Beiträge von Garuda

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    @Blades


    Wie nicht anders zu erwarten war, springt Bomb auf und schlägt mit der rechten Faust in die Handfläche seiner linken Hand. Es ist wohl alleine Beauty zu verdanken, dass er für seinen neuerlichen Ausbruch nicht auf irgendetwas anderes eingeschlagen hat.


    "Das ist sein Bike! SEIN Bike!", raunt er grimmig, und alle Awensenden wissen, was er meint. Kein einziger Blade, selbst Del, hätte Probleme damit, dieses Bike zu identifizieren. Es ist die Maschine von Sako, dem Anführer der Red Suns. Zuletzt standen sie ihrem Erzfeind in den Fluren des Yakuza-Schuppens gegenüber, in den man Gedes Bruder entführt hatte. Dort waren Li und Sako in einem wilden Kampf aufeinandergetroffen.

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    Scar


    Kaze geht sofort auf Scars Annäherung ein. Immerhin ist ihre Einladung selbst für Scar offensichtlich gewesen. Während das Wasser über ihre Körper läuft, dringt Kazes Stimme leise, aber eindringlich an Scars Ohr. Der Tonfall der Japanerin ist nicht weniger intim als ihr nackter Körper, den sie Scar bereitwillig zeigt und dessen Attraktivität sie geschickter zu nutzen weiß, als es ihre sonst unnahbare Aura hat erkennen lassen.


    "Wir sind beide fremd hier ... wir müssen zusammenhalten. Wirst du auch mir helfen?"



    @Labah


    Glücklicherweise lässt die Türe sich öffnen. Labah tritt in die Dunkelheit des baufälligen Gebäudes. Er harrt aus, lauscht nach Geräuschen.


    "Tragt alles rein. Den Rest bekommt ihr demnächst", hört er gedämpft den Klang einer männlichen Stimme. Dann hört er, wie die Rennmaschine aufjault. Der Klang des Motors fegt wie ein Fauchen durch die schmalen Gassen, bevor er sich schließlich entfernt.

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    @Labah


    Als Labah unten ankommt, traut er seinen Augen nicht. Von oben hat er es nicht sehen können, aber jetzt sieht er es klar und deutlich. Direkt vor dem Transporter, nahe bei der Fassade des KaRaKi, befindet sich noch ein weiteres Fahrzeug. Eine schnittige japanische Rennmaschine. Und es ist nicht nur irgendein Motorrad - es ist Sakos Bike! Das Bike des Anführers der Red Suns! Dann sind Geräusche aus dem KaRaKi zu hören. Die Metalltür öffnet sich. Labah presst sich mit dem Rücken an die Wand. Er befindet sich in einer Gasse, die in den verwinkelten Hof mündet. Noch ist er nicht zu sehen, auch dank seiner Chamäleon-Tarnung. Aber sollte jemand direkt in die Gasse treten, dann würde man ihn entdecken - Tarnung hin oder her. Als er sich umblickt, erkennt er zwei Möglichkeiten. Entweder bewegt er sich die Gasse entlang und damit vom Hof weg, um zumindest hinter die nächste Ecke zu kommen, oder er versucht es bei der Türe auf seiner Seite der Wand, umgefähr 3 Meter von ihm entfernt. Es ist die einzige Türe auf dieser Seite und sie führt in das baufällige Gebäude, das er schon vom Dach aus gesehen hat.

    -2237-


    Scar


    Kaze nähert sich der Tür zum Kamar Mandi, dem Badezimmer, bleibt aber im Türrahmen wieder stehen und dreht sich zu ihr um.


    "Vielleicht haben die Blades auch einen Verräter in ihren Reihen ... es war seltsam, dass plötzlich die POLRI in der Tiefgarage aufgetaucht ist, wo das Treffen der Sieger des Raja stattgefunden hat", meint sie fast beiläufig klingend, so als wolle sie Scar einfach nur Stoff zum Nachdenken geben.


    "Na ja, ich brauche jetzt erstmal eine Dusche."


    Der Anflug eines Lächelns huscht über ihre geschminkten Lippen, und der Blick ihrer ebenso so sorgsam geschminkten Augen könnte Herausforderung und Einladung zugleich bedeuten. Dann verschwindet Kaze Bad, und kurze Zeit später kann Scar das Wasser rauschen hören.

    -2235-


    Scar


    Kaze beobachtet Scar nicht direkt, als diese anscheinend in der AR mit irgendetwas beschäftigt ist, aber als sie ihre Anwandlungen zeigt, mustert die Japanerin sie mit einem heimlichen und neugierigen Blick, der Scar nicht gänzlich entgeht. Dann fischt Kaze eine kühle Flasche Kirin aus dem Kühlschrank und reicht sie Scar.


    "Probleme?", fragt sie nur, die Stimme relativ neutral klingend.


    Derweil kommt Ricos Antwort zurück.


    >> Gefällt mir ja auch nicht. Aber die Blades stehen definitiv in Daiyus Schuld. Und sie verlangt ja auch nicht, dass wir den Cop umlegen. Sie macht es selbst. Na ja, abwarten, was die Diskussion ergibt. <<

    -2233-


    @Labah


    >> Danke für die Bilder. Wie sieht es von vorne aus? Kommst du von deiner Position dahin? <<, kommt Daiyus Nachricht kurze Zeit, nachdem er ihr die Bilder seiner Cyber-Augen gesendet hat.


    Als Labah sich umblickt, sieht er nur zwei Möglichkeiten dazu, beide nicht gerade einfach. Entweder klettert er hier runter und sucht sich seinen Weg durch die Gassen, was ihn aber weniger geschützt macht, sollten sich Personen nähern. Oder er springt auf das Gebäude zu seiner Rechten und arbeitet sich von dort aus auf die Vorderseite. Da die Gassen schmal sind, ist die Entfernung überschaubar, nur leider ist der ihm zugewandte Teil des Gebäudes teilweise eingestürzt. Um das stabiler wirkende Stück zu erreichen, müsste er sicherlich gute 5 oder 6 Meter im Sprung überbrücken.

    -2232-


    Scar


    Ricos Nachricht lässt nicht lange auf sich warten.


    <<Ist gut. Viel Erfolg. Die Offiziere sind zusammengekommen. Ozzy hat Neuigkeiten von Daiyu. Pass auf dich auf.>>


    Als Anhang zur Nachricht folgt eine Audioaufnahme, auf der Scar Ozzy hören, wie er den Blades von Daiyu und ihrem Plan erzählt.


    Schließlich erreichen sie den Ort, an dem Kaze untergekommen ist. Er liegt nahe Glodok, befindet sich aber auf der anderen Seite des Kanals. Auf dieser Seite gibt es eine Uferstraße mit einem schmalen Gehweg, der von einer breiten massiven Mauer vom Kanal getrennt ist, die allerdings nur Hufthöhe erreicht und deshalb von vielen Händlern dazu umfunktioniert wurde, um ihnen als Verkaufsfläche zu dienen. Die Häuser hier sehen nicht gerade nach High Society aus, aber immer noch besser als das, was Scar auf der anderen Seite des trüben Kanals im Zwielicht alter Leuchtröhren erblickt. Ein Sammelsurium ineinander verwachsener Hütten und Verschläge aus verrosteten Blechen, brüchigen Ziegelsteinen, Planen, Synth-Holz und Plastik. Auf der Seite der Uferstraße stehen zwei- bis dreistöckige Häuser. Jedes sieht anders aus, aber allen ist gemein, dass der grüne, weiße oder rote Anstrich kaum noch sichtbar ist. Sie fahren an einer Masjid vorbei, die Scar allerdings nur aufgrund des AR-Tags überhaupt als solche erkennt, und stoppen vor einem Warung, der hinter übereinander geschichteten blauen Planen von weitem kaum zu sehen ist. Die Straße selbst, obwohl nicht allzu breit, ist stark befahren - aber Scar hat auch nichts anderes erwartet. Transporter, voll beladen mit Säcken, Roller, Minibusse, Autos verschiedenster Hersteller und Altersstufen.


    Kaze parkt ihr Bike in einem schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern, sodass es nur zu sehen ist, wenn man direkt davor steht. Sie führt Scar auf die Rückseite des Gebäudes. In dem kleinen Hof ruhen leere, übereinander gestapelte Tierkäfige. Ein maduresischer Troll in abgewetzter Stoffhose und Muscle-Shirt türmt weitere Käfige auf den ohnehin schon bedrohlich wirkenden Stapel, der aber überraschenderweise nicht in sich zusammenfällt.


    "Selamat malam, Pak!", grüßt Kaze ihn, und der Troll murmelt einen entsprechenden Gruß zurück, der kurz angebunden klingt.


    Eine außenliegende Treppe führt auf der Rückseite nach oben. Es gibt nur eine Türe. Immerhin ist diese mit einem Magschloss gesichert. Scar ist nicht entgangen, dass der Troll ihnen die ganze Zeit hinterhergeschaut hat, als sie die Treppe nach oben gestiegen sind.


    "Heute ist ein guter Tag für ihn. Normalerweise bekommt er immer nur einen Hintern zu sehen", kommentiert Kaze die Szene trocken, aber dennoch mit einem Grinsen, das für kurze Zeit ihre kühlen Züge durchbricht.


    Hinter der Türe befindet sich eine kleine Dachgeschoss-Wohnung. Zwei Zimmer und ein Bad. Das Bad wird aus einem Wasserbehälter mit Filteranlage versorgt, der sich auf dem Dach befindet. In einer erhöhten Nische erkennt Scar einen Kamidana, einen shintoistischen Hausaltar. Ansonsten scheint Kaze auf den ersten Blick wenig Persönliches in der Wohnung ausgestellt zu haben.


    Die Luft in der Wohnung wirkt zuerst brütend, doch nach einiger Zeit ist die Klimaanlage so weit hochgefahren, dass es angenehm wird. Sogar einen Balkon gibt es, der allerdings recht winzig ist und kaum mehr als den kleinen Tisch und die beiden Stühle fasst, die dort untergebracht sind. Kaze schnappt sich eine kühle Flasche Kirin auss dem kleinen Kühlschrank. Eine eigene Küche gibt es nicht; sie ist Teil des Wohnraums, aber kaum ausgestattet. Anscheinend isst Kaze meistens auswärts.


    "Möchtest du auch eins? Fühl dich wie Zuhause. Es ist nichts Besonderes, aber ein netter Rückzugsort. An den Verkehrslärm muss man sich gewöhnen. Aber das ist überall in Jabo dasselbe."

    -2230-


    @Labah


    Bald schon bilden die Kinder und Labah eine ungleiche Reisetruppe. Ina geht vor und übernimmt die Führung, während sich der Rest der Truppe hinter Labah hält. Tatsächlich ist ein Großteil des Weges derart schmal, dass ihnen nichts anderes übrigbleibt, als hintereinander zu marschieren. Sogar für Labah ist der Weg kein Kinderspiel, sondern birgt Herausforderung. Zuerst marschieren sie über einen langen schmalen Balken, der sie über die überschwemmte Straße und durch ein enges Loch in einer alten Wand hinein in ein Gebäude führt. Ina muss zu keiner Zeit überlegen. Labah erkennt deshalb schnell, dass das Mädchen eine herausragende Ortskundige ist. Da nichts, durch das oder über das sie sich fortbewegen, vertrauenserweckend stabil aussieht, achtet er tunlichst darauf, möglichst nur dorthin zu treten, wo das Mädchen bereits gewesen ist, auch wenn ihm das bei seinem wesentlich höheren Gewicht natürlich nicht unbedingt vor Gefahren schützt.

    Nachdem sie aus dem Gebäude und seinen verwirrenden Treppenhäusern und Fluren wieder heraus sind, geht es über ein Dach weiter. Hier gibt es leider keine Brücke, also müssen sie auf das andere Gebäude hinüberspringen. Er staunt nicht schlecht, als jedes der Kinder den Sprung problemlos meistert. Die Kleinen sind definitiv gut in Form. Und wieder geht es in ein zwielichtiges Gebäude hinein. Hin und wieder entdeckt Labah Spuren von Bewohnung. Zu Gesicht bekommt er niemanden. Anscheinend wissen sich die Einwohner zu verbergen. Aber er hört sie und sieht manchmal auch ihre Hinterlassenschaften - Schlafsäcke, Moskitoabwehr, Reste von Nahrungsmitteln, billiges Geschirr. Auch dieses Gebäude bringen sie hinter sich, erreichen durch ein Fenster eine neue behelfsmäßige Brücke, die sie überqueren. Unter ihnen liegt eine weitere stark überflutete Straße. In dem trüben, von Unrat übersähten Gebräu erkennt Labah eine Wasserleiche, die bereits von Crittern als Fraß auserkoren wurde. Auf der anderen Seite angekommen, legt Ina eine kleine Pause ein und knabbert aus einer kleinen Plastiktüte mit Krupuk, von denen sie Labah eines anbietet.

    Dann geht es weiter. Wieder durch ein Gebäude, hindurch durch halb eingerissene Wände, alte verschimmelte Treppenhäuser und kahle Räume. Sie steigen aus einem Fenster, balancieren an der Fassade entlang auf einem langgezogenen Sims, klettern eine Wand hinauf und befinden sich letztendlich auf einem weiteren Dach. Ina hält ihren kleinen Finger an die mit Krupuk-Krümeln benetzten Lippen und bedeutet ihm, von hier an geduckt weiterzugehen. Die anderen Kinder bleiben zurück. Als sie die andere Dachseite erreicht haben und aus der Deckung eines höhergelegenen Anbaus gekommen sind, erblickt Labah das Ziel.

    Sie befinden sich nun auf der Rückseite des KaRaKi. Hier gibt es eine Art Hof, mehrere Gassen. Anscheinend ein noch nicht überfluteter Teil. Die Gebäude sind verschachtelt, und Labah kann sich von hier oben keinen richtigen Überblick verschaffen. Aber er sieht den Sendemast auf dem höchsten Punkt des Gebäudes - ein deutliches Zeichen für Aktivität. Außerdem erkennt er die Metalltür am Rande des Hofes, auf die Ina deutet. Der Hintereingang des KaRaKi. Im Hof selbst stehen zwei Motorräder ohne Gangabzeichen und ein Transporter. Es muss also einen direkten, noch nicht allzu stark überschwemmten Weg hierher geben. Vermutlich ist es der offensichtliche Weg, von dem Ina ihm erzählt hat.

    -2226-


    @Blades


    Bomb schnaubt verächtlich.


    "Das ist doch wieder mal viel zu kompliziert! Kein Wunder, kommt ja auch von dieser Daiyu. Daiyu hin oder her. Lasst uns einfach da hin fahren und denen endlich und endgültig auf die Fresse hauen!", macht Bomb sich Luft.


    Ricos Blick wirkt wieder ein wenig gequält, aber er verbirgt es schnell hinter seiner üblichen Maske, sodass es nur Ozzy auffällt, der zufälligerweise gerade in seine Richtung geschaut hat.


    "Mir gefällt das auch nicht, aber Daiyu hat ihr Wort gehalten. Die Blades sollten das auch", meint er, schaut aber Bomb nicht an, denn dieser macht den Eindruck, dass er kurz davor ist, dem erst Besten aufs Maul zu hauen, egal ob Red Sun oder nicht.

    Iwan_Korshunov


    Um den Kindern zu folgen, sind insgesamt vier Proben notwendig: zwei Klettern-Proben und zwei Akrobatik-Proben. Die Akrobatik-Proben sind einfach Proben (MW 2), die Klettern-Proben sind ausgedehnte Proben (bei jedem Würfeldurchgang wird der Pool um 1 kleiner. MW der Kletterproben ist 4. Sollte Labah mit Kletterausrüstung klettern, falls er welche besitzt, dann erhält er einen Würfelpoolbonus von +2. Geckotape-Handschuhe funktionieren aufgrund der feuchten Oberflächen allerdings nicht).

    -2223-


    Scar


    Scar muss nicht allzu lange warten, dann sieht sie, wie Kaze auf ihrer Maschine angefahren kommt. Mittlerweile hat sich die Umgebung gewandelt. Im Schein der Hologramme der japanischen Konzerngebäude und Anlagen bewegen sich nur noch sehr wenige Menschen. Dafür hat die Zahl der Drohnen zugenommen. Sie reinigen die Straßen, pflegen die kleinen japanischen Gärten, warten Anlagen und Infrastruktur und halten ein wachsames Auge auf alle metamenschlichen Aktivitäten.


    Kaze lässt den Motor laufen, auch nachdem sie vor der Batu Hitam Corp. gestoppt hat. Den Helm behält sie auf, deaktiviert nur die Polarisierung des Visiers, damit Scar ihr Gesicht sehen kann. Das Smart-Makeup der Japanerin macht einen aufreizenden Eindruck.


    "Komm, steig auf", meint sie. Anscheinend hat sie sofort erfasst, dass Scar zumindest nicht gänzlich erfolgreich gewesen ist.


    Als sie den Bereich der Konzerne verlassen haben, finden sie sich in einer Übergangswelt wieder. Die Nacht mit all ihrem Trubel ist noch nicht gänzlich verklungen, der Morgen mit seiner Geschäftigkeit aber auch noch nicht gänzlich angebrochen. Noch sind keine Gebetsrufe der Muezzin zu hören. Aber es sind bereits viele Menschen und Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs.


    >> Du bist sicher erschöpft. Wo kommst du unter? Wenn du möchtest, kannst du mit zu mir kommen. <<



    @Labah


    "Hier in der Gegend gibt es nichts, wo man so was kaufen kann", meint die Kleine.


    "Wir bringen dich erst hin. Danach bezahlst du uns. Onkel. Mein Name ist Ina, und das sind Ge, Tu, Yus und Nok."