[IP] Sinar Temaram / Zwielicht

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    Eko hat seinen GMC Bulldog in der Nähe zum Haus seiner Mutter geparkt. Als er mit Rara Sirianti dort ankommt, parkt er sein Bike, umrundet den Wagen einmal und vergewissert sich, dass niemand versucht hat diesen zu stehlen oder zu beschädigen. Dann hilft er der jungen Frau zum Haus seiner Mutter zu gelangen. Auch wenn das Haus nicht viel her macht, so hat es mehrere Zimmer und ist halbwegs gemütlich eingerichtet. Die Möbel sind zum größten Teil schon recht alt, aber gut in Schuss gehalten. Rara Sirianti wird von Ekos Mutter freudig begrüßt. Sie freut sich wirklich sehr für ihren Sohn, da er ihr bisher noch keine Frau vorgestellt hat. Sie geht davon aus, dass er endlich eine Frau für sich gefunden hat, welcher es nichts ausmacht das er ein Oni ist. Sie heißt Rara Sirianti herzlich willkommen und in ihren Augen schimmert eine kleine Träne.


    Als Rara Sirianti nach einer Möglichkeit fragt um sich frisch machen zu können, Bringt Eko sie bis vor die Tür zum Bad.


    "Hier drinnen kannst du dich frisch machen. Im Schrank findest du frische Handtücher und ein paar Pflegeprodukte. Es sollte auch noch eine Zahnbürste da sein. Ich hoffe das noch genügend warmes Wasser da ist."


    Das Bad ist nicht wirklich groß. Die Fliesen haben die verschiedensten Farben und Größen. Es ist offensichtlich das es die Reste von verschiedenen Bauprojekten sein müssen. Das kleine Fenster ist milchig weiß, so dass man nicht hindurch schauen kann. Wenn Rara Sirianti es möchte, dann könnte sich sich gerade so durch das Fenster quetschen. Neben einem Waschbecken und der Toilette gibt es eine kleine Dusche, einen Holzhocker und einen Schrank, welcher etwa so groß und so breit ist wie die junge Frau. Die oberen Fächer des Schrankes beinhalten ein paar Handtücher und einfache Pflegeprodukte. Weiter unten stehen die Putzmittel.


    Eko erklärt seiner Mutter nicht wo er die ganze Zeit war oder was es mit Rara Sirianti auf sich hat. Er möchte sie nicht beunruhigen. Allerdings ist da noch das Problem das Rara Sirianti keine Bleibe hat. Also setzt er sich mit seiner Mutter an den Küchentisch der Wohnküche und berät sich mit ihr. Eko erklärt seiner Mutter das die junge Frau niemanden und Jakarta kennt und das sie wegen ein paar Gangstern ihre Bleibe verloren hat. Ekos Mutter weiß das mehr hinter alles Steckt als Eko zugibt. Sie fragt jedoch nicht weiter nach. Ihr Sohn wird schon mit der Sprache heraus rücken, wenn er dazu bereit ist. Bis dahin freut sie sich für ihn. Nach einigen hin und her kommen sie überein, dass man es dem Gast überlassen wird, in welchem Zimmer sie übernachten will. Zur Auswahl stehen das Zimmer seiner Mutter und natürlich das von Eko. Der Oni wird auf jedem Fall in der Wohnküche schlafen, so dass Rara Sirianti als auch seine Mutter ihr eigenes Zimmer haben.

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    @Labah


    Nachdem Labah sich niedergelassen hat, wird das Essen an ihn herangetragen. Eines der jüngeren Gang-Mitglieder ist von Yon mit dieser Aufgabe betraut worden. Der Junge nähert sich mit vorsichtigen Schritten. Noch hat sich kaum jemand daran gewöhnt, dass Labah kein Offizier mehr ist. Die ohnehin schon respektvolle Haltung des Jüngeren gegenüber dem Veteranen Labah steigert sich deshalb noch um eine Stufe und weicht einer ernstgemeinten und hingebungsvollen Ehrfurcht.


    "Dein Essen, Kak", spricht der Junge, den Kopf geneigt, während er Labah Reis, Tempeh, Hühnchen und Sambal reicht. Dazu gibt es ein kühles Bir Bintang, das rasch hinterher gereicht wird.


    Es ist klar, dass der Junge einer derjenigen ist, die beim Rennen auf Labah gesetzt haben. Er hat sich der neuen Situation gefügt, aber in seinem Herzen lodert die Unruhe.



    @Eko


    Rara Sirianti dankt Eko mehrmals und aufrichtig. Dann verschwindet sie im Bad. Schon nach kurzer Zeit, ist das Plätschern des Wassers zu hören. Rara Sirianti seufzt zufrieden. Sie hat das Gefühl, sich nicht nur den Dreck Muara Barus abwaschen zu müssen. Sie weiß, dass da noch mehr ist. Aber sie weiß auch, dass es mit einer einfachen Dusche dabei nicht getan ist. Und wieder entfährt ihr ein Seufzen, diesmal allerdings tief und aus einem anderen Grund. Dennoch fühlt sie sich wie neugeboren, als sie schließlich ihre Dusche beendet hat und sich wieder einkleidet. Sie braucht neue Kleidung, wird ihr schlagartig bewusst, als sie an sich hinabschaut. Und neues Makeup, wie ihr ein Blick in den Spiegel verrät.


    Zurück bei Eko spricht sie ihn auch sogleich darauf an:


    "Mas ... ich ... also, ich würde mir gerne neue Sachen holen. Etwas anderes zum Anziehen, und neues Makeup. Oben, an der Straße, sind wir an ein paar Geschäften vorbeigekommen. Würdest du mich begleiten?"


    Sie schaut ein wenig verlegen drein. Dann zieht sie sich den feinen Goldring vom Finger. Da es undenkbar für sie wäre, den Keris zu veräußern, ist der Ring der einzige Wertgegenstand, der ihr geblieben ist.


    "Ich habe kein Geld, aber diesen Ring. Er ist aus echtem Gold."

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    Spark war erschöpft, als er seinen Körper wiederhatte. Die Rückreise war durchaus auch von Suchen und mehreren Orientierungshalten geprägt gewesen, aber Spark merkte, dass sich die Übung auszahlte.

    Der Duft des Essens ließ natürlich seinen Magen knurren, aber Ozzys Frage war vorerst wichtiger. Er schnappte sich eine Dose Bier, riss sie auf, trank einen Schluck, dann antwortete er:


    "So ka, Bruder, eigentlich schon. Labah war auch vor Ort. Der Schuppen wird von etwas verdrehter Magie durchzogen, die verfickten Suns ziehen da entweder selber irgendwelchen kranken Scheiß ab oder sie nutzen die Verzerrung des Mana als Schutz." Nach einem weiteren Schluck fuhr er fort.

    "Suns habe ich keine gesichtet, aber Labah meinte, dass ihr Boss kurz vor mir da war. Dafür gab es dort einen Gefangenen - dem haben wir zur Flucht verholfen und er steht damit bei uns in der Kreide. Er wird morgen am großen Platz sein. Ich hoffe, er wird für uns nützlich. Und dann hatten sie noch einen Typen dort, verchromt, Muskeln und so. Den haben wir am Ende noch ausgeschaltet."


    Spark ließ sich wieder auf seine Sitzgelegenheit fallen. Er war gespannt, was Labah berichten würde, wenn er wieder bei Ihnen war. Spark hatte noch ein paar Fragen an seinen Bruder, was dort in der mundanen Welt abgegangen war ...

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    Als sich Eko umdreht, verschlägt es ihm kurz die Sprache. Die Dusche hat dafür gesorgt, dass die Schminke von Rara Sirianti vollkommen weggespült worden ist. Die natürliche Schönheit des Mädchens ist erstaunlich. Ob nun mit schminke oder ohne, die junge Frau ist einfach eine Augenweide. Eko kann nicht sagen welches Aussehen ihm besser gefällt. Als sie ihn bittet Sie zu begleiten, will er gerade antworten, da zieht sie ihren zierlichen und schmalen Goldring vom Finger. Da huscht ein kleines Lächeln über die Lippen des Oni. Die Tatsache das sie selbst für die Kosten des Einkaufs aufkommen will sorgt dafür, dass er sie noch ein wenig mehr leiden kann.


    Eko nimmt ihr den Ring kurz ab und schaut ihn sich an. Er ist bei weitem kein Experte für wertvollen Schmuck. Aber eins hat er gelernt, Wertvoller Schmuck ist eine wirklich große Abzocke. Wenn sie diesen einfachen Ring versetzen will, dann wird sie nicht viel Geld dafür bekommen. Er hat hin und wieder kleine Ringe, Ohrstecker oder andere Schmuckstücke für seine handwerklichen Dienstleistungen erhalten. Alle Händler auf die er getroffen ist, haben ihm maximal den Materialwert gegeben. Mit anderen Worten, der Materialwert des Ringes beträgt vielleicht 30-50% des Verkaufspreises im Laden. Und was kann der Goldring wiegen? 1 Gramm vielleicht? Bedenkt man den Goldpreis und die Tatsache das Goldschmuck nie zu 100% aus Gold besteht, dann wird dieser kleine Ring vermutlich keine 50 Nuyen Wert sein. Im Laden werden sie ihn aber mit Sicherheit für 150 Nuyen verkauft haben.


    Der Oni legt den Ring in Rara Siriantis Hand und schließt diese sanft.


    "Behalte ihn. Er hat sicherlich einen emotionellen Wert für dich. Und seinen wir mal ehrlich, er steht die bestimmt gut. Dein Anteil am Verkauf der Pistole, abzüglich der Taxifahrt, beträgt ca. 70 Nuyen. Das ist mehr als du vermutlich von den Halsabschneidern, die sich Schmuckhändler nennen, für deinen Ring bekommen wirst."


    Eko dreht sich kurz zu seiner Mutter um und drückt ihr 30 Nuyen in die Hand.


    "Sorry, es war ein schlechter Tag."


    Ekos Mutter lächelt ihn an und steckt das Geld dankbar ein. Sie weiß das ihr Sohn für sie sorgt und sich für sie verantwortlich fühlt. Es stört sie nicht das Rara Sirianti mit im Raum steht, als sie den großen Oni in ihre Arme nimmt und ich an sich drückt.


    "Pass auf dich auf MEIN Sohn."


    Flüstert sie leise. Dann löst sie sich von ihm und sagt.


    "Bringst du noch etwas frisches Gemüse mit? Ihr habt doch sicherlich Hunger."


    Eko nickt und geht zu Rara Sirianti hinüber. Er reicht der Jungen Frau ihre 70 Nuyen, schnappt sich einen Rucksack und sagt.


    "Na dann komm. Gehen wir etwas einkaufen."


    Eko geht zur Haustür, öffnet diese und hält sie für die junge Frau auf.

  • -2345-


    Labah nahm das Essen entgegen und dankte freundlich. Der Junge verehrte Ihn, das tat seinem Selbstbewusstsein gut.


    " Danke, Bruder. Möchtest du nachher noch zusammen trainieren ? Pencak Silat. "


    Die Niederlage gegen die Silberne war sehr knapp gewesen. Aber er hatte verloren und hielt sich ans Wort.

    Aktuelles SL Projekt " New Jersey / Love Land / Larcheime " (Foren Runs)
    Hauptcharakter: "Iwan " ( Strassensamurai )


    Erfahrener Meister und Spieler seit Edition 3.0 8)

  • -2346-


    Ozzy wirkt als würde er sich über das was Spark da sagt fast ein wenig freuen, also zumindest über irgendeinen Teil des Berichts.


    "Bro, das passt voll zu dem Gedanken den ich hatte, wie wir uns noch Backup hol'n könnten, wenn die da irgendeinen dunklen Mist abzieh'n. Hernanto weiß, dass es Anhänger von KaRaKi geben soll, die eher ihren dunklen Aspekt anbeten. Aber die Suns haben's bestimmt noch verschlimmert. Aber eine Frau, die Gelombang heißt ist Dir vermutlich nicht über den Weg gelaufen? Das ist laut Hernanto deren spirituelle Führung." Ozzy weiß immer noch nicht so recht wie das mit dem Astralraum eigentlich funktioniert, aber zumindest unterhält sich Spark ja auch, wenn er unterwegs ist.

    Er wiederholt seine Idee, ob das nicht eine Möglichkeit wäre den Cop eher nebensächlich sein zu lassen, sondern sich auf diese Störung des Chi zu konzentrieren, wenn man mit den Nao Hsin Feng für weitere Unterstützung gegen die Suns verhandelt. Schließlich stehen die ja schon im Kontakt mit den Triaden und denen dürfte beides gefallen, dass ein korrupter Cop aus ihrem Revier und der dreckige Magieeinfluss verschwindet.

    "Aber ich bin für so 'ne Verhandlung echt nicht gemacht, ich sag' bestimmt das Falsche und dann schadet uns das eher mehr, weil die beleidigt sind." Ozzy kratzt sich im Nacken er hat da wohl schon konkrete Erfahrungen gemacht.


    "Kommt Labah hierher? Dann kann er vielleicht noch mehr über den Gefangenen und diesen Muskel erzählen. War aber kein Sun, oder?"

  • -2347-


    @Labah


    Für einen kurzen Moment lang erstarrt der Junge. Ein solches Angebot ist einfach zu viel für seinen Verstand, zumindest im ersten Augenblick. Dann nickt er mehrmals - eifrig, dankbar, willig. Er kann es kaum erwarten, mit Labah zu trainieren und von ihm zu lernen. Es wird ein großer Moment für ihn sein, dessen ist er sich sicher. Er nickt noch einmal, während sich diesmal sogar ein Lächeln auf seinen rissigen Lippen breitmacht. Er würde den großen Bruder Labah nicht enttäuschen. Schnell macht er sich auf zu den anderen, kann es kaum abwarten, allen davon zu erzählen.



    @Eko


    Eko ist nicht sonderlich überrascht, als sich Rara Siriantis erster Kauf als Sonnenschirm herausstellt. Es ist ein filigranes Ding, das gut zu ihr passt. Die Batik-Muster sind hübsch anzusehen, und als Rara Sirianti den Schirm gekonnt beim Flanieren entlang der Straße handhabt, um ihre zarte und helle Haut vor den gierigen Sonnenstrahlen zu verbergen, entgehen Eko die eifersüchtigen Blicke der anderen nicht. Wie kommt es, dass so einer mit ihr unterwegs ist? Warum nicht ich? Doch die Gesichter, in die er blickt, lächeln freundlich - wie eben jeder freundlich lächelt und doch etwas anderes dabei denkt.


    Vorbei an den vielen Warung und toko-toko im alten Stil, suchen sich Eko und Rara Sirianti ihren Weg über den unwegsamen Bürgersteig, um alles einzukaufen, was die junge Frau begehrt und ihren Geldbeutel nicht übersteigt. Sie lächelt in sich hinein. So gut hat sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. Auch die Hitze und der Dreck der Straße können dieses Gefühl, das in ihr keimt und sich bahnbricht, nicht vertreiben. Ein wenig hat sie doch ein schlechtes Gewissen. Sie hat es vermieden, Eko davon zu erzählen, dass ihr Ring weitaus mehr wert ist, als der Oni dies vermutet. Sie möchte ihn nicht vor den Kopf stoßen, er zeigt sich fürsorglich und ihr gegenüber absolut respektvoll. So ist ist sie schon lange nicht mehr behandelt worden - eben wie ein Mensch. Als sie so darüber nachdenkt, fällt ihr Blick noch einmal auf ihren Ring. Er ist ein Familienerbstück. In seinem Kern, umgeben von Gold höchster Reinheit, befindet sich ein Strang Meteoriten-Eisens, das aus der Nähe des alten Prambanan-Tempelkomplexes stammt. Er wurde, genau wie der Keris, den sie bei sich trägt, von einem hochrangigen Empu nach den alt-überlieferten Weisen gefertigt. Kein Händler in dieser Straße hätte jemals seinen Wert ermitteln können, aber mit dem, was der Ring in einschlägigen Kreisen wert ist, hätte sie problemlos die ganze Straße kaufen können. Aber sie muss es mit Bedacht angehen. Sie möchte Eko keinesfalls belügen, aber die Wahrheit, die sie umgibt und sie durchdringt, ist vermutlich nur in kleinen Dosen, Stück für Stück, verkraftbar.


    Und so endet der Einkaufstag auch ohne große Überraschungen. Am Ende präsentiert Rara Sirianti sich Eko in einer hübschen Bluse, die ein wenig der klassischen Kebaya nachempfunden ist, einer hellen Hose, neuen Schuhen und sorgsam aufgetragenem Makeup, das weitaus mehr die harmonische Seite an ihr betont als die düster angehauchte Sinnlichkeit, die sie im KaRaKi verkörpert hat.


    "Und, wie findest du es?", fragt sie Eko schließlich im Schatten des Baumes, während sie ihm ein paar Posen und einen Augenaufschlag präsentiert, sich dann aber so dämlich dabei vorkommt, dass sie über sich selbst zu lachen beginnt. Es ist ein losgelöstes Lachen, so als seien - zumindest für den Moment - schwere Sorgen von der jungen Frau hinabgefallen und im träge dahinziehenden Wasser des Kanals verschwunden.


    Wieder daheim, offeriert sie Ekos Mutter sofort ihre Hilfe bei der Zubereitung des Essens. Sie ist froh, dass ibu nur von ihr verlangt, das Gemüse zu zerkleinern, denn das erspart ihr die Verlegenheit, zugeben zu müssen, dass sie in ihrem ganzen Leben noch kein einziges Gericht zubereitet hat.



    @Ozzy @Spark @Rico


    Rico stellt die Flasche ab, spielt mit seinen Fingern aber weiter an ihr herum. Er ist aufgedreht. Er spürt es. Noch eine Frau kann er in seinem Leben eigentlich nicht gebrauchen, auch wenn er nur mit ihr verhandeln soll. Dennoch - irgendjemand muss es ja tun. Also haut er es raus. Nicht aber, ohne die anderen mit ins Boot zu ziehen.


    "Wir drei ... was meint ihr? ich meine ... wir drei könnten doch mit den Nao Hsin Feng Kontakt aufnehmen. Lasst uns geschlossen auftreten."

  • -2348-


    Rara Sirianti merkt recht schnell, dass Eko es nicht gewohnt ist einkaufen zu gehen. Zumindest längeres Shoppen ist etwas, dass der Oni bisher wohl nicht getan hat. So trottet er hinter der Jungen Frau hinterher und folgt ihr wie ein Schatten. Die neidischen Blicke der anderen Männer scheint er nicht wahrzunehmen. Aber mal ehrlich, was sollten diese auch tun. Auch wenn Eko eher zu den drahtigen Metamenschen gehört, so ist er doch recht stark. Keine Frage, ein Troll oder ein gut trainierter Ork sind einiges Stärker als er, aber das müssen diese auch erst einmal heraus finden. Was er an der jungen Frau mag ist ihre Unbeschwertheit und ihr Umgang mit ihm. In den Augen von Rara Sirianti kann er keine Abscheu, keine Hinterlist oder ähnliches finden. Sie behandelt ihn wie eine Menschen. Als sie ihn dann schließlich mit einem leichten Lachen fragt wie er ihr Aussehen findet, muss er ebenfalls lachen. Irgendwie hat ihn ihr Lachen angesteckt. Mit seiner brummenden Bassstimme sagt er:


    "Du siehst glücklich aus und ....."


    Eko lässt sich etwas Zeit um nach den richtigen Worten zu suchen. Es ist etwas seltsam. Er kennt diese Frau erst seit ein paar Stunden und doch fühlt er sich in ihrer Gegenwart entspannt und vollkommen natürlich. Schließlich fährt er fort:


    "es steht dir sehr viel besser als das was du bei unserem Kennlernen getragen hast. Es sieht natürlicher aus und ... "


    wieder pausiert er. Die nächsten Worte fallen ihm deutlich schwerer und er wird etwas röter als er ohnehin schon ist.


    "attraktiver."


    mehr bekommt er nicht heraus. Eko ist es schon etwas peinlich das er, der große, böse Oni fast zu schüchtern ist, um mit Rara Sirianti zu reden. Als er noch ein Gefangener war, fand er es leichter. Aber die Situation hat sich geändert und ist nun sehr viel entspannter. Auf dem Weg nach Hause schmunzelt der Oni vor sich hin kann nicht anders als hin und wieder Rara Sirianti einen bewundernden Blick zuzuwerfen, vor allem dann, wenn sie ihn nicht ansieht. Ekos Mutter Ayu und Eko selbst finden es gut, dass Rara Sirianti ihre Hilfe beim Essen kochen anbietet. Es gibt heute ein klassisches Curry Gericht und Ayu freut sich das ihr Sohn endlich mal eine Frau mit nach Hause gebracht hat. Natürlich würde sie gerne mehr über Rara Sirianti erfahren, fragt aber erst einmal nicht weiter nach. Für ein Gespräch ist auch später noch Zeit. Zudem sprechen Taten oftmals mehr als Worte und so lässt sie die junge Frau in Ruhe das Gemüse schneiden.


    Während die beiden Frauen in der Wohnküche am arbeiten sind, überlegt sich Eko wie er das mit dem Armband machen soll. Letztlich schnappt er sich einen Stoffstreifen und beginnt damit eine grüne Flamme auf das Armband zu sticken. Der Oni ist der geborene Handwerker. Er kann so ziemlich alles reparieren oder anfertigen, wenn es auch nie eine Meisterarbeit werden wird. So hat er unter anderem schon die eine oder andere gepanzerte Jacke repariert und weiß mit Nadel und Faden umzugehen.

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    "Yo, Bro! Eine Einheit, das wird sicher seine Wirkung nicht verfehlen."

    Ozzy hatte keinen Stress die Entscheidung mit zu tragen und die Verhandlungen zu begleiten, er glaubt einfach nicht daran sie erfolgreich führen zu können.

    "Wir zeigen unsere immer noch vorhandene Stärke und Vielseitigkeit."

    Er schaut Spark fragend an, wenn sie den Magiekram als zusätzlichen Anreiz nutzen wollen, brauchen sie ihn, um das auch korrekt rüber zu bringen und dem ganzen das richtige Gewicht zu verleihen. Er war schließlich auch dort gewesen.


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    Spark hatte Ozzy zugehört und dann auch Ricos Kommentar. Er spürte die Aufgekratztheit seines Gangbruders Trotzdem grübelte er über Ozzys Frage. Gelombang, Gelombang? Hatte dieser Eko die nicht anfangs kurz erwähnt?


    "Wegen dieser Gelombang: Der Typ, den ich in dem Schuppen der Suns befreit habe, der hat die Tussi kurz erwähnt. Könnte also ein Glücksgriff gewesen sein. Wir werden ihn morgen mal befragen."


    Dann haute Ozzy die Idee mit den Nao Hsin Feng raus und Rico ging steil darauf ein. Die Chinesen würden wirklich eine gute Hilfe sein.

    "Jungs, die Idee gefällt mir. Lasst uns das versuchen!"


    Spark dachte noch mal Labah und dabei kam ihm in den Sinn, dass der bestimmt groggy sein würde, wen er wieder hier war. Na ja, das wird schon noch, dachte sich der Wujen und nahm noch einen tiefen Schluck aus seiner Bierdose, bevor er geräuschvoll rülpste, die leere Dose zerquetschte und hinter sich warf.

  • -2351-


    @Ozzy @Spark @Rico


    Die drei Offiziere der Blades sind mehrere Stunden unterwegs bis sie den Club erreichen, in dem sie Mei Ling treffen werden. Die berühmt-berüchtigte Anführerin der Nao Hsin Feng hat ihr Interesse bekundet, sich mit den Offizieren der Jade Blades zu treffen. Sicherlich ist auch eine Spur Neugier dabei, eine unterschwellige Hoffnung, dass die, die zu ihr kommen werden, ihr etwas über Lis Verbleib mitteilen können.


    Der Ostteil Glodoks ist eine Gegend, die den Blades zwar nicht unbekannt ist, in der sich jedoch niemand von ihnen heimisch fühlt.

    Schmale Gassen mit überhängenden Stromkabeln führen sie am alten Metropole Hospital vorbei, dessen Klimaanlagenauslassöffnungen monoton rattern. Dicht beinander stehende Gebäude, Lagerhallen und Depots säumen den Weg. Schließlich erreichen sie einen Kanal - sie haben die Ostgrenze Chinatowns erreicht. Alte Neonröhren flackern unter der Allee aus Bäumen, die am Kanalufer ruhen. Eine Schar aus mobilen Imissständen hat das Ufer okkupiert und der würzige Duft von Satespießen vermischt sich mit dem Geruch von Öl und Benzin, das in Jakarta nach wie vor einen ernstzunehmenden Konkurrenten zu moderneren Antriebsmitteln darstellt.


    Um diese Uhrzeit ist vor dem Nachtclub kaum etwas los. Die Chinesen, die hier rumlungern, kennen die Blades und wissen, dass sie kommen. Die Begrüßung ist kurz, aber nicht unfreundlich. Natürlich beäugt man sich, aber alle wahren ihr Gesicht. Einer der Nao Hsin Feng führt Ozzy, Rico und Spark hinab. Vor allem Spark wird von den Chinesen mit sichtlichem Respekt behandelt.


    Unten ist es angenehm kühl, denn die Klimaanlage ist hochwertiger und funktioniert offensichtlich einwandfrei. Ein krasser Gegensatz zu dieser unsäglichen Hitze, die die Blades während iher mehrstündigen Fahrt hierher ertragen mussten. Der Großteil der Personen, der um die leicht erhöhten, pagodenförmigen kleinen Bühnen verteilt sitzt, ist eindeutig chinesischer Herkunft. Im Dämmerlicht des Clubs räkeln sich auf den Podesten hübsche, leicht bekleidete Chinesinnen zum Beat elektronisch geprägter Popmusik. Viel ist allerdings nicht los. Mehr als die Hälfte der Pagoden sind verwaist und im ganzen Laden sitzt nicht mehr als ein Dutzend Personen, einige davon gehören vielleicht sogar zum Personal.


    Aber die Blades sind aiuch nicht hier, um Party zu machen. Sie haben eine Mission. Der Ganger führt sie nach hinten. Es ist ein Separee mit einem eigenen Zugang - kein separater Raum, aber durch Trennwände vom Rest des Clubs derart isoliert, dass man sich hier ungestört unterhalten kann.


    Ozzy, Rico und Spark sind erstaunt, Mei Ling alleine hier vorzufinden. Sie haben mit einer Entourage gerechnet, denn die Chinesin ist bekannt für ihre ausschweifenden Gelage. Was sie nicht wissen, ist, dass Mei Link denselben Style gewählt hat wie in jener Nacht, als sie Scar in diesem Club empfangen hat.


    Mei Ling ist eine reizvolle Chinesin, deren schwarz-violettes Haar hochgesteckt ist und deren schlanker, ansehnlicher Körper sich in einem modern geschnittenen, knallig-roten Qipao, einem eigentlich traditionellen chinesischen Kleid, räkelt. Das eigentlich lange Kleid wurde bewusst gekürzt und enthüllt nackte, helle Haut unterhalb der Knie, während es oben rum die Arme freilässt und über der Brust halbtransparent zum Hals hin zuläuft. Ihre knallroten Lippen formen ein Lächeln, das so verführerisch wie gefährlich wirkt.


    "Bring meinen Gästen etwas von unserem Besten", weist sie den Nao Hsin Feng an, bevor sie sich den Offizieren der Jade Blades zuwendet.


    "Willkommen bei den Nao Hsin Feng."



    @Eko


    Rara Sirianti hat Ekos Worte mit Wohlwollen aufgenommen. Sie hat gelächelt und sachte den Kopf gesenkt, aber nichts darauf erwidert. Sie hat gespürt, wie die Scham versucht hat, von Eko Besitz zu ergreifen und deshalb lieber geschwiegen. Auf diese Weise konnte er ihr gegenüber sein Gesicht wahren.


    Später schleicht sie sich kurz aus der Küche - natürlich nicht, ohne Ekos Mutter vorher um Erlaubnis zu fragen. Sie kommt zu ihm hinüber, schaut, was er macht. Der Blick ihrer geschminkten Augen fällt auf den Stoffstreifen. Sie lehnt sich gegen die kahle Wand, die ein wenig Kühle verspricht.


    "Magst du mir sagen, was du da machst?", fragt sie neugierig.

  • -2352-


    Eko zuckt leicht zusammen, als die junge Frau ihn anspricht. Er war so auf seine Arbeit konzentriert, dass er nicht gehört hat wie sich sich ihm genähert hat. Kurz schaut er zu ihr hoch und dann zurück auf den Stoffstreifen. Während er langsam und sorgfältig weiter arbeitet sagt er.


    "Ich treffe mich morgen Vormittag mit jemandem dem ich einen Gefallen schulde. Als Erkennungszeichen hat er eine Armbinde mit einer grünen Flamme darauf vorgeschlagen. Nun, so etwas habe ich nicht in der Schublade rumliegen. Daher fertige ich es an. Ich bin zwar kein Schneider, aber eine einfache Stickarbeit werde ich wohl noch hinbekommen."


    Eko ist bei dem was er tut nicht so unbeholfen wie man annehmen mag. Sorgfältig setzt er einen Stich neben den Anderen. Die abstände sind annähernd gleich und mit etwas Geduld und Zeit wird es eine zumindest vorzeigbare Arbeit. In den Händen eines Schneiders wäre diese Arbeit vermutlich in der halben Zeit fertig und dazu noch sehr viel ansehnlicher. Aber schon jetzt kann man erkennen das die Stickerei ihren Zweck erfüllen wird. Das Armband wird etwa 10cm breit sein mit einer ca. 8cm großen grünen Flamme darauf.



    Während Eko in aller Ruhe weiter stickt, fragt er Rara Sirianti:


    "Ich weiß das es mich nichts angeht. Jedoch würde ich gern wissen was du jetzt vor hast? Ich für meinen Teil werde meiner Arbeit nachgehen. Ich bin nicht sonderlich erfreut darüber das ich entführt worden bin, sehe aber auch keine Möglichkeit diese Leute zur Rechenschaft zu ziehen. Also mache ich das was ich am besten kann: Dinge reparieren."


    Für einen Augenblick lässt Eko seine Arbeit ruhen und schaut versonnen aus dem Fenster und stellt sich die Frage, ob seine Entführer das genau so sehen und ihn in Ruhe lassen werden. Er hat nicht die geringste Ahnung wie diese Leute ticken und was sie dazu veranlasst hat gerade ihn zu entführen. Was es ein Zufall oder geplant? Werden sie versuchen ihn zu finden oder ein neues Opfer finden? Wie wird es diesem Opfer ergehen? Er hat noch einmal Glück gehabt. Rara Sirianti als auch der Dokun und dieser Labah waren zur rechten Zeit da um ihm heraus zu helfen. So viel Glück wird ein erneutes Opfer nicht haben. Bei dem letzten Gedanken schaut er zu Rara Sirianti hinüber und lächelt sanft.


    "Danke. ... Danke das du mir geholfen hast, als ich in Not war. Das werde ich dir nicht vergessen."


    Eko hat nicht besonders laut gesprochen. Es fällt ihm schwer sich eingestehen zu müssen das er es ohne Hilfe nicht geschafft hätte von dort entkommen. 3-4 Sekunden lang schaut Eko der jungen Frau direkt in die Augen. Dann wendet er sich wieder seiner Arbeit zu.

  • -2353-


    Ozzy fährt seine modifizierte Offroad Maschine sicher durch die Straßen und Gassen. Durch die vielen Reparaturen und Anpassungen sieht man der Maschine an, dass sie ihn schon eine Weile begleitet. Man kann sie getrost als ein Einzelstück bezeichnen, das nicht mehr viel mit dem Original zu tun hat mit dem er damals ins Outback geflohen war. Ehrlicherweise steht sie jetzt fast besser da als damals, so wie Ozzy sie aufgemotzt hat, vor allem mit der schwarz lackierten Panzerung und dem leuchtenden Logo der Blades. Jetzt wo sie ihm alleine gehört, achtet er auch einfach sehr viel mehr auf einen gepflegten Zustand.


    Er war schon ein paarmal hier im Club gewesen, aber bis zum Separee hatte es bisher noch nie gereicht gehabt. Er unterdrückt jede aufkeimen wollende Unsicherheit und geht mit gestrafften Schultern einen Schritt hinter Spark.

    Beim Betreten des Separees nimmt er seinen Hut ab, so dass die schwarzen Cornrows wieder zum Vorschein kommen. Er ist sich zumindest sicher, dass das ein universelles Zeichen von Respekt und Höflichkeit sein müsste und dann weiß er wenigstens wohin mit seinen Händen.

    Und wer redet jetzt zuerst? Zumindest mal ganz sicher nicht er, da kann er sich ganz getrost an Rico und Spark orientieren und denen den Vortritt lassen.

    Mei Ling bietet allerdings sowieso einen derart atemberaubenden Anblick, bei dem er sich nicht sicher ist, ob er überhaupt zwei gerade Sätze raus bekommen würde. Er bemüht sich seinen Blick auf ihrem Gesicht zu lassen und ihr Lächeln nicht allzu dümmlich zu erwidern.

  • -2354-


    @Eko


    Rara Sirianti blickt nun konzentrierter auf Ekos angefangene Arbeit. Ihr Blick drückt Anerkennung aus, auch wenn sie nichts zu Ekos begonnenem Werk sagt. Sie setzt sich zu ihm, weiterhin nahe der Wand verbleibend. Eko entgeht nicht, dass sie sich nicht so hinsetzt, wie die anderen Mädchen, die er bereits gesehen hat. Auch ihre Bewegungen sind andere. Am ehesten kann er es wohl mit den Tänzen vergleichen, die er einmal bei einer Straßenaufführung oder im Trideo gesehen hat. Sie kommt nicht von hier, entstammt nicht der Straße. Aber sie ist dennoch einen harten Weg gegangen und verfügt über die Fähigkeit, sich anzupassen. Und dennoch wohnt all ihren Regungen, selbst den kleinsten, eine innewohnende Eleganz und Geschmeidigkeit bei, die Eko, wenn er sich darauf konzentriert, gefangen nimmt und manchmal sogar sprachlos macht.


    "Wenn ich darf, werde ich dich begleiten", antwortet sie ihm schließlich. Aber sie sagt nicht, ob sie damit nur das Treffen meint, von dem Eko gesprochen hat, oder den Weg an sich.


    Aber als er ihr in die Augen schaut, weicht sie seinem Blick nicht aus. Und dann ist es wieder dort - dieses Lächeln, von dem Eko das Gefühlt, dass es nur für ihn bestimmt ist. Es wärmt sein Herz. Keine weiteren Worte scheinen nötig, um das auszudrücken, was Rara Sirianti ihm sagen möchte. Sie wird bleiben, an seiner Seite, solange, bis er sie wegschickt oder das Schicksal sie wieder auf getrennte Wege führt.

  • -2355-


    Eko muss sich eingestehen das Rara Sirianti eine Ablenkung darstellt. Aber sie ist eine willkommene Ablenkung. Die junge Frau ist nicht aufdringlich und doch hat ihre Gesellschaft etwas angenehmes. Ihr Lächeln, ihr anmutigen Bewegungen und ihre gesamte Art machen es Eko schwer bis unmöglich sich ihr zu entziehen. Es ist fast so, als würde der Charm der jungen Frau versuchen den Oni einzufangen. Als sie vorschlägt ihn zu begleiten, hält Eko kurz inne und überlegt was der Dokun bezüglich des Treffens gesagt hatte. Da er sich nicht erinnern kann das der Dokun von ihm verlangt hat alleine zu erscheinen, stimmt Eko Rara Sirianti zu.


    "Wenn es dich nicht langweilt, dann kannst du gerne mitkommen."


    Für einen kurzen Augenblick schließ Eko seine Augen und atmet einmal tief durch. Als er seine Augen wieder öffnet, kann er sich wieder auf seine Arbeit konzentrieren. Langsam aber sicher kann man die Flamme erkennen. Es ist kein schwieriges Motiv und die Stiche die Eko benutzt sind sehr einfach. Im großen und Ganzen ist es eine Geduld und Fleißarbeit. Am Schluß näht der Oni die Kanten um und fügt noch ein Gummiband mit ein, so das das Armband später sicher an seinem Oberarm befestigt werden kann, ohne das es verrutscht. Während er die letzten Stiche macht meint er zu Rara Sirianti:


    "Ich denke das das Essen bald fertig sein sollte. Ich hoffe du magst es wenn das Essen scharf ist. Meine Mutter meint, dass scharfes Essen die Lebensgeister wach hält und alles Schlechte sowie Krankheiten aus dem Körper vertreibt. Ich weiß nicht ob das stimmt, aber ich war bisher noch nie ernsthaft krank. Also bin ich geneigt das zu glauben. Mal davon abgesehen, dass das Essen so um einiges besser schmeckt, als wenn man es nur wenig oder gar nicht würzt."


    Als er mit seiner Arbeit fertig ist, probiert er das Armband an, bevor er es auf den Tisch legt. Danach räumt er das Handwerkszeug weg und macht sich daran den Tisch fürs essen zu decken.

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    @Eko


    Rara Sirianti lächelt zustimmend und zufrieden. In Wahrheit jedoch mag sie allzu scharfes Essen nicht. Es liegt nicht daran, dass es ihr nicht schmeckt, aber sie verträgt es nun einmal nicht besonders gut. Das ist bereits als Kind bei ihr der Fall gewesen. Ihre Mutter, die früh gestorben ist, hatte darin immer eine weitere Bestätigung für Rara Siriantis Zartheit gesehen.

    Aber in den letzten Monaten hat sie Demut gelernt. Nicht dass sie zuvor egoistisch oder gar hochnäsig gewesen wäre, vielleicht ein wenig der Welt entrückt, aber dennoch keine eingebildete Prinzessin, wie aus einem Märchen. Tief in ihrem Herzen wäre sie am liebsten eine ganz normale junge Frau. Aber das ist nicht möglich. Dieser Weg ist ihr verwehrt. Und Eko ist ja schließlich auch kein ganz normaler Mann.

    Dann ist es nun wohl an der Zeit, die Lebensgeister wach zu rufen. Die zierliche junge Frau erhebt sich, die Bewegungen genauso fließend und anmutig wie zuvor. Sie begleitet Eko in die Küche, und natürlich hilft sie ihm wie selbstverständlich dabei, den Tisch zu decken. Das Essen schmeckt ihr vorzüglich, und das Lächeln auf ihren Lippen ist ein echtes.

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    Eko freut sich innerlich das Rara Sirianti ihm dabei hilft den Tisch zu decken. Auch seine Mutter sehr erfreut, dass die junge Frau sich sehr viel Mühe gibt sich in den häuslichen Ablauf zu integrieren. Auch wenn das Essen schärfer ist als es für die Junge Frau gut ist, so ist es nicht so scharf wie es geklungen hat. Das liegt aber eher daran, dass Ekos Mutter das Essen so würzt, dass sie es ohne Probleme essen kann. Zudem gibt es reichlich Reis zum essen, so das Rara Sirianti sich ihr essen etwas abmildern kann. Eko hingegen würzt sein Essen noch etwas nach, was seine Mutter ihm aber nicht übel nimmt. Sie kennt den Geschmack ihres Sohnes nur zu gut und lässt ihn gewähren. Nach dem Essen räumt man gemeinsam ab und als Eko beim spülen helfen will sagt seine Mutter:


    "Was willst du noch hier bei mir? Geh und leiste unserem Gast Gesellschaft. Da bringst du endlich mal eine Frau nach Hause und hast nichts besseres zu tun als deiner Mutter am Rockzipfel zu hängen."


    Auch wenn sie ihren Sohn kritisiert, so lächelt sie breit und jedem ist klar, dass sie es gut mit Eko meint. Dieser küsst seine Mutter auf die Stirn und haucht ihr ein leises "Danke schön." entgegen. Eko, welcher bisher eher wenig Umgang mit Frauen seines Alters hatte, geht zu Rara Sirianti und setzt sich etwas unbeholfen. Er schaut auf die zierliche Frau und fragt sich was man jetzt machen sollte. Schlussendlich fragt er einfach gerade heraus:


    "Bis zum Abend sind es noch ein paar Stunden. Hast du noch etwas zu besorgen oder möchtest du noch etwas machen? Falls du magst können wir noch etwas am Fluss entlang laufen oder hm ich weiß nicht, vielleicht über einen Basar schlendern, oder ins Kino gehen?"


    Bisher hat der junge Oni sehr viel Zeit damit verbracht etwas Geld mach Hause zu schaffen. Für heute hat er sich jedoch vorgenommen nicht mehr zu arbeiten, da ihm die Ereignisse der letzten Zeit noch in den Knochen stecken. Zudem weiß er noch nicht so recht was ihn beim Treffen mit dem Dokun erwartet und da will er nicht abgeschlafft und antriebslos erscheinen. Zu guter Letzt hat Rara Sirianti auch einen kleinen Anteil daran, dass der Oni sich für heute nichts vorgenommen hat. Er weiß nicht was es ist, aber diese Frau beeindruckt ihn doch mehr als er sich selbst eingestehen will.

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    Spark war mit Rico und Ozzy gut durch den Verkehr gekommen, soweit dies halt möglich war. Den Club kannte er ja schon und versuchte sich beim Hineingehen cool zu geben, freute sich jedoch innerlich durchau, als er den Respekt der Nao Hsin Feng bemerkte.


    Mei Ling war wie immer bisher ein wahrer Augenschmaus, der Wujen versuchte sich jedoch zu konzentrieren.


    "Nie Hau, Mei Ling und vielen Dank für die Einladung. Wie ich sehe, läuft es bei den Nao Hsin Feng gut. Und euch scheint es ja ebenso blendend zu gehen, wenn mich meine AUgen nicht trügen."


    Babamng hoffte, dass der letzte Satz als das Kompliment rüberkam, als der er eigentlich gemeint war. Ihm wurde wieder einmal schmerzlich bewusst, dass Li fehlte, der in solchen Situationen meist das Wort übernommen hatte und dies auch entsprechend eloquent. Er schloss noch etwas zwangloses "Geschnatter" an, welches jeder Indonesier von kleinauf beherrschte und genoß auch einen guten Schluck von dem Cocktail, mit dem einer von Mei Lings Leuten eilfertig zu ihm gekommen war. Spark versuchte sich jedoch zu mäßigen, denn betrunken wollte er Mei Ling auf keinen Fall gegenüber sitzen. Das Gespräch würde früher oder später auf ernste Themen umschwenken und da brauchte Spark seine Konzentration voll und ganz.