[IP] Sinar Temaram / Zwielicht

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    Auf Labahs Zwinkern hin, lächelt sie ihm - zumindest ganz kurz - zu. Vermutlich ist sie erleichtert darüber, dass der Deal problemlos über die Bühne gegangen ist, auch wenn sie das niemals so zeigen oder gar zugeben würde.


    "Wir, und damit meine ich auch Chang, werden euch nach besten Kräften unterstützen. Wir sind zwar keine Gang, aber deshalb nicht frei von Ehre. Dass ich euch noch nichts über unseren Job sagen kann, liegt nur daran, dass ich ihn selbst noch nicht kenne. Da wir unseren eigentlichen Job... nicht abschließen konnten, müssen wir nun mit Option B fahren."


    Daiyu scheint mit sich selbst unzufrieden. Sie weiß, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat, aber deshalb muss sich diese natürlich nicht unbedingt gut anfühlen.


    "Ich weiß nicht, wie das mit euch ist, aber ich brauche jetzt dringend ein Bier. Was haltet ihr davon, wenn wir drinnen weitersprechen? Man kennt mich dort und ihr werdet mit demselben Respekt behandelt werden wie ich. Dann kann ich euch auch alles über den letzten Job erzählen."

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    //Drek ein Bier kann ich jetzt auch gebrauchen.//
    dachte Scar sehnsüchtig. //Mit einem richtigen Schnaps.// Wie sich die Situation entwickelte brauchte die Truppe den Drake nicht mehr. Scar wandelte sich zurück. Zurück blieb eine nackte silberne Elfe.
    Sie lächelte. //Ich glaube das ist doch etwas unangemessen, obwohl bei den Temperaturen es die einzig richtige Klamotte ist.//


    Sie konzentrierte sich auf den nächsten Zauber. Ihr nackter Körper wurde in ein luftiges weißes Sommerkleidchen gehüllt. Sie hielt die Unsichtbarkeit erst mal aufrecht auch wenn es schon sie schon an ihre Grenzen brachte sich auf zwei Zauber zu konzentrieren die sie aufrecht hielt. Durch ihre Unsichtbarkeit fiel ihr nicht auf, daß ihre Frisur total derangiert war und auch ihr Makeup nicht mehr ganz saß. Durch die ganze Aufregung hatte sie es total vergessen ihr Aussehen wieder auf die Höhe zu bringen.

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    "Das mit dem Bier klingt gut." Nickt Li der Chinesin zu. Er schiebt die Uzi zurück in sein Holster. Jetzt wo das Adrenalin abflaut merkt er seine Wunde wieder. Vielleicht kann Spark oder Scar ihn später heilen. Im Moment will er jedoch keine Schwäche zeigen. Er blickt sich um und sieht in erschöpfte und einige rußgeschwärzte Gesichter.
    Wo ist Scar? Er spürt weder eine telepathische Verbindung noch hat er die Möglichkeit per Komlink zu kommunizieren. Das sie entkommen ist weiß er. Vielleicht kann Spark einen Geist nach ihr schicken.
    "Jemand von uns fehlt noch. Und wir lassen niemand zurück." sagt er abwartend.

    Charaktere können auch nach der Charaktererschaffung schwanger werden, allerdings erhalten sie dadurch keinen Karmabonus.
    (Schattenhandbuch 2, Seite 165)

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    "Jemand von uns fehlt noch. Und wir lassen niemand zurück." sagte Li. Das war Scars Stichwort. Sie lies den Unichtbarkeitszauber fallen. Instinktiv kleidete sie sich wieder in ihre mentale Rüstung. Und kam langsam hinter dem Auto hervor.


    "Hi Boss. Was habe ich verpasst. Ich habe gehört es gibt Bier." Sie wusste daß ihr Auftritt mehr als skuril war. Eine Gang voller Orks, die aussahen als ob sie gerade einen Krieg ausfochten. Gepanzert. Verletzt. Und dann kam sie hinter dem Auto hervor. Eine silberne Elfe in einem Somerkleidchen. Ohne Panzerung. Ohne Waffen. Kaum verletzt. Größer konnte der Kontrast nicht sein.
    Sie lächelte.

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    Als Scar so unvermittelt auftaucht, und dann auch noch in diesem für die Gang untypischen Aufzug, wirkt Daiyu weniger überrascht, als man es hätte erwarten können. Sie hat ihre Mimik und ihre Körpersprache gut im Griff. Grüßend nickt sie Scar zu.


    "Ich bin Daiyu."


    Mehr sagt sie nicht. Anscheinend hält sie es für nicht notwendig, die ganze Geschichte noch einmal zu erzählen. Mit einem Blick zu Li geht sie voran und öffnet die schwere Metalltür, die in den Laden führt.


    Die Gruppe erwartet eine schlichte, aber augenscheinlich recht gut ausgestattete Untergrundbar. Es sind nur wenige Gäste hier, denen vermutlich die Fahrzeuge gehören, die nebenan in der kleinen Tiefgarage stehen. Roher Beton, massive Strukturen - schlicht, aber langlebig. Es wirkt, als hätte man alles Überflüssige weggelassen. Nur die Beleuchtung wurde derart angepasst, dass ein wenig Barstimmung aufkommt. Es ist ein dämmriges, weiches Licht, das der rohen Bauweise etwas von ihren Kanten nimmt.


    Daiyus scheint man hier tatsächlich zu kennen. Einige neugierige Blicke werden zwar in Richtung der Neuankömmlinge geworfen, sonst aber stellt sich den Jade Blades niemand in den Weg. Die Chinesin okkupiert einen der größeren Ecktische, wo genug Platz für sie alle zu finden ist. Dann, so als wolle sie ihr gemeinsames Bündnis bekräftigen, ordert sie eine Runde Tsingtao, die auf ihre Kosten geht.

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    Labah schaute kurz irritiert Richtung der Silberelfe. Im Sommerkleidchen über die Straße. Vielleicht hat Sie ja einen Sonnenstich.

    Die Einladung von Daiyu scheint er gut zu finden. Er folgt Ihr in den Laden, setzt sich in Ihre Nähe und widmet Ihr scheinbar mehr Aufmerksamkeit als eigentlich nötig.


    " Dann erzähl mal. "

    Aktuelles SL Projekt " Auslegungssache " (Foren Run)
    Hauptcharakter: "Iwan " ( Strassensamurai )


    Erfahrener Meister und Spieler seit Edition 3.0 8)

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    Perdana hält sich erst einmal an Gede. Drinnen setzt sie sich eher an eine Ecke vom Tisch. So gehört sie irgendwie noch dazu, ist aber auch weit genug weg um einem nicht direkt ins Auge zu fallen. Das hier ist eine Sache der Blades. Ihnen obliegt es hier zu verhandeln. Die Elfe sitzt nur mit dabei, um, wenn es von ihr verlangt wird, etwas zum Thema beizutragen. Immerhin steht sie für die Rettung in der Schuld der Blades und auch der von Daiyu.

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    Daiyu gönnt sich einen ausgiebigen Schluck des gut gekühlten Bieres. Als sie die Flasche zurück auf den massiven Tisch stellt, scheint sich zumindest ein kleiner Teil ihrer Anspannung gelöst zu haben. Dann sammelt sie sich und ihre Gedanken, bevor sie zu berichten anfängt. Schnell zeigt sich, dass die Chinesin Sachverhalte kurz und bündig darstellen kann und dass sie versucht, auf alle unnötigen Ausschmückungen, die viele Menschen hier im Sprawl so sehr schätzen, zu verzichten.


    "Natürlich kenne ich nicht die richtigen Namen hinter den Personen, aber das war euch sicher bewusst. Der Mann, der uns angeheuert hat, hat sich selbst Sadewa genannt. Das ist, wie ich herausgefunden habe, ein Name aus der javanischen Mythologie."


    Sie schaut kurz in die Runde, um anhand der Reaktionen herauszufinden, ob irgendeiner der Blades sich damit auskennt. Dann fährt sie fort.


    "Bei Sadewa handelt es sich um einen der Pandawa Lima, der mythischen Heldengestalten aus den Sagen und Legenden. Er ist der Bruder von Nakula und gilt als äußerst Weise, als guter Taktiker, aber auch herausragender Krieger. Interessanterweise hat sich der andere Mann, den wir noch kennengelernt haben, asl Nakula vorgestellt. Mittels dieser Verbindung bin ich auch darauf gekommen, dass es sich bei den beiden Namen um Decknamen, oder wie wir in den Schatten sagen, Straßennamen, handelt."


    Daiyu greift wieder nach ihrem Bier und nimmt noch einen Schluck, damit die Blades genug Zeit haben, über das Gesagte nachdenken zu können.


    "Es sollte auch noch einen dritten Mann geben; zumindest ist er erwähnt worden. Getroffen habe ich ihn aber nicht. Sein Name lautet Rachmanto. Er hatte wohl auch einen Partner. Diese beiden Männer sind, so denke ich, ebenfalls Runner. Bei Sadewa und Nakula bin ich mir da nicht sicher. Sie sahen nicht wie Konzernleute aus, aber Sadewa hätte durchaus einer sein können. Nakula war da schon eher der Mann für's Grobe. Außerdem habe ich bei ihm eine Erkennungsmarke gesehen. Diese Dinger, wie sie von manchen Militäreinheiten genutzt werden."

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    Li blickt über die Schulter und lächelt Scar kurz zu als er erleichtert fesstellt das ihr nichts passiert ist. Er hofft das jemand aus der Gang ihre Klamotten mitgebracht. Explodierende Häuster oder überstürzte Rückzuge hatten sie ja nicht eingeplant.


    Nun sitzen sie zusammen in dieser Bar und mit dem verebbenden Adrenalin spürt Li nun seine Wunde wieder. Dennoch lauscht er konzentriert den Ausführungen der Runnerin.
    Rachmanto? Das war doch der Mistkerl den er verbrannt hat.
    "Um Rachmanto und seinen Partner haben wir uns gekümmert. Ich denke der ist aus dem Spiel. Dieser Nakula macht mir mehr Sorgen. Wenn der vom Militär ist hat er vielleicht Zugriff auf exotische Hardware wie Panzerfahrzeuge. Zumindest hatten wir mit sowas vor kurzem zu tun. Und könntest du diesen Sadewa beschreiben. Es gibt da eine komische Gestalt mit einem altmodischen Hut den wir noch nicht zuorden können."

    Charaktere können auch nach der Charaktererschaffung schwanger werden, allerdings erhalten sie dadurch keinen Karmabonus.
    (Schattenhandbuch 2, Seite 165)

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    Spark hatte angespannt dem Gespräch von Li und Daiyu zugehört und sich nicht nur einmal auf die Zunge gebissen. Klar hätte er seine eigene Meinung einfach kundtun können - er war immerhin der Dukun der Gang. Trotzdem war er sich sicher, dass es speziell für die kleine Chinesin eher negativ gewirkt hätte.


    Wirklich wohl war ihm bei dem Arrangement nicht wirklich, dazu war zu vieles unklar. Aber er kannte Li lange genug und hatte auch lange genug auf der Straße überlebt um zu erkennen, dass sie bzw. Li letztlich gar nicht viele andere Möglichkeiten blieben. Er nickte Li kaum merklich zu, um ihm auch seine Zustimmung zu signalisieren, dann war er ebenso überrascht, Scar hier auftauchen zu sehen und natürlich in einem völlig deplatzierten Outfit. Ein kurzer Blick in den Astralraum zeigte jedoch, dass das Kleidchen nur ein Zauber war. Nackt in eine Untergrundbar marschieren und das als silberne Elfe? Die Kleine hat echt einen an der Waffel! ging es Babang durch den Kopf.


    Dann trat er nach Li und Daiyu in die Bar und nahm freudig das Angebot der Chinesin wegen des Biers an. Er lauschte konzentriert ihren Erzählungen und seine Hand ballte sich unwillkührlich zur Faust. Rachmanto! Dieser Wichser hatte einen hohen Blutzoll von den Blades gefordert! Grimmig musste er daran denken, wie Li den Leichnam abgefackelt hatte.


    Li stellte die richtigen Fragen, daher genoss Spark für den Moment erst einmal sein Bier und den kurzen Augenblick der Entspannung. An Li schickte er aber auch eine Nachricht per Komm:
    << Hey Li, wie siehts aus, soll ich mal versuchen, deine Kratzer von der Explosion bei der Lagerhalle zu flicken? Nicht dass die uns wegen des ganzen Blutes nachher noch einen Wischmob in die Hand drücken? >>

  • -1302-


    Scar gesellt sich zu den anderen Blades. Sie umarmt sie kurz zur Begrüßung. Li etwas länger. Dann setzt sie sich zu den anderen und nimmt erst mal ein paar Züge von dem Bier bis das Glas halb leer ist.


    Während Daiyu erzählt will Scar nach ihrem Link greifen um sich in der Kamera an zu schauen. Aber sie fasst ins Leere.

    "Drek hat jemand mein Link? Da sind Nacktfotos von mir drauf und ich habe echt kein Bock, daß die auf irgendeiner Seite landen."
    Sie greift sich das Link von Li und schaut über die Selfiekamera sich an. Während sie ihr Äußeres überprüft ändert es sich auch. Das Make-up wird wieder aufgefrischt und die Frisur sitzt. Der Drek verschwindet. Auch aus den Zähnen.


    Dann erwähnt Daiyu Rachmanto. Scar lässt fast das Link von Li fallen. Sie spürt wie Katze in ihrem inneren böse faucht.

    //Drek ich hoffe nicht, daß wir dem noch mal begegnen.//
    denkt sie grimmig, fast panisch. Dann kommt die Nachricht von Spark rein. Es lenkt sie ab. Und verscheucht die düsteren Gedanken.

    "Hier für dich Boss".
    Sie gibt Li das Link wieder.


    Das was Daiyu erzählt hatte lies sie ihre gute Laune fast vergessen.


    //Sollten die alle unter einer Decke stecken? Wer war dann der Drahtzieher?//
    Den nächsten Gedanken wollte sie nicht zuende denken. Aber ihr schoss das Bild von Goldschnauze in den Kopf. Sie verscheuchte den Gedanken so schnell wie Möglich.
    Sie war so glücklich am Leben zu sein und irgendwie genoss sie es "nackt" vor allen zu sitzen. Sie hatte jetzt Feierabend.

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    Als Scar die einzelnen Blades zur Begrüßung umarmt, zuckt Gede, als er an der Reihe ist, unmerklich zusammen - mehr noch, als er spürt, dass Scar nicht das am Leib hat, was er an ihr sieht. Es gelingt ihm gücklicherweise noch, die Schamesröte, die sich auf seinem Gesicht ausbreiten möchte, zu unterdrücken. Innerlich flucht er, aber nach außen hin lässt er dies natürlich nicht dringen. Er spricht ein kurzes Gebet an Allah, die Geister seiner Ahnen oder wen auch immer und entschuldigt sich dann in Gedanken bei Sai. Er hofft inständig, dass Scar die Verhandlung mit der Chinesin nicht sprengen wird, denn auch er erkennt den Ernst der Lage.


    Als Scar Daiyu einfach ins Wort fährt, lässt sich die Chinesin dadurch zwar nicht aus dem Konzept bringen und spricht einfach weiter, aber die Elfe wird von ihr dennoch kurz mit einem deutlichen Blick bedacht. Anscheinend ist es Daiyu nicht gewohnt, dass man sie unterbricht. Auch Scars Verhalten wird von der Chinesin aufmerksam, aber kommentarlos registriert. Bule, möchte sie schon sagen, hält sich aber zurück, da sie ihre neu gewonnenen Geschäftspartner nicht direkt beleidigen möchte. Immerhin hat die Elfe den Anführer mit "Boss" angeredet, also scheint dieser seine Gang zumindest oberflächlich gesehen unter Kontrolle zu haben. Möglicherweise ist sie so eine Art Konkubine? Oder steht dieser Li vielleicht auf aufmüpfige Frauen? Daiyu ist sich bewusst, dass auch sie keinesfalls dem klassischen Bild einer Chinesin entspricht, falls so etwas überhaupt noch existiert. Dennoch kennt sie die Spielregeln, die hier gelten. Ausländer, Bule, spielen meist nach ihren eigenen Regeln, aber Daiyu hat schon länger keinen mehr gesehen, der die Gepflogenheiten derart mit Füßen tritt wie diese bizarre Elfe. Sich ihr nicht namentlich vorgestellt zu haben, obwohl sie der Elfe ihren eigenen Namen genannt hat, gleicht für die Chinesin einem Schlag ins Gesicht. Aber so sehr sind sie in Schwierigkeiten, dass Daiyu wohl oder übel erkennen muss, dass sie keine andere Wahl hat, als mit diesen Gangern zusammenzuarbeiten.


    Diese schmerzenden Tatsache in ihren Gedanken umherspukend, wendet sich Daiyus Aufmerksamkeit wieder vollends Li zu. Sie denkt kurz nach und beschreibt dann Sadewa. Perdana fährt ein Schauer über den Körper. Sie erkennt in der Beschreibung der Chinesin den Mann wieder, der sie vor der Ruine des "Gerhana" niedergeschossen hat, um sie dann zu entführen und als Lockvogel für seinen teuflischen Plan zu benutzen. Auch die anderen meinen darin den dritten Mann zu erkennen, den sie bei ihrer Verfolgung von der Moschee aus verloren haben.


    Daiyu leert ihr Bier. Dann ist es an ihr, Fragen zu stellen:


    "Ein Mann mit belangkon?", fragt sie und meint damit die runde, traditionelle javanische Kopfbedeckung, die zumeist aus Batik-Erzeugnissen hergestellt wird und in den alten Zeiten ausschließlich von Männern getragen wurde.

    "Könnt ihr den Mann näher beschreiben?"

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    Auch Li ist einen Moment von Scars Umarmung abgelenkt da ihr nackter Körper Erinnerungen wachruft. Zum Glück erscheint ihre Illusionskleidung wenigstens optisch perfekt wenn auch unangemessen.
    Wie so oft irritiert das unkonventionelles Auftreten die chinesische Runnerin wenn auch nicht so schlimm wie es bei dem Major der Fall war.
    <Gute Idee Bruder, aber schau erst ob es anderen hier schlechter geht.> sendet er Spark als er das Kom zurück hat und antwortet dann:
    "Darf ich vorstellen: die Silberne Dame heisst Scar. Sie ist noch nicht lange hier im Sprawl. Was den Mann mit dem Belangkon angeht, den hat nur das Mädchen gesehen." Dabei blickt er Perdana an und macht ihr ein Zeichen herüberzukommen.

    Charaktere können auch nach der Charaktererschaffung schwanger werden, allerdings erhalten sie dadurch keinen Karmabonus.
    (Schattenhandbuch 2, Seite 165)

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    Daiyu nickt Scar noch einmal grüßend zu, wie sie es auch schon bei Scars plötzlichem Erscheinen in der Tiefgarage getan hat. Dann wandert ihre Aufmerksamkeit zu Perdana. Als Daiyu und Chang nach dem Kampf auf dem Dach den bewusstlosen Labah in das Zimmer über der Halle geschleppt haben, war ihr das Mädchen in dem Bett aufgefallen. Sie hatte gewusst, dass Sadewa Gefangene hatte machen wollen, um den Rest seiner Feinde zum Ort des Geschehens zu locken. Immerhin ist es ihr Auftrag gewesen, einen Hinterhalt zu legen, von dem sie aber angenommen hatte, Sadewa und Nakula würden ihn gleichfalls unterstützen. Das zumindest war es, was Sadewa ihr, ohne eine Miene dabei zu verziehen, erzählt hatte.


    Dass sie dem Mann dabei Glauben geschenkt hatte, wurmte sie noch immer. Bisher war es ihr stets gelungen, die Leute, mit denen sie Geschäfte machte, zumindest so weit zu deuten, wie es erforderlich war. Immerhin war sie nicht neu im Geschäft, hatte es geschafft, auf den Straßen des Sprawl zu überleben, seit sie selbst dem Gangleben den Rücken gekehrt hatte und zu einer unabhängigen Runnerin geworden war.


    Dabei war der Balanceakt zwischen den Syndikaten, den Machenschaften der Konzerne und der ständigen Bedrohung durch die Staatsgewalt in Form des Militärs immer ein schwieriger gewesen, aber Daiyus Gespür und ihre Talente hatten sie bisher davor bewahrt, größere Fehltritte zu machen. Zumindest bis vor einiger Zeit - jener Zeit, als alles damit begann, furchtbar kompliziert zu werden.


    Sie war sich ihrer sicher gewesen - zu sicher. Jiāo bīng bì bài, geht ihr eines der vielen Sprichtwörter durch den Kopf, die ihre Landsleute immer gerne für jede Situation parat haben. Hochmut kommt eben vor dem Fall. Und nun sitzt sie hier. Und wenn sie nicht bald das Geld aufbringt, dann wird es ihr schlecht ergehen. Nach diesem längeren Gedankengang in ihre eigene Vergangenheit blickt sie auf das Mädchen. Es in dem Bett gesehen zu haben, als Gefangene, wohlmöglich bereits berührt von diesem widerlichen Nakula - das hat sich einfach nicht richtig angefühlt. Daiyu gibt sich keiner Illusion hin - auch sie ist eine Mörderin, hat mehr als einmal Menschenleben genommen. Aber jedes dieser Leben hat sich zu wehren gewusst, hat eine reale Chance besessen, den Spieß umzudrehen und sie zu besiegen. Sie hätte das Mädchen befreit, auch wenn die Sache mit dem Sprengstoff nicht gewesen wäre. Ihre Ahnen hätten ihr das sonst niemals verziehen. Gespannt wartet sie nun darauf, was Perdana zu berichten hat.

  • -1306-


    Die Blicke von Daiyu verwirrten Scar. Sie erinnerte sich wie die Runnerin ihr eintreten in die Tiefgarage bemerkt zu haben schien.

    "ach ja wo bleiben meine Manieren."
    sagte Scar als ob sie etwas total geistesabwesend und unaufmerksam gewesen war als Li sie vorstellte. Sie beugte sich über den Tisch und reichte Daiyu die Hand.
    "Freut mich dich kennen zu lernen Daaiyu. Wie mein Boss schon gesagt hatte ich bin Scar. Ich komme aus Seattle." sagte sie. "Sag mal kennen wir uns. Irgendwie meine ich dich schon mal gesehen zu haben? Vielleicht Manhattan oder Frankfurt?"


    Laut wie sie war verfolgte sie aber eine Strategie. Sie wollte wissen wie Daiyu reagierte und sie lenkte ihren Blick in den Astralraum.

  • -1307-


    Als Li sie anspricht, nickt die kleine Elfe und rutscht von ihrem Sitz. Sie macht einen kleinen Schritt zurück und wendet sich an Daiyu. Die Elfe verbeugt sich leicht vor der Chinesin und sagt.


    "Ich grüße dich. Mein Name ist Perdana. Ich bin dir sehr dankbar, dass du mir das Leben gerettet hast. Ich stehe damit in deiner Schuld und werde mein Bestes tun, um diese Schuld zu begleichen."


    Dann verneigt sie sich vor Li und sagt:


    "Ebenso gilt mein Dank den ehrenwerten Mitgliedern der Jade Bades für die Rettung meines Lebens. Wenn ich etwas für euch tun kann, dann zögert nicht mich darum zu bitten."


    Ich Tonfall und ihrer Haltung zeigen deutlich, dass sie es auch so meint, wie sie es gesagt hat. Erst nach dem diese Formalitäten abgehandelt worden sind, beginnt sie alle Männer ihrer Gegner zu beschreiben, deren Bekanntschaft sie in den letzten Tagen gemacht hat. Hin und wieder schließt sie ihre Augen und versucht sich so genau wie möglich zu erinnern, bevor sie fortfährt. Sie beginnt mich Rachmanto und seinem Kumpel, gefolgt von den Begegnungen mit dem gruseligen Mann und endet mit den Männern in dem kleinen Raum, in dem sie gefangen gehalten worden ist. Während der gesamten Zeit steht sie. Nach dem sie geendet hat wartet sie ab, ob einer der Anwesenden noch eine Frage an sie hat.

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    Natürlich lehnt Daiyu die von Scar angebotene Hand nicht ab, auch wenn sie sonst niemanden hier mit Handschlag begrüßt hat. Als Scar wieder zu sprechen beginnt, obwohl Daiyu bereits auf eine Antwort von Perdana wartet, widmet sie sich dann aber doch noch einmal dieser seltsamen Elfe. Sie lächelt dabei.


    "Ich bin mir sicher, dass ich dich in Erinnerung behalten hätte", antwortet sie ihr auf ihre Frage hin. Dann betrachtet sie mit Wohlwollen Perdanas Vorstellung. Sie schätzt das Gebaren der kleinen Frau und auch die Art und Weise, wie sie ihre Dankbarkeit ausdrückt. Mit einem anerkennenden Nicken bedeutet sie Perdana schließlich fortzufahren und lauscht dann ganz aufmerksam den Beschreibungen.


    Erst als Perdana geendet hat, erhebt Daiyu wieder ihre Stimme.


    "Nein, diesen Mann kenne ich nicht."


    Sie blickt wieder in Lis Richtung.


    "Ich hätte da einen Vorschlag. Ich kenne jemanden, der etwas über Sadewa und Nakula herausfinden könnte. Er ist ein ziemlich guter Hacker. Allerdings auch nicht billig. Es gäbe da aber eine Möglichkeit, bei der ich ihn dazu bekommen könnte, die Sache ohne Nuyen in Angriff zu nehmen. Allerdings wären dabei eure ... Talente gefragt. Ihr seid doch eine Go-Gang, oder?"

  • -1309-


    Li ist erleichtert das Scar und Daiyu nun doch recht locker mit einander umgehen. Locker für Javanische Verhältnisse.

    Und noch erleichterter ist er als Spark ihm seine Hand auf die Schulter legt und seine Heilmagie fließen lässt während Perdana von ihren Erlebnissen berichtet.


    Als Daiyu dann wieder ihre Aufmerksamkeit ihm zuwendet antwortet er:


    "Wir sind ziemlich schnell auf den Straßen unterwegs, wenn du das meinst."

    Charaktere können auch nach der Charaktererschaffung schwanger werden, allerdings erhalten sie dadurch keinen Karmabonus.
    (Schattenhandbuch 2, Seite 165)

  • -1310-


    Daiyu lächelt.


    "Ja, genau das meine ich."


    Sie blickt in die Runde, vielleicht neugierig darüber, wie die Blades auf ihren Vorschlag reagieren, obwohl ihrer Mimik nur wenig davon anzusehen ist. Mit den schlanken und geschickten Finger an der Bierflasche spielend, fährt sie fort.


    "Es ist so. Dieser Hacker. Er investiert bei Straßenrennen, genauer gesagt beim nächsten Raja."


    Natürlich haben Blades schon einmal von dem legendären Raja gehört. Es ist ein exzentrisches Straßenrennen, das nur einmal im Jahr auf den Straßen des Sprawl ausgetragen wird. Und zwar immer in einer stürmischen, gewitterreichen Nacht. Organisator ist ein alteingesessener Javaner, den man selbst nur unter dem Titel "Raja" kennt, dem alten Königstitel des hohen javanischen Adels. Ein ziemlich geheimnisvoller Mann, der sich mit noch geheimnisvolleren Sitten umgibt. Gemäß den alt-javanischen Überlieferungen, dass der König die pusaka, die Objekte der Macht, um sich zu versammeln habe, um die kosmische Energie, sakti, auf sich zu konzentrieren und zu bündeln, glaubt dieser moderne Raja, dass die Straßen des Sprawl die Adern dieser neuen kosmischen Energie seien und er deshalb die besten Fahrer um sich versammeln müsse, um durch das Rennen die Kraft in sich zu bündeln, aus der alles gewoben ist. Und wenn die alt-javanischen Helden, tief versunken in ihre Meditation, alle Kraft in sich vereinen, dann bebt die Erde und Gewitterstürme toben am Himmel. Deshalb findet das Rennen immer bei Sturm statt. Die meisten Sprawl-Bewohner, die von Raja wissen, halten ihn für wahnsinnig, aber niemand würde das aussprechen, fürchten sich doch dafür die meisten noch immer zu sehr vor diesen alten Legenden und Sagen.


    "Das letzte was ich weiß ist, dass ihm die drei Fahrer abgesprungen sind, die er eigentlich aufstellen wollte", erklärt Daiyu weiter.


    Mit "abgesprungen" muss Daiuy wohl "tot" meinen, denn niemand würde die Ehre zurückweisen, bei diesem Rennen mitzumachen. Zumindest sind das die Gedanken, welche die Blades dazu haben. Es soll ziemlich schwierig sein, dort in die Aufstellung zu gelgangen und ein jeder, der daran teilnimmt, dem ist der Ruhm der Straße gewiss.


    "Also, wie sieht es aus? Können die Jade Blades drei Fahrer stellen, die das Raja Stolz machen?", fragt Daiyu mit einer deutlichen Spur der Herausforderung in ihrer Stimme.

  • -1311-


    Als Perdana fertig ist verneigt sie sich noch einmal leicht und setzt sich wieder hin, als keine Nachfragen mehr kommen. Erschöpft nippt die kleine Elfe an dem Bier. Seit dem Ausbruch ihrer Krankheit braucht sie nicht mehr so viel Nahrung wie früher. Daher ist sie mit ein paar Schluck zufrieden. Als die Frage nach einem Fahrer aufkommt, fällt ihr ein, dass ihr Bike noch immer in der Nähe des Gerhana stehen müsste.


    //Diese scheiß Aktion von Rachmanto hat mich eine enorme Menge an Geld gekostet. Den Ertrag den mir das Bike einbringen wird, der wird wohl kaum die Unkosten decken. Ganz zu schweigen davon, dass mein gutes Com jetzt in den Händen von diesen Spinnern ist. Fuck. Ich sollte mein Bike holen und nach Hause fahren. Meine Schwester und Gedes Bruder machen sich bestimmt schon Sorgen. Aber ich kann Gede nicht um noch einen Gefallen bitten. Er sieht ohnehin schon recht müde und schlapp aus.


    Was diese Aktion beim Rennen angeht, da bin ich eh raus. Ich kann nicht gut genug fahren. Wer weiß ob die überhaupt ein Bike haben, dass sie für das Rennen benutzen können. So wie es beim letzten Mal aussah, waren sie gerade von ihrem Unterschlupf geflohen und mussten recht viel da lassen.//


    Ganz in Gedanken klaubt sich Perdana einen Kronkorken vom Boden und lässt ihn unterbewusst zwischen ihren Fingern hin und her gleiten.