler sich als Quality ausgeschrieben hat... und dem dann der Rest der Spieler die Blutfede schwören und ihm hinterherjagen wie die Hunde der Katze. Manchmal reicht auch einfach nur ein fetter Affe, damit man einen Sideplot hat.

    So wird dann aus einem Zufallsencounter das hauptsächlich Flavor war ein ganzer Nebenplot, den man dann mit anderen Backgrounds verknüpfen kann.


    Insofern: Persönlich sehe ich das Thema eher wie einen Trichter - am Anfang kann man extrem großzügig sein, die Zügel weit lassen... und dann über die Zeit hin verstehen was die Spieler wollen, und entsprechend nachschärfen und straffen weil sich dann ein Konsens etabliert.

    Wie eingangs festgestellt: Wenn man das zu früh versucht kommt man nie dazu.

    In a free society, diversity is not disorder. Debate is not strife. And dissent is not revolution.

    George W. Bush

    And while no one condones looting, on the other hand one can understand the pent-up feelings that may result from decades of repression and people who've had members of their family killed by that regime, for them to be taking their feelings out on that regime.

    Donald Rumsfeld

  • Ich sehe das ähnlich wie Rotbart, möchte aber noch ergänzen, dass ich ein wirklich großer Freund von über Zeit etabliertem Vertrauen bin. Mir ist es wichtig, dass Spieler, die mich als SL noch nicht kennen, auch wissen, dass ich neben der Story, die ich anbiete auch ihr Interesse im Kopf habe um ersuche, das zu wahren. Und gleichzeitig möchte ich auch meinen Spielern vertrauen, dass sie das nicht ausnutzen um ständig Quatsch zu machen. Da ist halt Kennenlernen ganz wichtig.


    Wenn einer meiner Spieler im Vorfeld aussteigt und den Run nicht machen möchte, sollte man die Gründe dafür evaluieren. Steigt er aus, weil seine Gründe 'reasonable' sind (Der Run wirkt fishy) oder steigt er aus, weil er keinen Erfolg hatte, mehr aus dem Abenteuer zu schlagen als realistisch möglich wäre (500k Bezahlung für nen Run der als Einstiegsrun mit 8-12k prämiert ist)


    Für mich persönlich hat sich bewährt, einfache Runs am Anfang anzubieten um die Gruppe zusammen zu führen, nichts, was zu groß klingt und dann mit kleinen Aufgaben von den Kontakten die Gruppendynamik zu verstärken und die Charaktere etwas dichter zueinander zu bringen. So lernen sich alle erstmal kennen und vorallem: Sie lernen auch ihre Würfel kennen, wenn der Charakter neu ist.

    Runs, die groß klingen oder aus mehreren Episoden bestehen, beginne ich dann, wenn eine gemeinsame Basis besteht und sich die Leute mit ihren Charakteren auch dementsprechend eingespielt haben und wissen, was klappt und was nicht.


    Für explizit den von dir genannten fall würde ich vorschlagen: Miteinander reden, sich die Probleme erklären lassen und dann neu evaluieren, ob du nicht einen weniger bedenklichen Starter-Run anbietest oder ob das Gespräch schon ausreicht, dass er vielleicht doch einlenkt.

    Daren | Marksman / Operator / On-the-Edge (4E|5E)


    Oryx | Rigger / Hired Gun / Mercenary (5E) ------ R3HAB | Decker / Rigger / Courier (5E) ------ Jackass | Adept Mage / Support / Shithead (5E)


    Outbreak | Streetsam / Medic / Survivor (6E) ------ Riptide | Adept Mage / Duellist / Successor (6E) ------ Specter | Rigger / Decker / Nomad (6E)

  • Vielen Dank für eure Einsichten zu diesem heiklen Thema.


    Die Frage des Vertrauens der Spieler an den/die SL und umgekehrt aber auch das Vertrauen der Spieler untereinander ist einer der wichtigsten Faktoren für ein gutes, gemeinsames Rollenspiel.


    Wie könnte man gerade bei Foren Runs, wo die Spielerzusammensetzung wechselt und man ja viele der Spieler auch gar nicht persönlich kennt , dieses Vertrauen zueinander förden?

  • das ist wirklich schwer


    ich persönlich vertraue denen die hier nicht nur "eintagsfliegen" sind doch mehr

    einfach da man sie schon kennen gelernt hat


    natürlich will man auch neueren die chance geben


    daher habe ich das Gun peak ja auch rein das die leute spielen können, man sie kennen lernt und merkt dass diese nich schon nach ner woche wieder weg sind

    Runs:

    Fairy - Evolution :) Yokota - NeoTokyo :S Whisper - Larcheime :) Nicole - HTR :S Leiter im Gun Peak :) Zehra - Cruel Game

  • Ja im Forum ist es schwieriger. Aber wie Kitty schon sagt bieten das GunPeak und Olgas Teehaus gute Möglichkeiten neue Spieler kennen zu lernen.

    Sowohl für Spielleiter, als auch für potientellen Mitspielern.


    Und wir waren alle mal neu. Und es ist eine super Gemeinschaft draus gewachsen.

  • Natürlich ist das schwierig, kann schnell nervig sein wenn plötzlich die Gruppe den Wegfall des Spielers nicht kompensieren kann.


    Wie von dir angesprochen ist es immer gut, genau vorher festzulegen. Wie oft wird gespielt / Wie oft gepostet ? Worum geht es ? Was wird benötigt ? Etc. Je genauer desto besser.


    Das Andere ist, sich eine gewisse Flexibilität offen zu halten (hauptsächlich im Foren / Online Run Bereich ) um Spielerwechsel abzufedern bzw zu realisieren.


    Der Tip mit kleinen Runs am Start ist ganz gut.


    Basis schaffen -> darauf aufbauen -> große Dinge umsetzen.

    Aktuelles SL Projekt " New Jersey / Love Land / Larcheime " (Foren Runs)
    Hauptcharakter: "Iwan " ( Strassensamurai )


    Erfahrener Meister und Spieler seit Edition 3.0 8)

  • the guardian


    Das läd' eigentlich so ein bisschen dazu ein, meine Neulingsrolle ein wenig auszukosten :D Wenn wir da ein Beispiel draus machen:


    Ich bin neu, Ich möchte einen Forenrun starten. Alles was man bisher von mir gesehen hat ist im Gun Peak. Was möchtest du von mir wissen, damit du mit deinem Charakter an diesem Run teilnehmen möchtest? Wie gut müsste ich diesen Run vorstellen, damit du als Spieler bereit bist, mir den Vertrauensvorschuss zu geben, der nötig ist? Wie sollte ich deinen Charakter behandeln? Wie sollten wir OT miteinander reden können?


    Wäre es vertrauensfördernd...

    ... wenn ich deine Charaktere im Subtext doof dastehen lasse?

    ... wenn ich dir suggeriere, dass du keine Wahl hast, autark zu handeln, oder etwas abzulehnen?

    ... wenn ich dir sage 'Spiel wie ICH will oder spiel gar nicht'?

    ... wenn du den Eindruck hättest, du bist nur Statist in meiner Story?


    Meine Meinung: Gegenseitiges Vertrauen schafft, wer kommuniziert und milde mit Anderen ist. Das bedeutet, nicht zu schnell jemanden abzuwerten sondern sich auch die Zeit nehmen, zuzuhören und zu verstehen und auch mal gütig damit zu sein, dass sich jemand im Eifer ein wenig überschlagen, und sich vielleicht vertan hat. Leuten zuzugestehen, dass sie als Menschen einen reichen Wissensschatz und Lebenserfahrung besitzen gehört dazu, auch wenn sie einen Charakter spielen, der naiv wirkt oder unkonventionell ist. Lieber nachfragen als feststellen und korrigieren. Freundlichkeit und Geduld bedeuten keine Schwäche und eine klare, ehrliche Kommunikation hat etwas mit Respekt zu tun.

    Daren | Marksman / Operator / On-the-Edge (4E|5E)


    Oryx | Rigger / Hired Gun / Mercenary (5E) ------ R3HAB | Decker / Rigger / Courier (5E) ------ Jackass | Adept Mage / Support / Shithead (5E)


    Outbreak | Streetsam / Medic / Survivor (6E) ------ Riptide | Adept Mage / Duellist / Successor (6E) ------ Specter | Rigger / Decker / Nomad (6E)

  • Auf jeden Fall brauchen wir mehr Infos über dich als Spielerin/SL. ^^


    Wie lange spielst du schon ? ( Kurze Zeit, paar Jahre,..)

    .. warst du schon öfters SL ? Ist es das erste Mal ?


    Hast du genügend Zeit dafür ? Viele verschätzen sich und Runs und Spieler verschwinden.. werden wegen Inaktivität beendet.

    Aktuelles SL Projekt " New Jersey / Love Land / Larcheime " (Foren Runs)
    Hauptcharakter: "Iwan " ( Strassensamurai )


    Erfahrener Meister und Spieler seit Edition 3.0 8)

  • Respekt und Vertrauen sind zwei wichtige Komponenten für eine gute RPG Runde, keine Frage.


    Was deine Frage bezüglich den Voraussetzungen meiner Seite an einem angebotenen Run angeht kann ich sagen, dass ich da ziemlich pflegeleicht bin.

    Welches System wird gespielt?

    Welches CharGen soll verwendet werden?

    Welche Arten von Charakteren sind gesucht/gewünscht?

    Worum soll es im groben gehen?

    Falls da noch Fragen sind die ich im Vorfeld abgeklärt haben möchte mache ich das auch, da merkt man auch bereits wie die Kommunikation miteinander läuft.



    Wäre es vertrauensfördernd...

    ... wenn ich deine Charaktere im Subtext doof dastehen lasse?

    ... wenn ich dir suggeriere, dass du keine Wahl hast, autark zu handeln, oder etwas abzulehnen?

    ... wenn ich dir sage 'Spiel wie ICH will oder spiel gar nicht'?

    ... wenn du den Eindruck hättest, du bist nur Statist in meiner Story?

    Hierbei würde ich mir eine genauere Erläuterung wünschen. Gerne auch in einer Konversation. Aber generell sind das natürlich keine vertrauensfördernden Punkte die du da aufgezählt hast.

    Falls es dazu konkrete Vorkommnisse gibt, frage ich mich wie damit umgegangen wurde.

    Wurden sie angesprochen?

    Wie und mit wem wurden sie besprochen?


    Gerade in Foren sind die Wahrnehmungen des Empfängers oft andere als vom Sender erwartet wird, deshalb ist es um so wichtiger hier sehr aufmerksam und sensibel die Reaktion des Empfängers zu beachten bzw. die Intention der getätigten Aussage des Senders bei Missverständlichkeiten zu hinterfragen.

    Am Besten wohl in einem privaten Gespräch und nicht unbedingt eine

    Meine Meinung: Gegenseitiges Vertrauen schafft, wer kommuniziert und milde mit Anderen ist. Das bedeutet, nicht zu schnell jemanden abzuwerten sondern sich auch die Zeit nehmen, zuzuhören und zu verstehen und auch mal gütig damit zu sein, dass sich jemand im Eifer ein wenig überschlagen, und sich vielleicht vertan hat. Leuten zuzugestehen, dass sie als Menschen einen reichen Wissensschatz und Lebenserfahrung besitzen gehört dazu, auch wenn sie einen Charakter spielen, der naiv wirkt oder unkonventionell ist. Lieber nachfragen als feststellen und korrigieren. Freundlichkeit und Geduld bedeuten keine Schwäche und eine klare, ehrliche Kommunikation hat etwas mit Respekt zu tun.

    Das kann ich nur unterschreiben.


    Ich bin weder Moderator, noch lese ich hier immer alles mit um immer zu wissen was hier abgeht.

    Vielleicht bin ich bereits betriebsblind, abgestumpft oder einfach übertrieben positiv den Leuten hier gegenüber eingestellt, so dass ich auch manche Sachen nicht so wahrnehme wie andere dies tun würden.

    Ich finde es nir jedesmal sehr schade, wenn sich aus dem Miteinander ein Gegeneinander entwickelt.

  • Und was hilft Dir das wirklich? Was sagt das aus über das was Du suchst?


    Bei Narat Run seid ihr abgesprungen - ohne Eintagsfliegen gewesen zu sein.

    Der Begriff als solcher ist irgendwie amüsant aus meiner Perspektive...

    In a free society, diversity is not disorder. Debate is not strife. And dissent is not revolution.

    George W. Bush

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    Donald Rumsfeld

  • Ich glaube du verwechselt mich. War nicht dabei.

    Natürlich warst Du bei Berliner Extraktionen dabei:

    In a free society, diversity is not disorder. Debate is not strife. And dissent is not revolution.

    George W. Bush

    And while no one condones looting, on the other hand one can understand the pent-up feelings that may result from decades of repression and people who've had members of their family killed by that regime, for them to be taking their feelings out on that regime.

    Donald Rumsfeld

  • Deshalb die ernst gemeinte Frage - mein persönlicher Eindruck damals war dass:

    • Black Trenchcoat nicht euer Ding ist
    • Das Risiko des echten Scheiterns bis hin zum Charaktertod nicht gewünscht ist
    • Es nicht gewünscht ist wenn vom SL garkeine Handlungshinweise für die Charakter kommen

    Das sind alles valide Aspekte - nur wie kriegst Du die aus den Informationen die Du verlangt hast heraus?

    In a free society, diversity is not disorder. Debate is not strife. And dissent is not revolution.

    George W. Bush

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    Donald Rumsfeld

  • Wie ich damals schon geschrieben hatte bin ich einfach nicht in den Run rein gekommen.

    Den Char, den ich gewählt habe habe ich einfach zu diesem Zeitpunkt nicht mehr richtig darstellen können.

    Ich habe es mir nicht leicht getan aus dem Run aus zu steigen. Da ich wenn ich mich für einen Run entscheide den auch durch ziehe.

    Das der run letztendlich komplett in die Brüche ging hatte andere Gründe.


    Bei Garudas Run bin ich jetzt seid Februar 2015 dabei.

  • Wie ich damals schon geschrieben hatte bin ich einfach nicht in den Run rein gekommen.

    Und genau das ist die Frage:

    Was für Informationen brauchst Du, um einen SL diesbezüglich einzuschätzen zu können?

    In a free society, diversity is not disorder. Debate is not strife. And dissent is not revolution.

    George W. Bush

    And while no one condones looting, on the other hand one can understand the pent-up feelings that may result from decades of repression and people who've had members of their family killed by that regime, for them to be taking their feelings out on that regime.

    Donald Rumsfeld

  • Durchaus - nach Deinem Wunschkonzert wäre sogar eine einfache Matrix möglich um die wesentlichen Befindlichkeiten zu klären:


    Erzählerisch Klassisch Hartbrot
    Spielstil Pink Mohawk
    Mirrorshades Black Trenchcoat
    Risiko Coolnessverlust Auftragsabbruch Charaktertod
    Autonomie Railroad to Awesometown
    Missionsvorgabe Sandbox

    In a free society, diversity is not disorder. Debate is not strife. And dissent is not revolution.

    George W. Bush

    And while no one condones looting, on the other hand one can understand the pent-up feelings that may result from decades of repression and people who've had members of their family killed by that regime, for them to be taking their feelings out on that regime.

    Donald Rumsfeld