neues Runnerteam in Basel

  • Hallo SR Nexus!


    Ich habe vor ca. einem Jahr begonnen mich vertieft in die Welt von Shadowrun einzulesen und dazu gleich eine kleine Runnertruppe organisiert, um die Welt auch spielend zu erfahren. Wir hatten früher schon Versuche in die Schatten einzutauchen, scheiterten aber an Zeit und Motivation und blieben der Einfachheit halber bei unserem Standartsystem, Earthdawn. Nun hat mich aber die Neugier auf eine neue Welt gepackt und siehe da, nächsten Sonntag kommt unser Jubliäumsrun, #10.


    Um ein wenig mehr Austausch zu erhalten und auch eine gute Adresse für Fragen jeglicher Art zu haben, und ja, die gibt es in SR mehr als in anderen Systemen, zumindest bei mir, stell ich uns mal kurz vor und grabe mich dann ein wenig durch die Räume dieses Forums.


    Ich freu mich schon auf weitere Runs und freue mich auf ... was auch immer noch unvorhersehbares geschehen mag. :)


    Cheerio


    Phenom




    Unser kleiner Trupp

    Wir rennen in Basel, Schweiz, der Stadt, in der wir auch heute leben. Eine extra Herausforderung, aber auch sehr spannend. Von der Gestaltung der Stadt habe ich eine kleine Extraentwicklung der Geschichte geschrieben, die Basel ein bischen grösser macht, als das es warscheinlich der Fall wäre, und für ein spannendes Szenario war es mir auch wichtig ein gutes Verhältnis von einem Wiedererkennungswert der Stadt und der SR typischen Atmosphäre zu haben. Es ist also nicht die "realistische" Zukunftsprognose von Basel, sondern eben ein "what if" Szenario, welches hoffentlich noch viel spannendes Spiel bieten kann. Falls jemand Interesse hat, erkläre ich gerne mehr.


    Das Team selbst, erst 3 jetzt 4 Spieler, hat "low tech" angefangen, 300Gps, und sehr restriktiven Zugriff auf Ausrüstung jeglicher Art erhalten. Alle sind SINlos und kommen aus dem illegalen Ghetto am Rande der Stadt, haben durchaus ihre Fähigkeiten und entsprechende Hintergründe, leben aber zu Beginn der Kampagne mit Strassen- oder Squatter Lebensstil. Die einzelne und unabhängig durchgeführte Charaktererschaffung, auch mit einer RPG Neueinsteigerin, hat sich sehr passend entwickelt, alle haben eine Sucht in meist mittlerer Abhängigkeit und die ersten Runs bis jetzt waren auch sehr improvisiert und chaotisch - mehr Spass und Verrückheit als gutes Zusammenspiel und Zielorientiertheit. Aber es hat immer gereicht um vielleicht mehr schlecht als recht, aber immerhin doch, ans Ziel zu kommen. So hat sich der Trupp dann auch die ersten gut gefälschten SINs erspielt und eine neue, grössere Welt mit unzähligen Möglichkeiten tut sich vor uns auf. (Ich zähl mich immer mit, da ich die Welt wirklich auch erst mal entdecken und erfahren muss)


    Nun nutze ich das "Runner Veteranen Szenario" um sie ein wenig in die Runnerszene einzuführen, wo sie auch unbedingt hin wollten, um der Armut zu entkommen. Dies funktionierte heute sehr gut und neben dem, dass ich als SL schon mehr Erfahrung mit der Welt habe, waren auch die Spieler ziemlich "runnermässig" drauf und es hat sich wie ein richtiger Run angefühlt. Die bestandenen Willenskraftproben gegen die Abhängigkeit während des Runs haben geholfen. ;) Der Vorletzte Run war ein Doppelspiel und hat die Charaktere fast das Leben gekostet. Ein Grund mehr sich das Einmal Eins des Runneralltags einzuprägen und um es in den Worten ihres momentanen Lehrmeisters zu sagen: "Scheisse, wenn Ihr mir ein paar Nuyen rüberschiebt sorge ich dafür, dass Ihr mehr als zweitklassige Runner werdet, klar? Und das heisst verdammt nochmal, dass Ihr länger als ein paar Monate in dem Buisness überleben werdet!"

  • Klingt sehr sehr interessant.


    ABER: Ich würd 350 GP geben, mit 300 kommt denke ich nix halbwegs brauchbares raus!

    "Gott würfelt nicht!" - Albert Einstein


    D3leila - Mensch, Hackerin, inzwischen Verlobt und Schwanger - Abgetaucht
    Asp - Mensch, Magieradept auf dem schweigsamen Pfad - Tot
    Bullenklöte - Zwerg, Adept, Allrounder & eiskaltes Arschloch, lässt sich sogar auf Drachen ein
    Flicker - Troll, Frontsani, "Harter Kerl, weicher Kern" - Unterwegs bei den Geisterkartellen

  • Zustimmung. 300 Punkte führen eher dazu, dass die Breite vernachlässigt wird, was gerade bei Charakteren die auf der Straße viele Sachen ein wenig gelernt haben, zu völlig unsinnigen Charakterbuilds führt. Ich würde in so nem Fall auch eher das Karma-System empfehlen und dann entsprechend weniger Karma nehmen.

  • Ich gebe Euch recht, mit 300 Punkten würde ich jetzt auch nicht mehr beginnen.


    ( Irian : Was meinst Du mit Karma-System und weniger Karma nehmen?)


    Als Sahdowrun Anfänger war es allerdings sehr angenehm, vor allem für mich als Spielleiter, wirklich "dirty" anzufangen. So habe ich SR von früher auch noch in Erinnerung. Ich stehe voll auf die neue WiFi Welt, aber da musste und muss ich mich noch sehr einleben. Die Mögilchkeiten sind... schwindelerregend. :)


    Als trotzdem erfahrene Rollenspieler, Karrierebeginn 1995, glaube ich haben wir das mit der Breite gut hinbekommen, zumindest auf die Truppe verteilt. Oder anderst: jeder Charakter hat seine eigene Atmosphäre und ich versuche die Welt dementsprechend darzustellen. Bei kleinen Solo Abenteuern baue ich diese Stimmung auf und wenn die Charaktere aufeinandertreffen, entsteht wirklich eine Truppe von Einzelgängern. So haben durchaus einige gemerkt, dass sie für ihr Leben vor den Runs zwar ok "ausgebildet" waren, bei Missionen, wo man aber gewisse Dinge beherrschen sollte, um zu überleben, noch viel fehlte. So kann unser Hacker noch immer kaum mit Waffen umgehen, die Strassenschamanin mit Schutzpatron Verführerin hatte erst keinen einzigen Kampfzauber im Repertoire und unser Ganger, ja, wenn man mit 300Gps beginnt und die ganze Zeit die Mali von Bliss einstecken muss.... wie gesagt, die ersten Runs waren sehr lustig. :)


    Mit Karma war ich dafür ein bischen grosszügiger, denke ich zumindest, damit sie sich schnell an die neuen Herausforderungen anpassen konnten und so haben die meisten nun schon über 100 Karmapunkte zusammen. (Wir hatten 10 Runs, aber gewisse Runs brauchten 2 , einer sogar 3 Sitzungen). Die Nuyen kommen auch so langsam zusammen, aber die grossen Runs mit viel Kohle drin konnten sie noch nicht an Land ziehen. Und auch wenn, sie hätten sie kaum überstanden. :) Aber wie gesagt, ihr Lehrmeister zeigt ihnen jetzt wie es geht.


    Als Spielleiter muss ich noch anmerken, dass ich es noch schwierig finde, mundane Welt, Matrix und die Magie so zu verpacken, dass es keine Durststrecken für die Spieler gibt, die grad nichts zu tun haben. Vor allem wenn der Hacker heiss drin ist und mit 3 IDs einiges mehr an Action bekommt, nimmt dies das Tempo ein bischen aus dem Spiel der anderen. Habt Ihr da irgendwelche Vor- und Ratschläge? Da wär ich schon sehr dankbar. :)

  • "Phenom" schrieb:

    ( Irian : Was meinst Du mit Karma-System und weniger Karma nehmen?)


    Im "Runners Companion" gibt es ein alternatives Charakter-Generierungssystem, bei welchem man nicht BP nimmt, sondern Karma. Dieses tendiert allgemein dazu, Charaktere zu bevorzugen, die in die Breite gehen (also mehrere Skills, dafür diese weniger hoch), während das BP-System rein rechnerisch Charaktere bevorzugt, die in in Richtung stark spezialisiert gehen. Zum Beispiel:


    Einen Skill bei der Generierung auf 1 zu nehmen (4 BP) ist mit BP-System, rein rechnerisch, schlecht, weil man den im Spiel auch für 4 Karma kriegt - einen Skill statt dessen von 4 auf 5 zu nehmen, kostet genauso 4BP, würde im Spiel aber 10 Karma kosten. Es ist also effizienter, beim BP-System wenige Skills hoch zu nehmen.


    Und dann, wenn man die vorgeschlagenen 750 Karmapunkte zu viel findet, kann man ja weniger Karma nehmen, genauso wie man weniger BP nehmen kann.


    "Phenom" schrieb:

    (Wir hatten 10 Runs, aber gewisse Runs brauchten 2 , einer sogar 3 Sitzungen).


    Pft, wir hatten neulich einen Run, der InGame 24h brauchte - OutGame nicht sooo viel weniger, mit 4 Sitzungen :-)

  • Oh, das klingt sehr gut. Das Runnerkompendium habe ich noch nicht, aber so ein Charaktererschaffungssystem würde ich durchaus anwenden.


    Ja, lange, mehrsitzige Abenteuer gabs schon häufiger. Allerdings fehlt uns momentan die Zeit, wirklich regelmässig zu spielen und wenn zwischen zwei Sitzungen innerhalb eines Runs ein bis zwei Monate vergehen, dann finde ich es schwierig wieder gut einzusteigen.


    Nach heute glaube ich allerdings, dass ich die Runs meist auf zwei Sitzungen auslegen werde. Die erste ist das Intro und die Beinarbeit, die zweite dann der Run selbst. Das System mit der Beinarbeit und den Connections finde ich bis jetzt einzigartig uns sehr schön gelöst. Vor allem kommen endlich soziale Fertigkeiten zum Zuge. Ich habe zwar immer versucht solche einzubauen, auch bei Fantasy RPGs und so, aber meist waren dies einfach schöne, schmückende Szenen, bei denen eine Bonus herausgesprungen ist, falls gut gelöst. Bei SR allerdings, wenn die Infos über die Konanlage nicht vollständig sind, dann wird es für die ganze Gruppe sehr schnell sehr hässlich. Das finde ich erfrischend neu.


    Ausserdem, so merke ich grad freudig, eröffnet das neue Möglichkeiten des Spiels, ohne übermässig viel Vorbereitung zu "verschwänden". Sagen wir die Spieler durchschauen eben ein Doppelspiel und wollen den Spiess umdrehen. Anstatt nun zwei ganze Szenarien voll auszuarbeiten, kann ich diese nur grob planen, um die richtigen Hinweise zu streuen, und wenn dann eine klare Richtung erkennbar wird, dieses eine Szenario vervollständigen. So haben die Spieler mehr Möglichkeiten, ihren Weg zu wählen, und mein Leben als Spielleiter wird entspannter. :) Schöne Welt!

  • Zitat

    Das Team selbst, erst 3 jetzt 4 Spieler, hat "low tech" angefangen, 300Gps, und sehr restriktiven Zugriff auf Ausrüstung jeglicher Art


    Och nööööh :(
    Ihr seid mit 300 BP nicht LowTwech, Ihr seid LowPower
    Ich muß das immer mit sehr traurigem Blick lesen, wenn Gruppen (gerade solche ohne viel Erfahrung) sich einfach Kastrieren, weil sie denken es macht mehr spass.
    Laut meiner Erfahrung kommt häufig das Gegenteil raus. Die Spieler konzentrieren sich bei den Chars noch mehr auf Kernfertigkeiten und Min/Maxen noch stärker, weil Sie vorne & hinten mit den Punkten nicht auskommen, manche Charkonzepte stimmen einfach nicht (z.B. den Exsoldaten ) die kriegt man kaum vernünftig mit 400 BP hin. Der SL muss die Gegener anpassen (also keine Ganger mit AK z.B.) weil es sonst einen TPK gibt,gerade wenn man zusätzlich auch noch die Ausrüstung beschränkt,etc.
    Jungs ; Tut Euch einen Gefallen und das nicht an.
    Nehmt 350 BP und einigt euch selber in der Gruppe, nix zu nehmen was High Tech ist(also z.B. kein Move-By-Wire 2 (mit Restr Gear) oder so. bleibt freiwillig Lowtech)
    Echt !! :(:)
    Wenn Ihr (Guter Vorschlag Irian :) )das Karmasystem nehmt, sind 650 Karma ungefähr 325-350 BP also dass was Ich als Mindestwert nehmen würde(aber, wie geschrieben, Ich hätte die normalen 400 bzw 750 Karma gewählt und einfach den Spielern mitgeteilt was Ich in der Kampagne wünsche und was nicht).
    Ihr habt schon angefangen, klasse :)
    Noch ist es nicht zu spät ,die Chars zu verbessern


    mit traurigem Tanz
    Medizinmann

  • Ich finde, alternative Konzepte wie LowPower/LowTech leben und sterben vom Rollenspiel.
    Ich hatte mal ne SR4-LowPower-Runde, wo wir Ganger gespielt haben und bei CharGeneration deutlich weniger Ressourcen und ne niedrigere maximale Verfügbarkeit festgelegt hatten.
    Angenehm war, dass die Chars erstaunlich rund wurden. Deutlich harmonischer als im Normalfall.
    Negativbeispiel: Ex-Soldat. Kriegst du nur schwer vollständig abgebildet, schon wegen den vielen Kampffertigkeiten, die so jemand nunmal hat.
    War mit mehr "Spezialisierung" doch sehr harmonisch.


    Langfristig hätte es aber mit der für meine andere Runde üblichen D&D-mäßigen Fix-planen-und-dann-Ramba-Zamba-Spielweise wenig Spaß gemacht *g*

    :arrow: Derzeit auf Suche nach Mitspielern im Raum Essen/Gelsenkirchen, NRW

  • Hey, genauso ein Gang-Beispiel wollte ich zum Thema Low-Power auch gerade anfügen. Allerdings haben wir die BP von vornherein beschränkt, sondern wir haben der GM hat die Ressourcen für die Kampagne festgelegt und jeden gebeten mal so wenig wir möglich BP auszugeben. Alle Charaktere sind durchweg rund geworden, aber der Gangleader, dazu noch magisch aktiv hat sämtliche 400BP gebraucht, während andere freiwillig drunter geblieben ist.
    Ich finde es aber persönlich schöner, wenn man auch in eine Low-Power Kampagne weniger eingeschenkt bei den Punkten ist, da ich dann meinem Charakter auch mal den einen oder anderen Feinschliffskill geben kann.
    Speilen tue ich übrigens alles immer mal wieder gern, von der kleinen feine. Anfänger Kampagne mit beschränkten Ressourcen, bis hin zur "wir sind eigentlich bereit, die Weltherrschaft an uns zu eisen, verzichten aber darauf"-Kampagne.
    Grundsätzlich ist die Idee eine SR-Anfänger Runde aber auch klein anfangen zu lassen meiner Meinung nach, hilfreich.
    lg
    Snowcat

  • Ich leben in der Aglo von Basel und habe mit meinen verschiedenen Runden schon öfters den Gedanken gehabt Basel als Spielplatz zu wählen.
    Wäre sehr an deinem Ansatz interessiert, wie du die Stadt "heute" zum leben erweckt hast.


    Wir spielen im Moment in London. Auch ein nicht alltägliche Spielwiese.

  • Snowcat: Ja, ich hab die 400 BP auch völlig ausgereizt, hatte aber auch den einzigen technikversierten Char (gut, jeder Rigger hätte sie ausgelacht).
    Aber ohne die Feinschliffskills wär ich auch problemlos unter den 400 BP geblieben.

    :arrow: Derzeit auf Suche nach Mitspielern im Raum Essen/Gelsenkirchen, NRW

  • Zitat

    Tut Euch einen Gefallen und das nicht an.


    So wie ich das verstanden habe spielen sie doch schon sehr lange mit diesen BP, haben genug Karma bekommen und es macht alles Spaß. Sie haben es sich also schon angetan und offensichtlich war es für den Anfang okay.
    Der Threadsteller meinte ja auch schon:


    Zitat

    Ich gebe Euch recht, mit 300 Punkten würde ich jetzt auch nicht mehr beginnen.


    Also nicht traurig sein, großer Tänzer, sie tuns auch nie wieder ;)

    Spieler: "Warum kann der mich nich leiden, ich hab doch 5 Charisma!"

  • Danke erstmal an alle, die hier so fleissig auf meinen Thread reagieren. Schön, eine aktive und lebende Rollenspielwelt zu haben. :D


    Die Gruppe war, in gewissen Gebieten ist sie es noch immer, sehr low Power und, da noch nicht so viele Nuyen auf dem Konto sind, welches sie sich schattigerweise auch erst anlegen mussten, ist sie auch noch sehr low Tech. Das so eine Konstellation mit dem Rollenspiel steht oder fällt empfinde ich ebenso, und natürlich kommt es auf die Gruppe drauf an. Die Charaktere, und ihr Spielleiter genau so :), hatten noch keine Ahnung was sie drauf haben und so waren die ersten Begegnungen mit Stufe 1 Gangern oder Riesenratten das Pendant zum ersten Untoten oder Riesenspinnen im Keller kloppen in einem Fantasy Setting. Und wenn dann ein Streifenwagen mit Stufe 3 LoneStar Einheiten aufgetaucht ist, hat man schnell ein Ablenkungsmanöver inszeniert und sich aus dem Staub gemacht.


    Wie weiter oben erwähnt kommen wir, mit einem kleinen Unterbruch von einem Jahr oder so, direkt aus der Welt vor 5000 Jahren, Earthdawn. In dieser Welt ist das Power Level exponentiell und unsere Charaktere haben es mit ganzen Armeen aufgenommen, ohne ins Schwitzen zu kommen. http://www.youtube.com/watch?v=SiMHTK15Pik 8) Eine Welt das erste mal, wenn man sie wirklich spielt, von unten nach oben zu entdecken, schien uns einfach der natürliche Weg eines Rollenspiels und ja, bis jetzt hat es sehr Spass gemacht.


    Zu Basel im Jahre 2072 (so weit, wie wir sie bis jetzt für uns erstellt haben)


    Hintergrund
    Die Extraterritorialität der Konzerne war in der Schweiz lange verboten. Basel war da gleich zu Beginn eine Ausnahme, da der neu fusionierte Riesenkonzern NovaRoche sehr mit dem "Daig" von Basel, einer sehr einflussreichen Oberschicht, verbunden ist und der Standort direkt am Dreiländereck ein Zulassen dieser Privilegien nahegelegt haben. Die anderen Konzerngiganten nutzten dies sogleich um in der Schweiz Fuss zu fassen. Obwohl die Schweiz winzig ist, sah man in ihr einen sicheren Standort in Hinsicht auf die kommenden Unruhen der Welt und so wuchs Basel innert kürzester Zeit über ein vielfaches seiner jetzigen Grösse hinaus. Die Stadt verwuchs mit der Agglomeration und heute erstreckt sich der Kleinmetroplex von Pratteln im Westen bis Hegenheim im Osten, Aesch im Süden und Effringen Kirchen im Norden. Natürlich wurde auch Basel von den Veränderungen der Welt erschüttert, Rassismus war ein Thema, wenn auch nicht ganz so gross wie in der Zentralschweiz und die Magie hatte es, zumindest bis die Uni Basel eine thaumaturgische Fakultät einrichtete, sehr schwer und war lange gänzlich verboten.


    Schweizerhalle 2 und die, teilweise auch magische Verseuchung der gesamten Innen- und Altstadt, führte dazu, dass man sowohl den Rhein überbauen, sowie, in einem gigantischen Mammutprojekt, die Altstadt versiegeln musste und die Pyramide der NovaRoche Arkologie darüber baute. In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu magischen Katastrophen, das Umland wurde von der erwachten Natur fast gänzlich zurückerobert und innerhalb der Stadt ging die Schere zwischen Mittel- und Oberschicht so weit auseinander, dass viele der ersteren in der Unterschicht und viele aus dieser wiederum auf der Strasse landeten.


    Die Polizei war völlig überfordert und da der Daig und die NR die macht nicht an LoneStar übergeben wollten, gründete man einen eigenen, privaten Sicherheitsdienst, die Basizei. LoneStar selbst ist in der Stadt auch vertreten, ist jedoch nicht so präsent wie die Basizei und der Kampf um den Markt hat schon unschöne Auswüchse angenommen. Die Polizei selbst ist neust seit dem Crash '64 vollständig aufgelöst.


    Während des Crashs 2.0 hatte die Stadt, nach dem Schweizerhalle 2 Vorfall, eine weitere dunkle Stunde ihrer Geschichte und das Antlitz der Stadt hat sich einmal mehr stark verändert. Die Randgebiete der Stadt (Pratteln, Aesch, Rosenau, Lörrach) wurden zum Ghetto und seit 2068 steht eine neue Basler Stadtmauer - mehr ein Drahtzaun und Sicherheitsgürtel als eine wirkliche Mauer - welche diese Gebiete ausgrenzt. 2072 ruft die Stadt, zusammen mit der NR, den Wealth through Health Act aus, welcher jeden Bürger von Basel und der NR Zone dazu verpflichtet an einem speziell entwickelten, medizinischen Programm teilzunehmen. Metamensche, die hier niedrig eingestuft werden oder sich die entsprechenden Behandlungen und Augmentierungen nicht leisten können, verlieren ihr Recht, sich frei in der Stadt zu bewegen und können sogar in neu angelegte Quarantänezonen in eben diesen Randgebieten verlegt werden.


    Basel heute
    Die NovaRoche als Konzern und der Daig als eine fascht schon wieder feudalistische, regierende Oberschicht halten grosse Teile der Stadt fest in ihren Händen. Die Schatten sind tiefer geworden und wo die Basizei nur gelegentlich durchstreift, dominieren Gangs die Strassen. Der Untergrund ist aktiv und versucht sich mit allen Mitteln gegen den neuen WtHAct zu wehren und auch Terra First hat hier viele Anhänger, die immer noch den Konzernen die Schuld an Schweizerhalle 2 geben. Der Ivory Tower, IT, ist ein Zusammenschluss der UniBasel, der LifeSienceAbteilung und verschiedenster Hochschulen und versucht den Balanceakt zwischen finanzieller Abhängigkeit und freigeistlichem Denken zu wahren, manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg. Auf religiöser Seite ist die katholische Kirche in die sonst protestantische Stadt "einmarschiert" und auch hier ist der Konflikt nicht ohne Folgen.
    Im Sarg unter Basel entwickelt sich grad eine neue Subkultur und Unterwelt (SB für SubBasel als Umkehrung von BS für Basel Stadt), die Konzerne und der IT erforschen im Geheimen die Gegend dort unten und der Bevölkerung wird erzählt, die Natur habe sich erholt und bleibe als einzigartiges Reservat weiterhin versiegelt. Fensterböden, die u.a. da eingebaut worden sind, wo früher die Rheinbrücken standen, erlauben einen Blick auf diese schöne, erwachte Natur, was aber selbstverständilch fake ist und durch Hologramme und magische Illusionen erzeugt wird.
    Ausserhalb der Stadt organisiert sich die Unterwelt und eine kleine Stadt in der Stadt, Village Neuf, hat sich gebildet. Dies ist eine mittels Tarnung und Magie verborgen gehaltene Szene und falls die Basizei sie doch wieder mal entdeckt und räumt, verteilt sie sich und formiert sich bald darauf in einem neuen, verlassenen Block neu.
    Die Erweiterte Messel Basel steht mit der Art und der Uhren und Schmuckmesse noch immer im internationalen Rampenlicht und der Bahnhof SBB ist zu einem Grossbahnhof geworden.


    Tsu'Raw
    Noch was kleines Nebenbei. Tsu'rawberi Sunday, oder kurz Tsu'Raw, ist eine Band die wir vor ein paar Jahren gegründet haben und die quasi in diesem Cyberpunk Setting spielt. Auf den wenigen Konzerten die wir hatten, kamen denn auch viele Leute verkleidet und die Locations waren meist im Industrieareal der Stadt. Momentan pausieren wir grad auf unbestimmte Zeit, aber falls es jemand interessiert, hier der Link zur Page: http://www.tsuraw.com

  • Hier auch ein Mitglied der nicht in Basel runnenden Basler-Connection. Wir sind jedes Wochenende im Einsatz, dank 4 Spielleitern (die Hauptfrage ist nicht, wann der nächste Run ist, sondern wer ihn leitet!) und damit auch 4 völlig unterschiedlichen Teams, die in Hong Kong, Seattle, Denver und London unterwegs sind.


    - Die Hauptrunde (London) hatte in den letzten beiden Runs ein wenig Pech - zuerst wurde mein Hacker gleichmässig über mehrere Wände verteilt (Granate + enger Flur = aua), ein Run darauf kam der Rest des Teams bei einem Einsatz in der Sahara in einem Autounfall ums Leben (involvierend unfreundliche Söldner, ein fettes MG und eine Oase, wo die Geier danach sowohl Team als auch Söldner degustieren konnten).
    - Die Speedrunde (Seattle, von mir geleitet) schlägt sich, auf der Jagd nach der fetten Kohle, ziemlich erfolgreich und medienwirksam mit Sprengstoff, Simstars, Engeln mit Feuerschwertern und einem Jadetiger herum.
    - Die Drogenrunde (Denver) jagt einer geheimnisvollen chemischen Formel hinterher und tritt dabei diversen Syndikaten auf die Füsse.
    - Die Freakrunde (Hong Kong - und ja, Freakrunde!) war bislang erst einmal im Einsatz. Dabei haben sie, sehr zur allgemeinen Überraschung, nicht einmal allzu sehr für Aufsehen gesorgt.


    Ich bin der gruppeneigene Matrixjunkie - irgendwann habe ich realisiert, dass ich, bezogen auf Shadowrun, tatsächlich sowas wie eine Matrixabhängigkeit entwickelt habe.

  • Hi Landru


    Dankeschön. :) Bis jetzt hat sich bei uns im grossen "Basler Geschichte" Rahmen nicht viel verändert oder weiterentwickelt. Wir kamen nicht so oft zum Spielen wie gewünscht und waren, wenns mal geklappt hat, damit beschäftigt, die Welt im kleinen zu Füllen (NSCs, Layout der Stadt, Gangs und sonstige Fraktionen) oder auch ausserhalb der Stadt zu rennen. Ausserdem waren die letzten vier Sitzungen ein kleines Miniprojekt, welches sich "StrikeTeam" nannte und in welchem ausser Kampfhandlungen so ziemlich alles ausgeblendet wurde. Ich bin nämlich immer noch nicht zufrieden, wie der Spielfluss läuft und sowohl ich als Spielleiter wie auch meine Spieler sind mit der Vielfalt der Regeln noch ein bisschen am hadern.


    Das StrikeTeam war da eine super Erfahrung. Wir hatten auf diesen Runs mal die Muse, zum Beispiel eine in einen Raum geworfene Granate genaustens auszuspielen - wieviel Schaden an Gegnern wenn sie wo stehen, welche Struktur (Tür, Sicherheitsglas, Beton) nimmt wieviel Schaden, was sind die Folgesituationen und -modifikationen durch Brand und Rauch, welche Ausrüstung passt wie gut in ein solches Szenario etc. Definitiv nicht der bevorzugte Spielstil meiner Gruppe, aber es hilft ungemein sich im Kampf und sagen wir in der Physik von SR besser auszukennen und in einem anderen Run, wo es nicht so kampflastig sein soll, dem Spielfluss zuliebe als Gruppe auch mal improvisieren zu können.


    Dieses erste halbe Jahr steht aber wieder unter einem besseren RPG Stern und ich habe mir die Geschichtsbücher schon herausgegraben und mir vorgenommen, an unserem kleinen Basel weiter zu feilen. Ich werde hier einreichen, was dabei herausgekommt. :)