Beiträge von Tildus

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    Als Lak die Nachricht von Mike erhielt verabschiedete sie sich von Pi Nüng und seiner Familie, versprach jedoch so bald wie möglich wiederzukommen. Sonst hätte sie JayJay wohl kaum gehen lassen.
    Pi Nüng begleitete sie noch zum Kai. Nach dem virtuellen Traumwetter im SimSiam wirkte der bewölkte Himmel Hongkongs richtig trostlos. Außerdem schlug ihr ohne die Klimaanlage jetzt wieder die schwüle Hitze der Stadt entgegen.
    „Was wirst du jetzt tun, kleine Nonglak?“
    „Wenn es sein muss werden wir kämpfen, aber ich hoffe das wir mit Yu uns friedlich einigen können.“
    Pi Nüng schwieg einen Augenblick. Dann erzählte er:
    “ Damals 53, als ich selbst noch für Ideale kämpfte, hatten die Konzerntruppen die Neonkommunisten eingekesselt. Wir wurden von einer mächtigen Mae Mot begleitet. Sie prophezeite uns: der beste Platz um gegen die Konzerne zu kämpfen wären die Ruinen von Ban Chiang. Da wo die Labyrinthe der Ausgrabungsstätten sind.“

    Lak überlegte kurz, ob die Mae Mot auch eine Insektenschamanin gewesen ist von der Pi Nüng nichts gewusst hatte.
    „Und hab ihr die Schlacht gewonnen?“
    „Gegen die Konzerne?! Spinnst du? Die haben uns plattgemacht wie ein Reiskuchen!“
    „Oh. Dann war die Mae Mot wohl keine so gute Wahrsagerin?“
    „Doch. Sie sagte nur: Ban Chiang wäre von allen möglichen Orten der beste Ort für die Schlacht. Sie hat nie gesagt das wir die Schlacht auch gewinnen werden.“
    Lak schwieg eine Weile und wartete auf die Moral von der Geschichte. Als Pi Nüng nichts hinzufügte fragte sie:
    „Willst du mir damit irgend etwas sagen?“

    Pi Nüng lächelt unergründlich wie immer.
    „Nein. Aber vielleicht bringt dich das zum Nachdenken. Pass auch dich auf kleine Nonglak.“


    Er wendet sich zum gehen. Dan dreht er sich noch mal zu ihr um.
    „Du sprichst doch immer noch mit den Geistern? Falls dir mal zufällig der Geist von deinem Onkel Teim über den Weg läuft, sag ihm dass er recht hatte. Er weiß dann schon bescheid. Ach ja: und er schuldet mir noch immer die 50 Nuyen für das Ticket. „
    Pi Nüng lacht und Lak verspricht dies alles auszurichten.
    Als er verschunden ist holt Lak ihr Kom hervor und stellt eine Verbindung zu Ao her.

    Also Dexter Holland gefällt mir sehr gut. Sogar seine Werte haben schon Stil :wink:


    Lepton hat wohl nicht mal mitbekommen, daß Fanpro off geht. Ich seh da kein Problem Scheme zu ersetzen.


    edit: Obwohl ich ohne Scheme mal wieder die Quotenfrau bin :wink:

    Hallo, ich bin relativ neu hier im Forum und will gleich mal testen wie gut informiert die Leute hier sind :wink:


    Also: wenn FP sich von Shadowrun verabschiedet - wo erfahre ich denn nach dem 14 Juni welcher Verlag übernimmt?

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    Lak erzählt Pi Nüng in Kurzfassung von der Überfall in der letzten Nacht (gelegentlich unterbrochen von Dun’s Fragen wie: Was ist ein Granatwerfer, Tante Nonglak?) wobei sie die brutalen Szenen, ihren Auftraggeber und was sie genau bei den Electric Waves suchen nicht erwähnt.


    Pi Nüng hört ihr schweigend zu und runzelt die Stirn.
    "Ich bin zwar nicht mehr so aktiv im Geschäft, aber die „alte Ameise“ streckt natürlich ab und zu noch ihre Fühler aus. Diesen Yu kenn ich zwar nicht persönlich aber was man so hört ist der ein intelligenter und vernünftiger Bursche. Er hat es stets geschafft die Waves aus dem Kreuzfeuer der Straßen heraus zu halten. So ein Angriff ohne Provokation kann ich mir bei dem Mann nicht vorstellen."
    „Also meinst du jemand anderes steckt dahinter?“
    „Hmm, der einzige bei den Waves dem ich das von der Taktik und der Kaltblütigkeit her zutrauen würde wäre Tao. Als ich noch Shadowrunner war, war der noch ein korrupter Cop. Einer von der üblen Sorte. Kennst du noch den Polizei-Colonel Vikram aus Bangkok? Nein das war wohl vor deiner Zeit.“
    „Aber würde dieser Tao gegen Yu’s Befehle handeln?“
    „Möglich. Ich habe in meinem Leben schon eine Menge Verrat erlebt.“


    Pi Nüng beendet das Thema, als Jayjay mit dem Essen zurück an den Tisch kommt.
    „Na ich hoffe du kannst ein paar Tage bei uns bleiben, oder sind schon wieder Konzerne, Drachen oder noch schlimmeres hinter dir her?“ sagt Jayjay lachend.
    „Ach was, mit den Drachen und Konzernen verstehe ich mich doch super", entgegnet Lak während sie einen Gung in die Chilisauce tunkt.
    „Aber ich habe leider noch Arbeit zu erledigen und darf meine Geschäftspartner nicht zu lange alleine lassen. Ihr wisst ja wie das ist mit den Farangs. Nach unserer Arbeit kommen wir auf jeden Fall vorbei und erzählen lustige Geschichten aus Amerika.“


    Wenn wir dann noch am Leben sind.

    BtW: Ein Matrix-Fight gegen einen Technomancer traut sich Lucky Lak schon zu. Wertemässig sind da andere Hacker gefährlicher. Übel sind jedoch die Sprites - besonders wenn die in Horden auftreten 8O

    Aber wie ich aus anderen Posts erfahren habe, haben TypeRyders Char schon über 100 Karma Punkte. Die müssen natürlich weg oder alternativ auch auf unsere Chars verteilt werden :twisted:


    Wegen der Matrix: da bin auch ich nicht ganz regelfest, aber bisher hat unser "Storytelling-System" ja ganz gut funktioniert. Mit der SR3 Matrix war das viel schlimmer.


    Der Technomancer hätte mir auch rollenspielerisch gefallen, da kann man viel draus machen (z.B. das Mißtrauen gegen sie - hey die wollten in Hongkong ne Atombombe zünden!).


    Aber wie gesagt: Garuda ist der SL ^^

    Ja auch von mir noch mal ein großes Lob an Garuda!
    Kannst mir auch pm schreiben ob/welche Informationen Pi Nüng über die EWs hat und ich mach nen Text draus.


    @ Cyberwolf: Kein Problem, die Verhandlungen mit Ao können ja auch andere führen. Schön das du auch da bist.


    TypeRyder : Ein Technomancer könten wir bei diesem Run wirklich gebrauchen. Muss aber Garuda entscheiden.

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    Stanley ist einer der angenehmsten Orte auf Hongkong Island.
    Vor der Kolonialzeit war der Ort ein bekannter Treffpunkt für Piraten und Schmuggler und hieß damals Chek Chue -Räuberlager. Ein paar Piraten gibt es zwar immer noch aber sie sind heute die Minderheit.


    Als einer der wenigen nicht verseuchten Strände treffen sich hier viele Rucksacktouristen und BTL-Chipper zu den Strandpartys und trotz des hohen Metamenschen-Anteils ist die Atmosphäre entspannt wie in einer Flower-Powe-Kommune vor 100 Jahren.
    Die meisten Metamenschen die sich hier niederließen waren Flüchtlingen aus Japan oder den Philippinen aber auch Norms aus allen Ecken der Südostasiatischen Warzone und Aussteiger aus dem alten Europa bauten sich hier eine neue Existenz auf.
    Neben den Filipinos bildet auch die Thai-Community eine große Gruppe.
    Und einer ihrer lieblings Treffpunkte ist das SimSiam.


    Nachdem Lak beim Da-Wang-Gong und Tin-Hau Temple einige Räucherstäbchen für die Geister angezündet hat, nährt sie sich dem Schiff das in der Nähe einiger Touristen-Shops am Kai festgemacht ist. In Hong Kong ist es aufgrund der astronomisch hohen Mieten immer noch üblich, das einige Menschen auf ihren Schiffen und Hausbooten leben müssen.
    Das SimSiam ist jedoch eine große thailändische Holz Dschunke (na ja, es ist ein täuschend echter Nachbau aus kugelsicherem Makroplast) sogar mit Nagas und Garudas verziert.


    Über das Leben des Besitzers der SimSiam ließe sich ein ganzer Abenteuerfilm drehen, selbst wenn nur die Hälfte der Legenden war sind.
    Tosaphon Tongchaiprasit alias Nüng alias „die Ameise“ stammt wie Lak aus Udon Thani. Er war der beste Freund ihres Onkels Teim und die beiden hatten sich in jungen Jahren erst der thailändischen Armee und später den Neo-Kommunisten angeschlossen um gegen die von den Japanischen Konzernen beherrschte Marionettenregierung zu kämpfen.
    Teim starb als Lak noch ein Kind war, genauso wie die meisten Kommunisten. Zudem stellte sich heraus, das viele Kommunistischen Gruppen in Südostasien von Insektengeistern infiltriert waren, was dem Begriff Rote Ameisen eine neue Bedeutung gab.
    Nach den schweren Kämpfen in Udon Thani hatte Lak „Pi Nüng“ aus den Augen verloren, der als Söldner und Softwarepirat durch Asien und Russland zog bis er sich in Hongkong nach einem letzten großen Shadowrun zur Ruhe setzte.
    Heute gilt sein SimSiam sogar bei Japansichen Geschäftsleuten als Geheimtipp für eine der besten Karaoke-Bars in Hongkong, was auch an der bunten Mischung der Gäste liegt.
    Böse Zungen behaupten, das Nüng immer noch mit Piratensoftware handelt und noch bösere Zungen behaupten sogar er wäre in Wirklichkeit ein freier Insektengeist in Menschengestalt!
    Daher ist er bei älteren Shadowrunnern unter dem Straßennamen „Ameise“ bekannt.
    Lak glaubt die Insektengeistergeschichte nicht. Immerhin hat er doch mit seiner kantonesichen Frau 2 gesunde Kinder. Und selbst wenn er ein Insektengeist wäre gehörte er immer noch zur Familie. Aber das würden die Amerikaner nicht verstehen.


    Lak geht über eine Holztreppe an Bord und betritt die Bar. Im Inneren wirkt die Einrichtung wie eine antike Strandbar auf Koh Samui oder Phuket. An der Decke rotieren sogar alte Holzventilatoren. Pi Nüng sagte einmal, das erinnere ihn an alte Hemingway-Romane die er sehr liebt.
    Noch beindruckender ist die AR- Environment. Aus den Fenster hat man Blick auf einen thailändischen Palmenstrand mit türkisfarbenen Wasser – wie man ihn vermutlich nicht mal im realen Thailand mehr finden kann. Virtuelle Exotische Fantasie-Vögel und Schmetterlinge fliegen durch den Raum und die virtuellen Blumen scheinen sogar zu duften.
    Um diese Mittagszeit ist noch nicht viel los. Ein paar thailändische Straßenhändler und Prostituierte sitzen an einerm der Hinteren Tische und unterhalten sich leise. An der Bar sitzen einige deutsche oder holländische Touristen die sich wesentlich lauter unterhalten. Sie werden von einem filipinischen Ork bedient, den Lak nicht kennt.


    „Na wenn das nicht meine kleine Nonglak ist!“ Lak dreht sich um und sieht Pi Nüng der sie erfreut anlächelt. Obwohl er viel älter ist als sie, sieht immer noch jung und athletisch aus wie früher, auch wenn Lak glaubt ein paar Falten mehr um seine Augen zu sehen. Nüng trägt eine weiße Hose und darüber ein buntes Hawaii-Hemd. An einer Goldkette um denn Hals hängt eine in Bernstein eingeschlossene Ameise.
    Lak verbeugt sich respektvoll aber dann springt sie ihm freudig in die Arme.
    „Oh Pi Nüng! Ich bin so glücklich dich wieder zu sehen. Ich meine nicht in VR.“
    Pi Nüng lacht und winkt JayJay heran. Nüngs chinesische Frau (Lak findet das sie zugemommen hat) küsst Lak auf die Wangen und schiebt sie in Richtung eines Ecktisches.
    „Willkommen Nonglak, schön das du dich mal wieder blicken lässt. Ich hoffe du hast nicht wieder Ärger. Setzt dich doch, ich bringe dir was zu Essen.“


    Ihre Tochter, die fünfjährige Dun kommt auch herbei und bestaunt Lak an die sie sich nicht mehr erinnern kann. Die ältere Tochter ist in der Schule, sagt Nüng.
    Dun ist erst misstrauisch aber als sie Laks Geschenke aus Amerika bekommt freut sie sich sehr, besonders über die indianische Holzkette. Lak nimmt die kleine auf den Schoß (wobei sie erleichtert feststellt, das Dun keine Facettenaugen hat) und sagt als JayJay in der Küche ist.
    Pi Nüng ich weiss nicht ob es richtig war zurückzukommen. Vielleicht schaffen die bösen Geister das, wobei sie letztes Mal versagten.“
    „Schlechtes Karma? Hat meine kleine Nonglak ihr Glück verlassen?“
    „Ich weiß nicht, ich hoffe ich bringe euch nicht in Gefahr.“
    „Keine Angst, hier in Stanley sind wir sicher. Mit wem hast du dich denn diesmal angelegt?“
    „Sagen dir die Electric Waves was?“

    Hallo jetzt hab ichs auch hierher geschafft. Wie ihr bemerkt habt hab ich mich von Tilak in Tildus umbenannt. Quasi als Zeichen des Neuanfangs. Freue mich sehr das es weitergeht. Bis spätestens Mittwoch hab ich den ersten IP-Post drin :wink:


    Gruß Tilak ... äh ...Tildus