Beiträge von Morgana Blank

    Mein Vorschlag für ein "Skript": Erstes aufeinandertreffen, als Gesamtgruppe, danach die erste Mission, danach die gemeinsame Downtime, danach schauen wir weiter, wie viel Spaß uns der Forenrun macht und ob wir daraus eine längere Kampange machen.


    Wie klingt das?

    Natürlich ist es ein Grundpfeiler von Shadowrun, dagegen wurde nie etwas gesagt. Genauso wie Orks auch. Ich habe ja nicht gegen Cyberware argumentiert, sondern dafür, dass man aus dem Problemen auch wiederum rollenspielerisch herausholen kann.

    Und ja, das Cyberware hackbar ist, ist scheiße. Weshalb ich auch grundsätzlich so etwas bei mir am Tisch gegen die Spieler nicht anwende. Wenn es die Spieler wiederum beim Gegner tun, dann hat der Decker mal wenigstens was interessantes zu tun. Allgemein versuche ich den Decker bei mir ein wenig anders zu behandeln, als das er nur nebenbei etwas macht, sondern ihn dazu zu erziehen mehr in das Geschehen einzugreifen. Da in dieser Welt alles Wifi hat ist auch alles Hackbar, heißt: Warum nicht bei einer Schießerei im Hotelflur eine Granate mit Zeitzünder per selbstfahrendem Servicewagen zum Gegner schicken?

    Warum nicht ein vorbeifahrendes Auto spontan dazu zwingen in den Gegner reinzucrashen? Allgemein finde ich kann man auch aus SR5 viel machen, wenn man Hacker kreativ sein lässt um ins Kampfgeschehen ein zugreifen.

    Mal so nebenbei gefragt: Was ist schlecht an der Stigmatisierung von Charakterklassen, ich habe damit absolut kein Problem. Soziale Stigmatisierung ist doch eine wunderbare Möglichkeit um Storys zu erzählen, um die Welt lebendiger zu machen. Ich finde das im Gegenteil hochfaszinierend. Auch deshalb spiele ich doch in meiner einen Japan Runde explizit einen Ork. (Nur damit es nicht falsch rüberkommt, ich spiele auch normale Charaktere, das sollte man ja auch hier sehen in Form von Einnard und in Form von Bobby Dollar, der schon etwas verrückter ist aber an sich noch relativ normal).


    Ganz davon ab hatten wir einen Krieg auch in der 4. in Form vom Drachenbürgerkrieg und Atzlan vs. Amazonien. Fand ich jetzt nicht so spannend, also ja der Drachenbürgerkrieg hatte was aber, da bin ich eigentlich kein Fan von.


    Mein Vorschlag für ein Szenario wäre: Wie wäre es, wenn wir mal die Zeichen der Zeit (unserer Zeit) nehmen und uns mal wirklich und explizit mit dem Thema Umweltzerstörung und rebellierender Natur auseinandersetzen. Eine kleine Apokalypse in der die Welt versucht den Erreger Menschheit mit dem sie Infiziert wurde mal wieder einzudämmen. Ich meine damit nicht toxische Magier, wobei auch die gerne dabei vorkommen können, sondern eher so etwas, wie es in Afrika passiert, dass der Dschungel sich weiter ausdehnt und die Menschlichen Siedlungen sogar in Küstennähe um das Überleben kämpfen. Man könnte das langsam aufbauen, dass erst nur die Leute auf der Straße merken, weil die eben direkt spüren, dass mehr Leute verschwinden, Teufelsratten gefährlicher werden etc.. Dann bricht eine zweite Schwarze Flut über die Nordsee herein und Deutschland befindet sich einmal wirklich in der Endzeit, wenn es darum geht Hamburg irgendwie zu retten. Gleichzeitig zerstreiten sich Konzerne, weil es plötzlich schwieriger wird an alle möglichen Ressourcen heran zu kommen. Der Umsatz abnimmt sie sich durch eine verknappende Nachfrage gegenseitig zerfleischen müssen. Gleichzeitig müssen sogar sie einsehen, dass eine Lösung nötig ist, um den Kampf ums überleben der Menschheit, will heißen um ihre Profite, zu gewinnen.

    Zumindest solange, bis man im persönlichen Umfeld einen echten Fall von Alzheimer/Demenz hat.

    Das heilt dann nachhaltig vor solchen Gelüsten/Fetischen nach rollenspielerischer Herausforderung.

    Zunächst einmal habe ich so einen Fall und nein das hat mich nicht "geheilt", was auch immer das bedeuten soll. Das ist eine Logik, als würden mich die Erzählung von Geschichten über Selbstmord abstoßen, nur weil ich selbst über ein ganzes Jahrzehnt lang Suizid gefährdet war.

    Ich weiß nicht, warum du PnP spielst. Ich tue es um Erfahrungen zu machen. Grenzerfahrungen, an die ich auf anderem Wege niemals herankommen könnte. Und dabei geht es mir nicht um einen Fetisch, der befriedigt werden soll. Es geht um die reine Suche nach dem neuen. Ob ich in Vampire einen Charakter spiele, der sich vor Verlangen, danach seine Fangzähne in seine Geliebte zu schlagen, selbst umbringt um dem Kreislauf des Mordens, zu dem er gezwungen ist zu beenden. Ob ich in Cthuhu einen Mann spiele, der ein Persönlichkeitsspaltung in sich trägt und zwar die Persönlichkeit des Massenmörders, den ich persönlich getötet habe. Ob ich in Legend of the Five Rings an mir selbst ausprobiere, wie weit es möglich ist meine gesamte Existenz in ein vollständig anderes Weltbild hineinzudenken. Ob ich in Shadowrun eine liebende Mutter spiele, die ihr Kind verteidigt.

    All das sind Erfahrungen, die mir im realen Leben nicht zugänglich sind. Es war ein faszinierender Moment, als ich als Spielercharakter Schwanger wurde und es ist nur schwer zu beschreiben, wie es war ein fiktives Kind zu erhalten. Einer der schönsten Momente in meiner ganzen Rollenspielzeit. Alls Mann ist es für mich relativ schwer Schwanger zu werden. Das PenAndPaper hat mir ermöglicht dieser Erfahrung so nahe zu kommen, wie es als Mann nur möglich ist. Diese Erfahrungen sind es nach denen ich suche.

    Darum spiele ich PenAndPaper um Glück und Leid von einer Art zu erhalten, die ich sonst nicht erleben könnte.

    Ich versuche es mal auf eine andere Ebene zu heben. Ich interessiere mich vor allem aus einem Grund für Shadowrun: Weil ich mich für Politik interessiere, sowohl für ihre Auswirkungen, als auch für ihre Entstehung. Zugleich bin ich auch leidentschaftlicher Philosoph und aus dieser Warte betrachtet ist KFS eine durchweg interessante Idee gewesen, weil hier sehr viele Probleme behandelt werden, denn ja es ist natürlich da stimme ich zu ein Aufguss von den Insektengeistern, aber KFS ist um ein vielfaches interessanter als Insektengeister:

    Warum?

    1. Haben wir es hier mal mit einer intelligenten Motivation des Feindes zu tun: Was wollten Insektengeister? Erobern, was wollten Shedim? War nie so ganz klar außer mehr von sich auf die Welt zu bringen etc. Der Ursprung von KFS hingegen ist eine gesellschaftliche Gruppe, welche von der Gesellschaft ausgestoßen worden ist und an der experimentiert wurden und die einen Befreiungsschlag versucht hat um frei zu kommen. Die Frage die KFS stellt ist also grob gesagt: Ist es erlaubt zur Erkämpfung der eigenen Befreiung unschuldige Kollateralschäden in kauf zu nehmen. In so fern finde ich auch das umgehen mit den Monaden interessant erlaubt man ihre Existenz, da sie sich "nur" befreien wollten und es dabei zu Kollateralschäden kam oder sieht man ihnen, was sie eben auch sind: Nämlich Wesen, die einen Virus geschaffen haben, der das Ziel hat Individuen auszulöschen.


    2. Ist die Reaktion eben wegen dieser Lage deutlich gespaltener und jede Fraktion in der bekannten Welt geht damit anders um. Evo will die Monaden für sich nutzen, die CAS möchte am liebsten alle Monaden umbringen etc.


    3. Ist Boston Lockdown in den Möglichkeiten, was man dort rausholen kann deutlich interessanter, als Chicago eben weil es sehr unterschiedliche Arten von Monaden gibt, die sich auf sehr unterschiedliche Varianten verhalten, die man eben drum zum Teil gar nicht erkennen kann.


    4. Hat der Plot dafür gesorgt das der uninteressanteste Konzern überhaupt aus dem Plot gekickt wurde und wir stattdessen JOHNNY SPINRAD als CEO eines Megakons haben. Was will man mehr?


    5. Ist das ausspielen eines Charakters der langsam Wahnsinnig wird doch um ein vielfaches Interessanter, als ein Charakter, der durch einen Guhl infiziert wird. Guhle haben eine körperliche Infektion, aber hier geht es um deinen Geist. Der Kontrollverlust ist auf einer deutlich interessanteren und subtileren, auch weil langfristigeren Ebene. Einen Charakter über eine ganze Kampange lang verzweifelt versuchen lassen, die Kontrolle über sein selbst zu bewahren, seiner Umgebung gegenüber den Kontrollverlust zu verheimlichen. Die Interaktion mit der anderen Persönlichkeit ist ebenfalls ein spannendes Thema. Ja auch ein Guhl erzählt eine interessante Geschichte, Begierden die man nicht haben will sind auch ein interessantes Thema, aber dennoch eine völlig andere Kategorie


    6. Geht es um den Kontrollverlust des Homo Sapiens (und verschiedener Metavarianten) über seine eigene Schöpfung. Ich möchte diesen Punkt gar nicht zu weit ausreizen, ich empfehle einfach "Homo Deus" von Harari. Ich liebe allerdings einfach die Gesellschaft, die von ihrer eigenen Schöpfung gefressen wird als Thema.


    So, soweit zu meiner Meinung, warum ich finde das KFS Insektengeister und Shedim in besser sind

    Einer der Punkte, weshalb ich dafür wäre, wenn wir die erste gemeinsame Mission spielen, da wir aktiv kaum etwas von einander wissen, aber so tun müssen, als würden wir uns schon ewig kennen. Wobei sich die Beziehungen, ja eigentlich erst noch ergeben. Aber das ist die Sache des SLs und ich weiß ja auch nicht, was sein Plotplan ist, von daher beuge ich mich dem natürlich

    "Oh ja, es existiert und es ist schöner, als vorzustellen sich dem Menschen möglich ist. Ich weinte die ersten 3 Tage lang, die ich durch die Stadt Hasturs wanderte, in den Wassern Halis schwamm, die schwarzen Sterne beobachtete, den Sonnen bei ihrem ewigen sinken zuschaute und mit dem Fremden sprach."


    Er lächelte, fast ein wenig wahnhaft, als seine Erinnerungen daran ihn einholten.


    "Es zu erreichen ist einfach, wie schwer. Man muss nur den zweiten Akt, des Königs in Gelb lesen. Er sagt einem, welchen Weg man gehen muss. Das gelbe Zeichen führt den Weg"

    Anmerkungen zum Verhalten von Einnard. Er betrachtet jeden von euch als ein Familienmitglied. Ob wie ein Bruder/Schwester/Divers oder wie ein Sohn/Tochter/Divers muss ich noch schauen. (Wahrscheinlich letzteres, a wegen der größe, b weil er euer Vorgesetzter ist) Auf jeden Fall begrüßt er euch meistens nach dem Urlaub mit einer seiner gefürchteten Knochenbrecherumarmungen. Nicht das dies ihn in irgendeiner Form weniger Streng machen würde. Es ist legendlich sein Führungsstil. (Ganz davon ab, dass man bei den Marines so wenig Kontakt nach außen hat, dass man faktisch keine anderen Sozialkontakte als die Gruppe hat)


    Und nach jedem Auftrag, wenn man die Gelegenheit hat als Gruppe trinken zu gehen zahlt er stets die erste Runde und stößt mit den Worten: "Im Tod zeigt das Leben sein Gesicht an."

    "Indem ich neue Horizonte fand, jenseits der irdischen. Indem ich Carcosa besuchte und zahllose andere Orte"


    Er lächelt schalkhaft, verwunderlich, wenn sein Gegenüber diesen Begriff überhaupt kannte.

    Was ist eigentlich aus diesen Kristallgeistern geworden, die in glaube ich einem PDF angeteast wurden und danach nie wieder auch nur mit einem Wort erwähnt wurden? Die waren einfach mal ein schönes Konzept, mochte ich dafür, dass sie nur ne Kategorie von neuen Gegnern waren, waren die Klasse, aus denen hätte man richtig was machen können, allgemein wurden so viele geile Konzeptideen in Schattenzauber angeteast und nichts davon wurde fortgeführt.


    Und zum Thema KFS, da finde ich ja persönlich, dass das einer der besten Metaplots überhaupt ist. Vor allem sollte man nicht unterschätzen, was das für SPINoff Möglichkeiten gibt. Ich könnte mir gut eine Story vorstellen, in der alle Charaktere Monaden auf dem Schiff spielen und das erste mal mit Aliens irgendeiner Art interagieren. Wäre das nicht ne geile Storyline? Oder allgemein, dass man das erste Team ist, das einen lebensfähigen Planeten findet und diesen untersucht.

    "Ich suche nach interessanten Gesprächspartnern, außerhalb der gewöhnlichen gesellschaftlichen Normen in so fern haben sie recht."


    Der Ork bestellt mit den Fingern einen weiteren Drink

    "Nun, schattig? Vielleicht, doch schauen sie mich an, was macht ein Pariser Philosophieprofessor hier, frage ich sie. Es scheint mir nicht so zu sein, als sei Olgas Ettablisment ein so sehr schattiges oder nicht. Vielmehr halte ich es für einen Hort des Freigeistes, in unserer verkopften und verregelten Gesellschaft, schauen sie sich um und nicht auf die beiden Militärs, die den Blick versperren, dieser Ort ist einer der seltenen Orte, an denen man frei Atmen und noch freier Denken kann. Fast schon wohnt ihm eine magische Kraft inne, die den freidenkenden aus der düsteren verzerrten Welt an diesen Ort spült."


    Der Ork wird immer extatischer während er spricht. Es scheint, als würde er es genießen endlich an ein Gesprächsthema gelangt zu sein, dass von ihm für Interesse ist.

    Noch schlimmer wird langsam schwierig bei den infizierten. Und ja, das Tarot war irgendwie seltsam, auch weil keiner verstanden hat, was man damit eigentlich bezwecken wollte. Allgemein habe ich ja die These, dass die Shadowrunautoren ab der 4. nicht mehr wirklich wissen, was mit der Magie anzufangen ist. Sie ist zwar als Gameplayvariable immer da, aber es gibt keine spannenden Metaplots mehr darum, egal was sie versuchen, sei es nun Hof der Feen, das Tarot, haben sie sonst was versucht? Außer den Schulterschluss mit allen Leuten zu machen, die immer schon Blutmagie praktizieren wollten.

    Ich finde ja, man sollte mal wieder einen Metaplotband, wie Emergenz machen, die Art von Bänden vermisse ich sehr. Ich meine ich bin ein Sohn der 5. Edi, das gebe ich gerne zu, aber das hat die 4. einfach gut und besser gemacht.

    Im übrigen, da ich mir die 6. im Moment auf finanziellen Gründen nicht kaufen kann. (Der Sprung von Schüler zu Student ist halt mitunter hart)

    Kann mir jemand sagen, ob es schon irgendwas neues zu der Nullsekte gibt? Ich empfand das einen der spannenden Metaplots, den die späte 5. zu bieten hat.

    "Ja allerdings, ein typisches Klientel für diesen Ort sind sie nicht. Wobei ich es fraglich fände von etwas für diesen Ort typischem zu sprechen."


    Wobei der Ork grinsend auf sein Gegenüber nickt