[IP] Doc Wagon

  • Die Docklands – Londons zerklüftetes Herz


    Die Londoner Docklands – ein Relikt aus einer vergangenen Ära, in der dampfende Frachter und schwere Kräne das Rückgrat des britischen Handels bildeten. Heute ist dieses Herzstück der Stadt ein wildes Mosaik aus rostenden Industrieanlagen, hochmodernen Konzernbauten und dunklen Kanälen, in denen die Vergangenheit mit der Zukunft ringt. Das Herz Londons, auch wenn es außerhalb der Docklands niemand so wahrnimmt.


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    Denn man von den Glasfassaden Canary Wharfs nur ein paar Straßen weitergeht, ändert sich das Bild schlagartig. Die einst blühenden Docks, in denen unzählige Container ihren Weg durch die Stadt fanden, sind zu einem Labyrinth aus halb verfallenen Lagerhäusern, illegal umgenutzten Gebäuden und zwielichtigen Nachtclubs geworden. Die Gangs haben ihre Reviere in den Schatten alter Kaianlagen abgesteckt, während Konzernagenten ihre Augen überall haben, wachsam auf der Suche nach neuen Möglichkeiten – oder neuen Bedrohungen.


    Die Luft riecht nach Diesel, kaltem Stahl und salziger Feuchtigkeit, die von der Themse heraufzieht. Hier und da flackert das neonblaue Licht eines Ladens, in dem Cyberware oder Waffen aus dem Kofferraum verkauft werden. Irgendwo in der Ferne brummt ein Frachtschiff durch das Dunkel der Nacht, während Drohnen mit leuchtenden Augen über den Straßen schweben, ihre Kameras bereit, jeden festzuhalten, der sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufhält.


    Nachts ist die Atmosphäre noch bedrohlicher. Der Nebel zieht über das Wasser, verwischt die Grenzen zwischen Realität und Trugbild. Sirenen heulen in der Ferne, ein Echo, das sich zwischen den Ruinen der alten Werften verliert. Die Lichter der Stadt werfen verzerrte Spiegelbilder auf das Wasser, während in dunklen Gassen flüsternde Stimmen Geschäfte machen, die niemals in offiziellen Berichten auftauchen werden.


    Hinter dicken Metalltoren operieren die Gangs, Konzerne führen geheime Forschungen durch, und gelegentlich verschwindet jemand spurlos – sei es in den Tiefen des Flusses oder in den Kellern eines Gebäudes, das offiziell gar nicht existiert.


    DocWagon in den Docklands


    Es ist genau diese Mischung aus Verfall, Erneuerung und Gefahr, die DocWagon hierherzieht. Dieses Gebiet, in dem sich Polizei und Rettungsdienste nur ungern blicken lassen, ist ein perfektes Sprungbrett für eine Firma, die keine Angst vor Kugeln hat, wenn es darum geht, ihre Kunden zu retten.


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    Aber die Docklands sind keine freundliche Heimat. Wer hier überleben will, braucht Augen im Hinterkopf und eine Hand an der Waffe. DocWagon ist hier der neue Spieler – und nicht jeder in London ist begeistert davon.

  • Jonathan Fairfax – Der Mann für die harte Einsätze


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    Jonathan Fairfax war nie der Typ, der sich mit halben Sachen zufriedengab. Nach seiner Zeit als Combat Medic bei den SAS hätte er sich zur Ruhe setzen oder einen lukrativen Job als privater Sicherheitsberater annehmen können. Stattdessen, vollzog er einen Tapetenwechsel und heuerte er bei DocWagon Seattle an – nicht, weil es einfach war, sondern weil Leben retten verdammt noch mal sein muss!


    Seattle war ein chaotisches Pflaster, voller Gangs, Konzerne, Cyberpsychos und Straßendocs, die lieber Implantate als Leben retteten. Fairfax fühlte sich sofort zu Hause. In einer Stadt, in der Rettungsteams mit Raketenwerfern rechnen mussten, war sein militärisches Know-how Gold wert. Als Einsatzleiter führte er Notfallteams durch Schießereien, Extraktionsmissionen und Black-Operations, die offiziell nie stattgefunden haben.


    Als DocWagon verkündete, in London Fuß fassen zu wollen, musste Fairfax nicht zweimal überlegen. Die Heimat rief ihn zurück – und er wollte es sich nicht nehmen lassen, bei der Expansion an vorderster Front zu stehen. Also meldete er sich freiwillig.


    Nun steht er in den Docklands von London, mitten im Aufbau der neuen DocWagon-Zentrale. Er kennt die Stadt, ihre dunklen Ecken, die Machtspiele der Konzerne – und er weiß, dass es nicht einfach wird. Aber das ist ihm egal. Fairfax ist nicht hier, um Politik zu machen oder Profite zu sichern.


    Er ist hier, um verdammt nochmal Leben zu retten.

    Seine trockenen Kommentare machen es dabei jedem irgendwie leichter.


    Dr. Evelyn Ashworth – Die Chirurgin mit der kalten Effizienz


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    Dr. Evelyn Ashworth hatte nie viel für Sentimentalität übrig. Schon als Medizinstudentin in Oxford war sie bekannt für ihre brillante Analyse, schneidende Intelligenz und absolute Fokussierung auf Ergebnisse. Während andere Ärzte Mitgefühl als Stärke sahen, betrachtete sie es als Ablenkung. Ein sauberer Schnitt, eine präzise Entscheidung, eine funktionierende Lösung – das war es, worauf es ankam.


    Nach ihrem Abschluss machte sie schnell Karriere in der Notfallmedizin und stieg in die Welt der Cyberware-Integration ein. Sie arbeitete für BuMoNa und andere große Konzerne, lernte, wie man Menschen mit modernster Technologie wieder zusammensetzt – und wie skrupellose Unternehmen damit Profite machten. Doch als sie erkannte, dass Patienten dort oft nur Zahlen in einer Bilanz waren, stieg sie aus.


    DocWagon bot ihr eine Alternative. In Seattle entwickelte sie sich zur führenden Expertin für Notfallchirurgie und Cyberware-Trauma, bekannt für ihre unerschütterliche Effizienz – und ihren gnadenlosen Pragmatismus. Sie war die Ärztin, die du haben wolltest, wenn du kurz vor dem Exitus standest – solange du damit klarkamst, dass sie sich nicht für deine Gefühle interessierte.


    Als DocWagon seine Expansion nach London ankündigte, sah Ashworth eine Chance. Ein neuer Standort, eine neue Struktur, weniger Einfluss durch korrupte Konzerne. Sie meldete sich freiwillig – nicht aus Idealismus, sondern weil sie wusste, dass sie dort gebraucht wurde.


    Jetzt steht sie als Chefärztin der neuen DocWagon-Zentrale in den Docklands an vorderster Front. Sie baut die Notfallmedizin auf, stellt die besten Mediziner ein – und sorgt dafür, dass jeder, der auf ihrem OP-Tisch landet, mit maximaler Effizienz gerettet wird.


    Menschlichkeit? Dafür hat sie keine Zeit.

    Ergebnisse? Die sprechen für sich. Sie schätzt das Leben, das Prinzip dahinter zumindest. Der einzelne Mensch… bedeutet ihr weniger. Sie wird sich dahingehend nicht erklären. Man muss es wissen. Doch sie wird um jedes Leben kämpfen, wenn auch mit wenig Emotionen.


    Major Declan „Dex“ MacKenna – Der Veteran mit den dunklen Geheimnissen


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    Wenn man Major Declan „Dex“ MacKenna fragt, warum er bei DocWagon arbeitet, bekommt man wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln und ein grummelndes „Jemand muss ja auf euch Idioten aufpassen.“ Er war schon immer so… zynisch, wortkarg, aber mit einem verdammt scharfen Verstand und einer noch schärferen Schusswaffe.


    MacKenna stammt aus Glasgow, aufgewachsen zwischen rauen Straßen und einer Familie, die wusste, wie man sich durchbeißt. Der Militärdienst war für ihn der logische Weg raus! Und er war verdammt gut darin. Als SAS-Veteran hat er in allen Ecken der Welt operiert, von den Dschungeln Südamerikas bis zu den Schatten Krieges in Osteuropa. Doch seine Talente blieben nicht unbemerkt, und irgendwann klopfte der MI5 an seine Tür.


    Dort lernte er die wahre Natur der Macht kennen – nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in den Hinterzimmern der Politik. Geheimoperationen, verdeckte Missionen, Drecksarbeit für Leute in maßgeschneiderten Anzügen. Und irgendwann hatte er genug davon.


    Es gibt viele Gerüchte darüber, warum er ging. Ein Auftrag, der zu weit ging? Ein Verrat? Jemand, den er nicht mehr aus seinem Kopf bekommt? Dex selbst spricht nicht darüber. Aber eines Tages war er einfach weg… und tauchte einige Jahre später bei DocWagon Seattle auf, als Sicherheitsberater.


    Warum DocWagon? Vielleicht, weil es der einzige Konzern war, der sich nicht um seine Vergangenheit scherte. Vielleicht, weil er sich dort zum ersten Mal seit Jahren nicht wie ein Schachfigur fühlte. Und als sich die Gelegenheit ergab, die Sicherheitsstrukturen in London aufzubauen, griff er zu.


    Jetzt ist er Sicherheitschef der neuen DocWagon-Zentrale in den Docklands. Er sorgt dafür, dass die Teams lebend zurückkehren und dass niemand DocWagon ins Gehege kommt, der es besser lassen sollte. MacKenna hat keine Illusionen über London. Er weiß, dass alte Feinde auf ihn warten. Aber er hat genug Tricks auf Lager und genug Kugeln, um ihnen klarzumachen, dass sie ihn besser in Ruhe lassen.


    Angus „Gears“ McMillan – Das irische Technik-Wunderkind

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    Wenn man durch die Werkstätten von DocWagon London geht, gibt es einen Ort, an dem immer Musik läuft, Schraubenschlüssel gegen Metall schlagen und mindestens drei Drohnen gleichzeitig in der Luft sind. Das ist Gears‘ Reich.


    Angus „Gears“ McMillan kommt aus Dublin, und wenn man ihn fragt, warum er nicht mehr dort ist, lacht er nur und sagt: „Weil sie mich sonst irgendwann ins Gefängnis gesteckt hätten.“


    Schon als Kind hatte er eine Begabung für alles, was sich irgendwie zerlegen und verbessern ließ. Drohnen, Fahrzeuge, Cyberware…wenn es sich modifizieren lässt, hat Gears es schon getan. In seiner Jugend bewegte er sich in den Kreisen von Untergrund-Racern, Schmugglern und Hackern, die seine Talente zu schätzen wussten. Er hat mehr illegale Rennmaschinen und gepimpte Kampfdrohnen gebaut, als er zählen kann.


    Doch irgendwann wurde es zu heiß. Ein missglückter Job, zu viele Schulden, zu viele Leute, die seinen Namen kannten. Er brauchte einen Neuanfang und fand ihn überraschenderweise bei DocWagon.


    Warum er sich ausgerechnet einem Konzern angeschlossen hat? Weil sie ihn nicht in ein starres System zwängen. Gears hat hier die Werkstätten, das Equipment und die Freiheit, seine verrücktesten Ideen umzusetzen und wird dafür sogar noch bezahlt.


    Jetzt leitet er die Logistik und Technik der neuen Zentrale in den Docklands. Er hält die Fahrzeuge und Drohnen am Laufen, entwickelt neue Gadgets und sorgt dafür, dass sein Team in jeder Situation die bestmögliche Ausrüstung hat. Wenn es ein technisches Problem gibt, kann Gears es lösen oder zumindest etwas explodieren lassen, bis das Problem sich selbst erledigt.

  • Der DocWagon-Vorstand diskutiert London


    Ort: Ein Konferenzraum im DocWagon-Hauptquartier in Atlanta.


    Gedämpftes Licht, ein massiver Holztisch, an der Wand eine schwebende AR-Karte von London, rot markiert mit strategischen Punkten. Zwei Personen sitzen sich gegenüber: Raymond „Ray“ Calloway, der Stratege mit dem scharfen Blick eines Mannes, der Wetten gewohnt ist, und Victoria Hartnell, die Risikomanagerin, deren Tonfall so kühl ist wie die Hochhäuser, die sie vor dem inneren Auge einstürzen sieht.


    Calloway lehnt sich zurück, hebt sein Glas mit Scotch und betrachtet das goldene Licht darin.

    Ich verstehe deine Bedenken, Victoria. Wirklich. London ist ein schwieriger Markt. Aber genau deswegen müssen wir rein, bevor sich jemand anderes festsetzt.


    Hartnell verschränkt die Arme und wirft einen Blick auf die AR-Karte.

    Jemand anderes? Zum Beispiel BuMoNa? Die sind schon da, Ray. Und sie spielen nicht fair. Wir reden hier von einem Konzern, der nicht zögert, schmutzige Tricks auszupacken, wenn jemand auf ihren Rasen pinkeln will.


    Calloway grinst schief.

    Das tun wir doch alle. Die Frage ist: Haben wir die besseren Tricks?


    Hartnell schnaubt.

    Du glaubst also, wir können mit einem unterbesetzten Standort in den Docklands den gesamten Markt umkrempeln?


    Calloway nimmt einen Schluck und stellt das Glas mit einem leisen Klong ab.

    Wir müssen es nicht umkrempeln. Wir müssen nur beweisen, dass wir besser sind. Sobald wir den ersten Exklusivvertrag mit einem großen Konzern haben, fällt der Rest wie Dominosteine.


    Hartnell hebt eine Augenbraue.

    Und wenn die Dominosteine auf uns fallen? Erinnerst du dich an Shanghai?


    Calloway verzieht kurz das Gesicht, als hätte sie ihm einen Dolch zwischen die Rippen gerammt.

    Shanghai war ein politischer Albtraum. London ist… anders.


    Hartnell lehnt sich vor, ihre Stimme ein Flüstern.

    Nein, Ray. London ist ein verdammter Hexenkessel. Du hast eine überregulierte Bürokratie, eine Bevölkerung, die keine Konzernrettungsteams will, und eine Unterwelt, die sich nicht von uns den Markt kaputtmachen lässt. Du hast lokale Regierungen, die mit BuMoNa unter einer Decke stecken, und eine verdammt aggressive Konkurrenz. Und du willst mir erzählen, dass wir anders sind?


    Calloway hält ihrem Blick stand.

    Ja. Weil wir verdammt nochmal besser sind. Wir haben Fairfax – den besten verdammten Einsatzleiter, den ich je gesehen habe. Ashworth, die wahrscheinlich schon zehn Menschen zurückgeholt hat, die eigentlich tot sein sollten. MacKenna, der Geheimdiensterfahrung mitbringt. Und diesen irischen Schrauber, Gears – der Junge ist genial. London wird chaotisch, Victoria. Aber wir sind genau die Art von Chaos, die es braucht. Und die Teams, die die 4 da zusammenstellen sind erste Liga!


    Hartnell seufzt und reibt sich die Schläfen.

    Ray… Ich hoffe nur, du hast recht. Denn wenn wir in London scheitern, wird es nicht so laufen wie in Shanghai. Dann gibt es kein einfaches ‚Wir ziehen uns zurück und tun so, als wäre nichts passiert.‘ Dann werden wir kämpfen müssen. Und verlieren.


    Calloway nimmt einen letzten Schluck, stellt das Glas ab und steht auf.

    Dann sollten wir besser sicherstellen, dass wir nicht verlieren.


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    Der Besprechungsraum der DocWagon-Zentrale in den Docklands war schlicht und funktional. Durch die Glaswand konnte man die geschäftige Basis überblicken – Sanitäter überprüften ihre Ausrüstung, Mechaniker arbeiteten an den Rettungsfahrzeugen, ein Helikopter setzte zur Landung an. Hier und da hängt noch Verkabelung aus Wänden, das eine oder Pad ist nicht befestigt, sondern hängt voll funktionsfähig am Kabel. Aber im Allgemeinen sieht es hier schon besser aus, als im Rest des Gebäudes.


    Jonathan Fairfax saß mit seinen drei leitenden Kollegen am Tisch. Der Kaffee war längst kalt, die Diskussion längst über die üblichen Statusberichte hinausgewachsen.


    Wir haben zu wenig Leute für die Einsätze, die wir fahren.
    Dr. Evelyn Ashworth schüttelte den Kopf und rieb sich die Schläfen.
    Ich kann meine Mediziner nicht ewig in Doppelschichten halten. Wir brauchen mehr Personal, aber die Einstellungsprozesse laufen zu schleppend.


    „Dex“ MacKenna lehnte sich zurück und verschränkte die Arme.
    Und das ist nicht unser einziges Problem. Ich habe mir die Einsatzberichte der letzten Woche angesehen… unsere Teams bewegen sich regelmäßig in Gebieten, in denen selbst die Polizei lieber wegschaut. Wenn wir da in einen Hinterhalt geraten, hilft uns kein Versorgungsvertrag weiter. Ich brauche immer wenigstens ein Sicherungsteam in Reserve!


    „Gears“, der alte, der wie immer mit einem kleinen Schraubenschlüssel spielte, zuckte mit den Schultern.
    Technisch gesehen sind wir gut aufgestellt. Die Fahrzeuge sind modifiziert, die Drohnen laufen, unsere Matrix-Sicherheit ist stabil. Aber wenn BuMoNa wirklich die Zähne zeigt, kann es schnell ungemütlich werden.


    Fairfax hörte sich alles an, ohne sofort zu reagieren. Dann stellte er seine Kaffeetasse ab und verschränkte die Hände vor sich auf dem Tisch.


    Ja, wir haben Probleme. Willkommen in London.
    Er sah in die Runde. Das klang blöder als es sollte, doch niemand es ihm übel.
    Niemand hat gesagt, dass das hier einfach wird. Aber BuMoNa wird sich nicht von selbst zurückziehen, und wir haben auch keine Zeit, auf perfekte Bedingungen zu warten. Also optimieren wir, wo wir können.


    Er wandte sich an Evelyn.
    Mehr Personal wäre ideal, aber solange wir nicht genug Leute haben, setzen wir die Teams so effizient wie möglich ein. Kürzere Schichten, gezieltere Einsätze. Lieber fünf Leute, die fit sind, als zehn, die auf dem Zahnfleisch kriechen. Ich habe aus Atlanta 5 Teams für 12 Wochen zugesagt bekommen. Dazu auch drei Ärzte.


    Zu Dex:

    Sicherheit bleibt oberste Priorität. Ich will, dass du unsere Einsatzprotokolle überarbeitest. Wenn eine Zone zu heiß ist, dann sichern wir erst ab, bevor wir reingehen. Keine unnötigen Risiken. Du erstellst eine Rotation für die 5 Teams. Je drei gehen in den Einsatz, wir stellen den ortskundigen Fahrer. Je zwei sind deine Reserve.


    Dann zu Gears:

    Bleib dran an den technischen Upgrades. Alles, was uns einen Vorteil gibt, kann den Unterschied machen. Am wichtigsten ist die sichere Kommunikation mit den Außenteams.


    Er ließ seinen Blick noch einmal über die drei wandern.
    Unser Job ist es, Leben zu retten. Alles andere – Bürokratie, Konkurrenz, Ressourcenprobleme – ist zweitrangig…. Noch… Wir arbeiten mit dem, was wir haben, und wir machen das Beste daraus. Punkt.


    Ein Moment der Stille trat ein. Dann nickte Dex langsam.
    Ich schau mir die Einsatzberichte nochmal an. Vielleicht gibt es Muster, die wir besser nutzen können. Aber für die 12 sind die Teams ne echte Entlastung.

    Evelyn seufzte, aber ein Hauch von Zustimmung lag in ihrem Gesicht.
    Ich rede mit der Personalabteilung. Vielleicht gibt es doch noch ein paar Optionen. Wenn die 12 Wochen um sind, muss es ja auch klappen.

    Gears grinste und stand auf.
    Ich bastle weiter an unserer ‚Überraschung‘ für BuMoNa. Keine Sorge, ich lasse es euch wissen, bevor es knallt. Für die Kom hab ich schon zwei Ideen, das mach ich zuerst,


    Nach und nach verließen die drei den Raum.


    Fairfax blieb noch einen Moment sitzen. Dann stand er auf, trat ans Fenster und ließ den Blick über die Docklands schweifen. Das ist n gutes Stück Arbeit, dass sie sich hier aufgehalst haben.


    Probleme gab es genug. Aber Probleme konnte man lösen. Platzregen setzt ein. Er grinst. Er liebt London.

  • Die Linie 199 fuhr von der Haltestelle Lewisham Station los. Die Räder der Waggons rappelten ganz schön als der Zug über den Weichenabschnitt fuhr. Durch das teilweise mit Graffiti besprühte Fenster blickend, sah Hooker die Skylinen von London. Es war ein grauer trister Morgen und die Wolken hingen schwer über der City, kein Sonnenstrahl kam hindurch. Die Überreste zerstörten Biokuppel hingen wie ein Todesschleier über der Innenstadt von London. Hooker schaute kurz auf sein Datapad um nochmal die neuen medizinischen Vorgaben von DocWagon zu studieren. Aber lautes Gequatsche lies in nochmal hochschauen. fünf junge Damen, zwei Orkinnen und drei Norms quatschten und kicherten vor sich hin ohne ein wenig Diskretion und Ruhe für ihre Umgebung übrig zuhaben. Sie waren wohl irgendwelche Bürokräfte, denn sie hatten die typischen Klamotten dafür an. weiße Bluse, Blazer in unterschiedlichen Farben, dazu der passende Rock und alle trugen Highheels. Ein Troll im Punker-Outfit und mit einem neongrünen Irokesenschnitt schaut kurz auf und schnaubte abfällig, bevor er wieder seine Augen schloss und weiter döst. Die restlichen Passagiere waren eine vielfältige Mischung aus Metas, sozialen Gruppierungen und Altersschichten. Die alle in den Außenbezirken von London lebten.


    Der Geruch innerhalb der Waggons, war eine Mischung aus alkoholischen Getränken und Pisse. Vielleicht schwabberte noch ein kleiner Dufte eines Joints durch die Luft.


    Hooker oder besser gesagt Thomas Nightingale wie sein bürgerlicher Name hieß, konzentrierte sich dann lieber wieder auf seine Daten. Er war nun seid gut sechs Jahren bei DocWagon angestellt und vor gut drei Monaten hatte er die Ausbildung zum Rettungssanitäter in einem High-Rescue-Team abschlossen. Danach hatte man ihm eine Stelle hier in London angeboten.


    Der junge Norm ging mit den Fingern seiner rechten Hand durch seine dunkelbraunen Haare. Für einen Norm war er wirklich ein Norm mit gut 1,82 und 85 Kilo war er der Durchschnitts-Norm zumindestens wenn man den Daten des britischen Gesundheitsamt glauben durfte.


    Seine blauen Augen schauten nochmal kurz zu den Sekretärinnen, aber die waren wohl ein Abteil weitergezogen. Denn nun standen dort ein altes Zwergen-Ehepaar mit Rollatoren.


    Hooker freute sich auf seinen neuen Job, das Team hatte auch schon die letzten drei Monate fleißig ihre Abläufe geprobt und bei normalen Einsätzen ihre Abläufe verfeinert.


    Vier Stationen noch und dann musste er die Linie wechseln, damit er zu den Docklands und damit ins HQ kommen konnte. Die Idee das Hauptquartier in den Docklands aufzubauen, war in seinen Augen zwar merkwürdig, aber die Damen und Herren der oberen Leitung wussten hoffentlich was sie taten. Zumindestens die Haltestelle war ein versifftes Loch mit Drogenabhängigen und Kleinkriminellen.

    Aber zum Glück wusste er sich zu wehren und außerdem hatte er heute keine Lust den alten Volkswagen Multicity, den er von seinem Vater und Mutter geschenkt bekommen hat, aus der engen Garage herauszuholen.


    Er legte sein Datapad wieder zurück in seine Tasche und schaute dann wieder raus und betrachte die Umgebung.


    //Der erste Tag als High-Rescue-Teammitglied, wie cool ist das denn//, dachte er sich.

  • Im tiefen Anflug auf das gerade erst fertiggestellte Hauptquartier DocWagons im Londoner Megasprawl glitt die ebenso brandneue Ares Venture Vektorschubmaschine elegant zwischen zwei hoch aufragenden Konzerntürmen Canary Wharfs hindurch. Winzig erscheinende Lichter aus unzähligen Fenstern zerteilten die tiefe Dunkelheit des frühen Neujahrsmorgens und ließen die exklusiven Wohntürme wie strahlende Säulen in den wolkenverhangenen britischen Himmel aufragen.


    Taylor lehnte sich entspannt im bequemen Sessel des Copiloten zurück und beobachtete aufmerksam, wie Lexi Shaw, die jüngste Piloten-Anwärterin des Medizindienstleisters in Großbritannien, den kraftvollen Thunderbird auf dem vorgegebenen Gleitpfad hielt. Die zierliche Orkin war beinahe vollständig im aktiven Riggerkokon des Pilotensessels verschwunden, nur der mit Elektronik vollgestopfte Pilotenhelm ragte aus den stoßdämpfenden Luftpolstern aus ballistischem Gewebe heraus, die Lexi eng umschlossen. Um Lexi sein Vertrauen zu ihren wachsenden Flugkünsten zu signalisieren, hatte Taylor auf die Aktivierung des Riggerkokons verzichtet und stützte einen bestiefelten Fuß lässig an der robusten Frontkonsole ab. Seinen Pilotenhelm stabilisierte er mit einer Hand sorglos auf seinem Schoß und fuhr sich mit der anderen durch die kurzgeschnittenen blonden Haare und über die Spitzen seiner elfischen Ohren. Taylors entspannte Körperhaltung täuschte darüber hinweg, dass die Reaktionsverstärkung seines kybernetisch verstärkten Rückgrats ihn binnen Sekundenbruchteilen in eine unterstützende Position bringen konnte. Aber das würde nicht erforderlich sein.


    »Delta Victor Four Two, erbitte Landefreigabe«
    , sendete Lexi im verschlüsselten Netzwerk DocWagons. »Landefreigabe erteilt, Delta Victor Four Two. Pad 6«, erklang beinahe sofort die sonore Stimme des diensthabenden Air-Dispatchers.


    Das AR-Overlay seines integrierten Kommlinks war mit der Sensorik der Vektorschubmaschine verbunden, deren Restlichtverstärker die Skyline Londons nur noch heller erstrahlen ließen. Taylor blickte gespannt auf eine bestimmte Stelle des vor ihnen in der AR gezeichneten Flugvektors, die sich ihnen schnell näherte und an welcher Lexi die Ares Venture in eine Linkskurve legen würde, um über die toxisch verschmutzte Themse zum vorgegebenen Landepad auf dem Dach der DocWagon-Niederlassung hinabzutauchen.


    Da
    , dachte Taylor. Und schon ging ein Zittern durch den Thunderbird, als er mitten in der Kurve auf die über der Themse häufig vorkommende Luftverwirbelung traf. Er spürte, wie sich die Schubkraft der beiden Backborddüsen leicht erhöhte, als Lexi ohne Schwierigkeiten die Fluglage der Vektorschubmaschine stabilisierte. Taylors grasgrüne Augen funkelten wohlwollend und er nickte anerkennend, was die eingeriggte Piloten-Anwärterin sicherlich über die Innenkameras des Cockpits beobachtete. Einen Augenblick später fuhr Lexi alle vier Schubdüsen auf hohe Last und setzte die funkelnagelneue Ares Venture sauber auf die Mitte des Landepads für Ersatzmaschinen. „Gut gemacht“, sagte Taylor halblaut und lächelte kurz in die Cockpitkamera, bevor er den Schnellverschluss des Fünfpunktgurtes löste und zwischen den Pilotensesseln nach hinten in die Passagierkabine ging.


    Sein Team hatte heute eigentlich frei. Aber alle Metamenschen, die er auf dem Kontinent kannte, arbeiteten für DocWagon. Deshalb fiel es Taylor schwer den Feiertag einsam in seinem Apartment zu verbringen, das der Megakon ihm, wie allen amerikanischen Mitarbeitern, in einem gepflegten Wohnturm am Archway bereitgestellt hatte. Nein, da wusste er seine Freizeit besser zu nutzen, indem er sich von Lexi mit der neuen Ersatzmaschine abholen ließ. Die frisch gelieferte Ares Venture hatte einen Erprobungsflug benötigt und gleichzeitig konnte Taylor der jungen Piloten-Anwärterin, die ansonsten als Mechanikerin der Flugbereitschaft tätig war, eine weitere Flugstunde mit Beurteilung eines erfahrenen DocWagon-Piloten verschaffen. So fühlte sich sein Start in den Feiertag gleich viel besser an.

  • Mira Caldwell, Codename: ASKA


    01. Januar 2073 – London Metro, Linie Docklands

    Der metallische Klang der durchfahrenden Metro hallte in Miras Ohren, während sie mit verschränkten Armen auf ihrem Sitz lehnte und aus dem beschlagenen Fenster starrte. Draußen war die Welt grau. Der Regen schlug in feinen, kalten Tropfen gegen das Glas, und die trübe Morgensonne hatte Mühe, durch die dicke Schicht aus Wolken, Smog und Neujahrs-Rauchschwaden zu dringen, die über der Stadt lagen. London roch nach alten Zigaretten, Ozongewitter und billigem Feuerwerk vom Vorabend.

    In der Kabine war es warm, fast zu warm. Der Geruch von nassem Kunststoff und feuchten Jacken stieg ihr in die Nase. Gegenüber saß ein älterer Ork mit tiefen Furchen im Gesicht, der eine verschlissene Uniform der Royal Mail trug. Neben ihm döste ein Teenager, möglicherweise ein Elf, das Gesicht unter einer Kapuze verborgen, aus der bunte Cyberoptik-Kabel hervorquollen. Ein Kind mit hellblauen Leuchttattoos auf den Fingern spielte mit einem veralteten AR-Puzzle, das immer wieder flackerte.

    Mira saß da in Zivilkleidung: dunkle Hose, schlichte Jacke, die Uniform ordentlich gefaltet im Rucksack neben ihr. Sie wirkte unscheinbar, und doch verrieten ihre Haltung und der angespannte Blick die Nervosität, die sie zu unterdrücken versuchte. In einer der Metro-Ecken spielte ein Straßenkünstler leise Saxophon – die Töne mischten sich mit dem entfernten Heulen von Sirenen draußen auf den Straßen.


    London.

    Ihr neues Zuhause. Zumindest vorerst.

    Sie scrollte erneut durch die Einsatzberichte des letzten Quartals. Als Teamärztin war sie nicht nur für die Leben ihrer Patienten verantwortlich, sondern auch für das medizinische Management der Einheit. Und dieses Mal war sie die Leitung. Die Verantwortung wog schwer auf ihr – schwerer als der Regen, der gegen das Fenster prasselte.

    Noch zehn Minuten bis Docklands.

    Sie dachte zurück an Seattle – an den Unfall.

    Eine klare Nacht, ein schneller Wagen, ein dummer Fehler. Der Autopilot hatte geblinkt, sie hatte ihn ignoriert. Die Musik war laut gewesen, der Alkoholpegel zu hoch, der Reflex zu spät. Der LKW hatte die Spur gewechselt, sie war einfach zu spät gewesen. Der Crash war brutal. Die Klinik, die Kosten, die Sucht, der Zerfall.


    "Entzug oder Kündigung."

    Das hatte es geheißen. London war ihr Ticket aus der Misere. Oder ein weiterer Absturz.

    Ein Ruck ging durch die Bahn, als sie in den nächsten Tunnel einfuhr. Die Lichter flackerten kurz. Mira ließ sich die Zeit einblenden – 07:43 Uhr. Noch fünf Minuten zu Fuß. Sie griff nach dem Rucksack, überprüfte die Waffe im abgeschirmten Fach. Sie wusste, dass Waffen in Großbritannien deutlich strenger kontrolliert wurden – aber sie fühlte sich ohne nicht sicher. Mit geübtem Griff steckte sie die Pistole in den Hosenbund, die Jacke darüber.

    Die Station war trostlos. Beton, Graffiti, der Geruch von heißem Öl und schalem Bier vom Vorabend. Ein Obdachloser – vielleicht ein Zwerg – wühlte in einem offenen Müllcontainer. Eine Überwachungskamera folgte ihr träge mit summender Linse. Als sie das Tor zur DocWagon-Einheit erreichte, fiel ihr ein schwerer Schatten über den Weg.

    Die Ares Venture senkte sich mit heulenden Vektorschubtriebwerken auf das Landepad. Der Abwind wirbelte Papier, Müll und feinen Regen auf. Ihre roten Haare peitschten ihr ins Gesicht, und sie musste sich ducken, um den Dreck nicht in die Augen zu bekommen.


    Sie wollte heute mit den Vorgesetzten sprechen. Vielleicht musste sie noch ein paar Schulungen absolvieren und sie wollte die Ausrüstung durchgehen. Nicht nur ihre persönliche, sondern auch die des HTR-Wagens. Wollte wissen wo alles verstaut war. Sie wusste aus ihrer Zeit in der Notaufnahme das es wichtig war zu wissen wo alles war. Sekunden konnten über Leben und Tod entscheiden.


    Willkommen im Außendienst.

    Die Maschine sah aus wie aus dem Prospekt – top in Schuss. Wenigstens an der Hardware wurde bei DocWagon nicht gespart. Ein gutes Zeichen. Sie richtete sich auf, atmete tief durch, als sich die Seitentür der Venture öffnete. Es war so weit.

    Neues Jahr. Neues Team. Neue Chance.

  • London City - Penthouse Apartment "Mayfair", 1. Januar. Früher Nachmittag


    Der Regen hatte sich über Nacht gehalten, feiner, grauer Nebel hing über den glänzenden Scheiben des Penthouses. Die Stadt draußen war gedämpft, als hätte der erste Tag des neuen Jahres selbst noch Kopfschmerzen von gestern.

    Sie saß in einem bequemen Sessel nahe der raumhohen Fensterfront. Ihre Beine waren angewinkelt, ein Wollplaid über den Knien, in der Hand ein echtes Buch – kein Display, kein blinkender Rand, sondern gebundene Seiten aus Papier, mit leicht vergilbtem Schnitt.



    Auf dem Couchtisch dampfte eine Tasse Earl Grey, aus einer guten Porzellantasse mit feinem Goldrand, ihre Aussteuer, von der sie ausgeht sie nie zu brauchen.Der Geruch von schwarzem Tee, Zitrone, Milch und Regen durch das gekippte Fenster erfüllte den Raum.



    Das Kleid, das sie gestern auf der Silvesterfeier getragen hatte – ein schlank geschnittenes, tief dunkelblaues Abendkleid mit leichten metallischen Akzenten – hing nun über dem Stuhl gegenüber. Daneben zwei Gläser, halb ausgetrunken, in dem sich ein letzter Rest Champagner sammelte.



    Er war vor weniger als einer Stunde gegangen. Ohne große Worte, aber auch ohne Eile. Die Art von Abschied, die sich nicht wie Verlust, sondern wie ein stiller Pakt anfühlt. Etwas Unverbindliches, das für beide Seiten gerade richtig war. Sie hatten sich auf der Feier getroffen – zufällig, obwohl sie sich kannten und wieder einmal mit dem instinktiven Erkennen zweier Menschen, die den Lärm der Gesellschaft lieber von innen beobachten, als wirklich darin zu stehen.



    Das leise Klingeln ihres Mobilgeräts durchbrach die Stille. Sie nahm das Gespräch an, noch bevor sie auf das Display schaute.



    Guten Morgen, Mama"


    „Guten Nachmittag, meine Liebe. Du klingst… entspannt."


    > „

    Ich bin entspannt. Und müde. Ich glaube, das nennt man einen Kater in Würde.“

    Ein sanftes Lachen am anderen Ende der Leitung, hell und warm, mit einem Hauch von ironischer Distanz – typisch für ihre Mutter.



    > „Ich nehme an, du hast Silvester nicht allein verbracht.“



    > „

    Ich nehme an, du kennst die Antwort längst.“

    Sie blätterte eine Seite um, hielt kurz inne. Ihre Mutter schwieg, aber das Schweigen war angenehm, gefüllt mit mütterlicher Kenntnis und einer Spur Neugier, die sie nie ganz unterdrücken konnte.



    > „Und wie war’s?“



    > „

    Laut. Politisch. Teuer. Ich habe das beste Dessert ignoriert und mit jemandem über die Zukunft von Sanitätsdrohnen gestritten.“

    > „Ein guter Abend also.“



    > „

    Ein interessanter Abend.“

    Draußen flog ein Polizeidrohner im lautlosen Gleitflug an der Scheibe vorbei. Sie blickte ihm nach, dann senkte sie den Blick zurück in ihr Buch. Orwell. Natürlich. Wahrscheinlich zum zehnten Mal. Gewohnheiten halfen, das Jahr zu beginnen.



    > „

    Ich komme dich nächste Woche besuchen, ja? Tee am Fenster, wie früher.“

    > „Ich stelle schon mal die gute Teekanne bereit.“



    Als das Gespräch endete, stand sie nicht gleich auf. Sie nahm einen weiteren Schluck Tee, atmete tief durch und hörte nur noch das entfernte Summen der Stadt, das Prasseln des Regens und das Rascheln von Papier.



    Ein neuer Anfang, wie so oft. Aber auf ihre Weise. Sie freute sich schon auf den Dienstantritt morgen.

  • London - alles bleibt anders


    Fremd und doch wohl vertraut. Die Stadt hatte sich verändert. Und war doch die gleiche geblieben. Aber was sind schon zwölf Jahre für eine Stadt?


    Carmen musste schmunzeln. Irgendwo hatte sie mal gehört, dass der metamenschliche Körper alle seine Zellen im Zeitraum von sieben Jahre komplett erneuert hat. Bei Orks sogar schneller.

    So gesehen war sie ein neuer Mensch - nein, zwei neue Menschen - die in die Stadt gekommen waren.


    Wieder musste sie schmunzeln.


    Ihr Blick fiel auf den großen Spiegel an der Wand. Aus dem jungen Mädchen von damals war eine junge Frau geworden. Nur in Panties und Sportbra. So trainierte sie am liebsten.

    Gut durchtrainiert und verschwitzt. Der Körper wohl geformt und gestählt.


    Selbst ihr Blick war hart wie Stahl. Hatten ihre grünen Augen doch ungeachtet ihres jungen Alters zu viel Leid und Grausamkeiten gesehen.
    Doch jetzt waren sie auch müde. Müde und voller Sorge.


    Sorge um ihren Großvater.


    Als sie gehört hatte, nein als sie das örtliche Krankenhaus davon informiert hatte das er im Koma lag - das er im Koma lag und die Geldmittel nicht reichen würden um Großvater noch länger zu betreuen - war sie sofort gekommen um bei ihm zu sein und für die Kosten aufzukommen.


    Tag und Nacht war sie an seiner Seite und hielt seine Hand. Sein Zustand verbesserte sich. Langsam aber doch.


    Dich bald zeigte sich auch, dass auch ihre Geldquellen früher oder später versiegen würden.


    Sie brauchte Geld - für Großvater - der einzige ihrer Familie der ihr noch geblieben war.


    So war es eine glückliche Fügung, dass sie im Krankenhaus mitanhörte DocWagon würde Personal suchen und gutes Geld bezahlen.

    Nicht unweit ihrer - nein Großvaters - Wohnung sollte ein neuer Stützpunkt entstehen und man hatte ihr eine Stelle angeboten.


    Alles würde gut werden.

  • 01.01.2073
    Jonathan Fairfax saß auf dem Rücksitz des Wagens, den Blick auf das trübe London gerichtet, das langsam am Fenster vorbeizog. Der Himmel hing tief, grau und schwer, als würde selbst das Wetter noch mit einem Kater kämpfen. Seine Kaffeetasse ruhte sicher in der Halterung der Konsole, daneben lag sein Diensthandy – ausnahmsweise stummgeschaltet.


    Er trug einen frischen Anzug, unauffällig dunkel, klassisch geschnitten. Die Krawatte hatte er noch nicht gebunden, der Kragen seines Hemds stand offen. Das war ungewöhnlich für ihn – und vielleicht das Einzige, was auf die vergangene Nacht hindeutete.


    Ein leises Lächeln zuckte über seine Lippen, kaum wahrnehmbar, während sein Blick ins Leere glitt. Nicht wegen des Jahreswechsels. Nicht wegen der zu lauten, zu politisch geladenen Feier. Sondern wegen des Morgens danach.


    Ein ruhiger Abschied. Kein Drama, kein Bedauern. Nur Stille, die nicht unangenehm war.


    Er fuhr sich mit einer Hand über die Schläfe. Übernächtigt, aber nicht erschöpft. Eher… klarer als sonst. Als hätte sich ein Knoten gelöst, von dem er nicht gewusst hatte, dass er da war.


    Sein Fahrer bog in die Zufahrt der Docklands-Zentrale ein. Fairfax schloss den obersten Knopf seines Hemdes und griff nach der Krawatte.


    Morgen war der erste Diensttag des neuen Teams. Heute war zum Atmen da. Zum Nachdenken. Vielleicht auch zum Erinnern, wenn auch nur flüchtig.


    Auf jeden Fall aber zum Vorbereiten. Er verspricht sich einiges vom ersten Team, dass Seattle als temporäre Verstärkung schickt. Es ist ein zusammengewürfelter Haufen. Aber ein Haufen aus Profis. Alle Bewertungen sehen gut aus. Und Fairfax wollte verdammt sein. Wenn er Team 17 nicht von London überzeugen konnte. Er wünscht sich, dass es fester Bestandteil seines Kaders wird. Wenn er das richtig einschätzt, gibt es da schon die ein oder andere Bindung zur Stadt. Den Rest wird er mit kompeter Führung an sich binden. Was Seattle davon hält, wenn er ihnen die Leute abwirbt… das ist ein Problem, dem er sich zu gegebener Zeit widmen wird.


    Er band den Knoten der Krawatte mit geübter Routine. Dann trat er hinaus in die nasse Luft von London.

  • DocWagon London – Docklands HQ, 2. Januar, 07:48 Uhr – Einsatzbesprechungsraum A


    Der Konferenzraum roch noch leicht nach frischer Farbe und neuem Teppichboden. Große Panoramascheiben zeigten den morgendlichen Nebel über den Docklands, während die langsam aufgehende Sonne sich kaum gegen das bleigraue Himmelsdach durchsetzen konnte. Der Blick nach draußen offenbarte Kräne, Lagerhäuser, flackernde Reklametafeln und die ersten Streifenwagen, die ihre Runde durch die erwachende Nachbarschaft drehten.


    Drinnen war es hell, steril, modern – aber nicht ungemütlich. Der Besprechungstisch war groß genug für zwölf Personen, eingelassen in ein Wandpanel leuchtete das DocWagon-Logo in kühlem Weiß. An der Stirnseite des Raumes standen zwei silberne Kannen – eine mit Earl Grey , eine mit schwarzem Frühstückstee. Dem Kaffee Londons. Beide handgebrüht, nicht aus Stilgründen, sondern aus Gründen der Notwenigkeit, wie jeder weiß, der sich schon Tee oder Kaffee in diesem HQ ziehen wollte. Ein Tablett mit schlichten Tassen, zwei Sorten Kekse und ein paar Proteinriegeln lag daneben. Die Uhr über dem Whiteboard zählte langsam Richtung Acht.


    Die Tür öffnete sich. Auftritt Fairfax.

    Er ist schon im Raum, bevor man ihn bemerkt.


    Nicht weil er sich besonders leise bewegt – sondern weil er sich natürlich dort bewegt, als gehöre der Raum ihm. Was er vielleicht auch tut.


    Die Kleidung, die er trägt, ist eindeutig DocWagon – aber nicht das Standardzeug, das die regulären Einsatzkräfte oder das mittlere Management bekommen. Das hier ist… schärfer geschnitten. Glatter. Weniger Panik, mehr Kontrolle. Als würde das Chaos des Neuaufbaus an ihm abperlen. Die Jacke sitzt perfekt, das Grau mit dem feinen blauen Schimmer wirkt je nach Licht wie eine Mischung aus Stahl und Rauch. Kein Glanz, kein Prunk. Nur Klarheit.


    Am linken Ärmel ist ein gesticktes DocWagon-Emblem zu erkennen – Ton in Ton, kein auffälliges Rot, kein grelles Weiß. Dezent. Und gerade deshalb unmissverständlich. Rangabzeichen? Ein kleines, dunkles Metallplättchen über der Brusttasche. Keine Namen, keine großen Buchstaben. Aber man weiß einfach, dass er hier das Sagen hat.


    Der Kragen ist offen – in diesem Fall nicht nachlässig, eher… kontrolliert entspannt. Wie jemand, der gestern spät dran war, aber trotzdem pünktlich erscheint. Und auf subtile Weise erinnert sein gesamter Auftritt daran, dass Autorität nicht gebrüllt werden muss. Sie kann einfach da sein.


    Die Hose ist taktisch, aber nicht schwer. Die Schuhe scheinen keine Geräusche zu machen. Und als er an einem vorbeigeht, wirkt es fast so, als würde selbst das Licht sich in seinem Umfeld ruhiger verhalten.


    Er sagt zunächst nichts. Blickt nur in die Runde. Mustert Gesichter. Kein kalter Blick, kein prüfender Scanner wie bei anderen in seiner Position. Mehr wie jemand, der wissen will, ob du bereit bist – und dir zutraut, dass du es bist.


    Er ist nicht hier, um zu gefallen. Aber wenn man ihm gegenübersteht, wird plötzlich klar, warum andere folgen – und nicht nur gehorchen.


    Jonathan Fairfax. Einsatzkoordination. DocWagon London.

    Und das hier ist sein Team.


    „Guten Morgen“, sagte er mit einem kurzen Nicken in die Runde, mehr Tonfall als Inhalt, aber höflich. Er setzt sich und schaut auf sein Datenpad, als würde er alles noch einmal durchgehen, was er zu sagen hat. Oder als würde er sich parallel mit etwas Anderem beschäftigen müssen, was seiner Position ebenfalls angemessen wäre. Hier in diesem HQ steht niemand über ihm.


    Dicht hinter ihm betritt Dr. Evelyn Ashworth den Raum. Ihr Auftreten ist sachlich, ihre Kleidung makellos: grauer Rock, dunkle Bluse, ein dezenter medizinischer PIN am Revers. Ohne ein Wort stellt sie eine kleine Thermoskanne auf den Tisch, entkorkt sie und schenkt sich eine Tasse ein. Der Geruch von frisch aufgebrühtem, hochklassigem Kaffee füllt für einen Moment die Luft – weich, nussig, mit einer leichten floralen Note.


    Dass sie damit zu einer morgendlichen Teambesprechung erscheint, während für alle anderen im Haus weder Tee noch Kaffee automatisiert verfügbar sind, scheint sie nicht zu registrieren. Oder es interessiert sie einfach nicht. Ihr Blick bleibt neutral, ungerührt.


    Die Kaffeemaschine in der Notaufnahme ist noch nicht angeschlossen, stellt sie knapp fest und deutet auf die Kannen Wer wach werden will, greift besser zum bereitgestellten Tee.


    Ein kurzes Schmunzeln, das fast wie ein Fehler wirkt, huscht über ihr Gesicht – als hätte sie die Ironie gerade selbst zum ersten Mal bemerkt.


    Ein beiläufiger Blick auf die bereitgestellten Beutel mit klassischer Schwarzteemischung aus dem Vorrat entlockt ihr keine sichtbare Reaktion. Aber irgendetwas in ihrer Haltung macht deutlich: Für sie ist das hier kaum mehr als warmes Wasser mit Farbe. Nützlich, vielleicht – aber kaum genießbar.


    Dann ein weiteres Paar Schritte.

    Die Türen gleiten auf. Major Dex MacKenna tritt ein – schweigsam, präzise, ohne Umwege. Seine Uniform sitzt perfekt: taktisches Grau, schlichte Rangabzeichen, robuste Einsatzstiefel. Keine Show. Keine Schwächen.


    Er wirkt wie jemand, der die Welt nicht durch Fenster kennt, sondern aus dem Feld. Narben an der Schläfe, kantige Gesichtszüge, der Blick scharf, aber ruhig. In der Hand: eine alte Metalltasse mit einfachem, starkem Kaffee. Keine Extravaganz. Kein Smalltalk.


    Er wählt einen Platz, der Präsenz zeigt, ohne Ansprüche zu erheben – mittendrin, nicht im Mittelpunkt. Die Arme locker verschränkt, das Gewicht gleichmäßig verteilt, die Augen auf den Raum gerichtet. Kein Urteil, nur Analyse.


    Dex redet nicht, solange es nicht nötig ist. Aber es ist klar: Wenn er spricht, hört man zu.


    Fairfax warf einen Blick zur Tür.

    „Wir warten noch auf McMillan – Technik läuft gerade heiß.“


    Er ließ eine kurze Pause.

    „Sobald er hier ist, halte ich das Briefing kurz – Sie lernen sich heute ohnehin im Feld besser kennen als hier im Raum.“


    Noch sagte niemand etwas weiter. Die Uhr sprang auf 07:50.


    Angus „Gears“ McMillan betritt den Raum mit der Unaufgeregtheit eines Mannes, der schon zu viele Einsatzbesprechungen überlebt hat, um sich noch von Formalitäten beeindrucken zu lassen. Der Geruch von Maschinenöl hängt irgendwie immer an ihm, obwohl seine Kleidung sauber ist: ein technischer Einsatzoverall, auf Maß geschneidert, dunkelgrau mit DocWagon-Emblem, offene Jacke über einem alten Bandshirt. An der Gürtelschlaufe hängt ein multifunktionales Werkzeugmodul, das er nie abnimmt.


    Er nickt Fairfax knapp zu, ignoriert Ashworths Blick – oder tut zumindest so – und bleibt lieber stehen, wie immer. In Bewegung bleiben liegt ihm mehr als Sitzen.


    Falls jemand wissen will, wie viele Systeme heute früh schon rumgezickt haben: Ich hab mitgezählt. Die Zahl gefällt euch nicht


    Fairfax verengt die Augen und lässt seine Stimme ruhig, aber mit spürbarer Deutlichkeit erklingen: „Gears, ich brauche keine schlechten Nachrichten, bevor das Team überhaupt einen Fuß in die Tür gesetzt hat. Aber ich schätze deine Ehrlichkeit.“


    Er macht eine kurze Pause, blickt kurz zu Ashworth und dann zurück zu McMillan. „Das ist ein Problem, aber kein Grund zur Panik. Wir lösen das – professionell und schnell. Ich zähle auf dich.“


    Gears deutet süffisant einen Salut an. Zu Befehl, Sir! Scheint er zu sagen. Und damit durchzukommen scheint er auch.

  • Mira saß abermals im Zug Richtung Docklands. Sie hatte einen Mehrweg Thermobecher von Tesco mit dampfenden Kaffee vor sich stehen und daneben eine Papiertüte auf der Teco Finest drauf stand. In ihr war ein Steak and Kidney Pie. Der echte Kaffe schwarz und heis war ein Luxus auf den sie nicht verzichten wollte. Die Blätterteigtasche war im Angebot gewesen und Mira war neugierig auf den Geschmack. Steak war schoan mal gutr auch wenn sie bezweifelte ob das steak je Fleisch gesehen hatte. Aber Kidney also Niere? Wer würde so etwas essen? Sie schaute sich im Abteil um. Es waren sehr viel mehr Metamenschen unterwegs als gestern. Es hing eine bleierne Müdigkeit in der Atmosphäre, die durch das trübe Wetter verstärkt wurde.

    //Ob ich hier je die Sonne sehen werde?// fragte sich Mira. Sie packte die Teigtasche aus und legte sie auf die Papiertüte. Sie betrachtete die Runde Teigtasche eine Weile. Jetzt da sie aus der Aromaversiegelungstüte entfernt worden war stieg ihr der Geruch in die Nase. Sie roch nach frischer herzhafter Backware. Definitiv nicht unangenehm.

    Sie biss zaghaft rein. Der Blätterteig brach beim reinbeißen. Das innere war nicht trocken. Die Fleischstücke waren eingebettet in einer dunklen Soße. Sie war überrascht wie gut der Pie schmeckte. Ganz unbewusst entschied sie sich sich jetzt jeden Morgen eine dieser Teigtaschen zu holen. Eh sie sich versah hatte sie diese vertilgt. Zurück bleib ein angenehmer Geschmack. Sie schwelgte noch ein wenig. Der Zug hielt und Fahrgäste wechselten. Ein paar Punkrer stiegen ein. Bilige Bierdosen in der Hand. Bunte Irokesenfrisur und zusammengeflickte Kleidung mit dieseren AR-Pads mit anti Establisment Parolen. Einer trug offen einen Baseballschlager mit Aufklebern einer Mira unbekannten Sportmannschaft drauf. Musste wohl eine lokale Mannschaft sein. Sie unterhielten sich lautstark im tiefsten Eastend Dialekt. Mira verstand weniger las die Hälfte. Die restleichen Fahrgäste schienen die Jungs aber nicht weiter zu beachten. War wohl Alltag für die einheimischen Pendler.


    Dann war auch die Station erreicht an der Mira aussteigen musste. Sie schnappte sich ihren Rucksack und den Mehrwegbescher. Der Obdachlose von gestern war immer noch an der gleichen Stelle. Mira gab ihm ein paar Kreds, die sie extra für diesen Moment eingetauscht hatte.Sie erwartete keine Dankbarkeit.


    Im Stützpunkt angekommen ging sie in den Spindraum. Stellte den Kaffeebescher auf ihren Spind und legte ihre Alltagskleidung ab. Auf ihrem linken Unterarm schlängelte sich ein Schlangentattoo. Sie hatte sich dies stechen lassen als sie vor einer halben Ewigkeit von Schlange erwählt worden war. Es war auf einer Studentenparty gewesen und sie von einem Komolitonen ein paar experimentelle Drogen ausprobiert hatte. An viel konnte sie sich nicht mehr erinnern. Nur das seid diesm Abend sich ihr Leben verändert hatte. Sie hatte am nächsten Tag ihr Jurastudium geschmissen und sich für das Medizinstudium eingeschrieben. Sie musst ein Semester nach machen, aber den ganzen Rechtskram musste sie zum Glück nicht wiederholen. Sie zog sich die Doc Waggon Uniform an. Es war immer noch ungewohnt. Früher war ein Arztkittel ihre Arbeitskleidung gewesen. Jetzt war es eine leicht gepanzerte Uniform. Kevlar verstärkte Multifunktionshose und ein ebenfalls verstärktes Hemd. Unter diesem trug sie noch ein verstärktes armelloses Unterhemd. Überall sichtbar das doc Wagon Logo. An ihrem Hals baumelten die Dog Tags. Auch das war ungewohnt.

    Sie überprüfte den Sitz ihrer Uniform Die gestickten Badges wiesen sie klar als Ärztin aus. Sie schnappte sich ihr Datapad und schloss den Spind. Als letztes griff sie nach der Tasse und machte sich auf zum Konferenzraum in der ihr Team und die Doc Waggon Leitung ihr erstes Meeting haben würden. Gestern hatte sie schon ein paar aus der anderen Schicht kennen gelernt und sich mit dem Wagen und der Ausrüstung vertraut gemacht. Sie hatte ein bisschen Klatsch und Tratsch ausgetauscht. Als sie in den Raum trat sah sie das Teebuffet aufgebaut. Kurz überlegte sie ob sie den Kaffee weg stellen sollte entschied sich aber dagegen. Sie setzte sich an den Tisch und wartete das das restliche Team eintreffen würde. Es waren noch fast 15 Minuten bis zum offiziellen Start des Meetings.

  • Thomas Nightingale (Hooker)


    Thomas lag entspannt auf einer der neuen ergonomischen Lernstühle in einen von vielen Seminarräumen des HQ und hatte die neuen Ohrstöpsel von Novatech MusicWare in den Ohren um den Vortrag Erste Hilfe-Kurs A2-3v 1 nicht nur visuell zu verfolgen. Die zwei elfischen Seminarleiterinen hatten ihren eigenen Stil für diesen Kurs und das machte es deutlich angenehmer zu zuhören als bei anderen Kursen an die Thomas schon teilgenommen hatte.


    Da Blinke des Rot in seinem Sichtfeld.


    //Fuck, ich komme nicht beim ersten Meeting des neuen Teams zu spät.//  


    Also sprang er auf, zog die Ohrstöpsel aus seinen Ohren und steckte sie Weg, schnappte sich noch sein Tablet vom Tisch und seine Umhängetasche und verlies leise und bedacht den Seminarraum. Die fünf anwesenden Metas ignorierten ihn beim Verlassen größtensteils.


    Er ging schnellen Schrittes, ohne zu Laufen, durch die Gänge, nahm einen Aufzug und stand dann vor der Türe des Meetingraums. Er schaute nochmal kurz auf seine Uhr und war froh fünf Minuten früher anzukommen, als notwendig.


    Er öffnete die Türe schaute sich um, und suchte sich einen freien Platz.


    Also dann die Chefetage eintrat, nickte er kurz jedem mit einem freundlichen Lächeln zu ohne etwas zu sagen.


    Der Kaffee von Dr. Evelyn Ashworth roch einfach zu gut, aber teilen war wohl nicht so ihr Ding. Also schnappte er sich seinen wiederverwertbaren Kaffeebecher aus seiner Tasche und schüttete sich etwas vom Tee ein.


    //Verdammt echter Kaffee war doch einfach .... Es war eine andere Liga! Probiert hätte ich ihn schon gerne.///


    Er nippte weiter an den Tee und hörte aufmerksam zu. Mal schauen was die Chefetage mit dem Team so vorhatte.

  • Carmen Kowalsky (KC oder Hunter)


    Eine Minute vor dem anberaumten Termin betrat KC mit einem freundlichen „Guten Morgen“ den Besprechungsraum. Suchte sich einen freien Stuhl und warf dabei einen kurzen Blick in die Runde.


    Chef-Etage. Nicht schlecht.


    Ihr Kontakt dürfte Recht behalten haben. Das hier sieht wirklich nach etwas Größeres aus. Nicht ohne Grund würde Doc Wagon jede Menge Tech und gutes Personal hier einsetzen. Die Frage war, ob man dem Druck standhalten würde können. Aber das war nicht ihr Problem.


    Sie war früh aufgestanden und hatte einen Sprung in der Klinik vorbeigeschaut. Die Lage war unverändert und sie war sich nicht sicher ob sie dies als gutes oder schlechtes Zeichen interpretieren sollte.


    Sie fischte eine Dose красный бык aus

    ihrer Jacke. Das russische Red Bull oder besser Krasnyy Byk in der derzeit angesagten Camo-Edition.

    Die russische Variante war stärker, billiger und schmeckte nur halb so süß. Alles nur Vorteile. Zum Glück hatte sie hier in London einen Händler dafür aufgetan.

    Der Verschluss klackte beim Öffnen und genüsslich nahm sie einen Schluck bevor sie die Dose vor sich hinstellte.

    Mit diesem ganzen Tee- und Kaffee-Zeug konnte sie eher weniger anfangen.


    Im Gedanken ging sie die Namen der anwesenden Personen durch und welche Position sie hier im Unternehmen inne hatten.

  • Mit schnellen Schritten nahm Taylor die Treppe hinauf zum Einsatzbesprechungsraum A, in welchem Jonathan Fairfax in Kürze sein neues Team in Dienst stellen würde. Die Bewegung half ihm seinen Ärger abzubauen. Gerade erst hatte er erfahren, dass sich beim Equipment-Check der aus Atlanta gelieferten Riggerkonsolen herausgestellt hatte, dass deren Kommunikationsarchitektur funktionsuntüchtig gefertigt worden war, was die Verschlüsselung völlig unbrauchbar machte. Die Geräte hatten nur Schrottwert. So ein Drek! Ohne Riggerkonsole würde es für ihn natürlich ungleich schwerer werden, zwischen Fahrzeug und Drohnen zu wechseln, vom Einsatz von Autosofts gar nicht zu reden. Aber es blieb ihnen nichts weiter übrig, als auf die nächste Lieferung aus den CAS zu warten.


    Vor dem Konferenzraum blieb Taylor einen Moment stehen und atmete tief durch. Lass Dich vom Stress nicht ablenken, sagte er sich. Die Digitalanzeige in seinem AR-Display zeigte 07:42 Uhr. Er atmete langsam aus und sein Ärger schwand langsam zu einem immer schwächer werdenden Hintergrundrauschen. Ihm wurde wieder bewusst, wie gespannt er darauf war, seine Teammitglieder kennenzulernen. Fairfax hatte auf jeden Fall eine Gabe, die richtigen Individuen zusammenzubringen, das hatte er über ihn gelernt.


    Mit der freien Hand strich er schnell noch ein paar, beinahe imaginäre, Falten in seinem gepanzerten Pilotenanzug glatt, fasste mit der anderen den Thermosbecher mit heißem Soykaf fester und öffnete erwartungsvoll die Tür.

  • Verity Hargrave


    Verity saß in ihrem Wagen. Kein übermotorisiertes Statussymbol, sondern ein leiser, eleganter E-Wagen in tiefem Anthrazit, mit klaren Linien und exakt so vielen autonomen Systemen, wie sie dulden konnte – aber nicht mehr. Sie fuhr ihn selbst. Immer. Auch heute.


    Das Innenleben des Wagens war aufgeräumt, funktional. Auf dem Beifahrersitz stand eine Thermoskanne aus gebürstetem Stahl mit Tee. Earl Grey natürlich, richtiger Tee, von Hand aufgegossen, gezogen auf genau fünf Minuten, verfeinert mit Zitrone und Milch.


    Um 07:30 Uhr parkte sie am DocWagon-Hauptstützpunkt und ging von dort direkt zu den Umkleiden.

    Sie hängte ihren Mantel ordentlich auf, faltete Schal und Handschuhe, setzte sich auf die schmale Bank, um die Stiefel zu wechseln. Ihr Blick fiel auf ihr Spiegelbild in der Metalltür – das ruhige Gesicht, die leicht zerzauste rotblonde Strähne, die sich trotz Haargummi aus dem Zopf gestohlen hatte, und die blauen Augen, die genau wussten, was sie heute erwartet und die sich schon darauf freuten. Es würde ein guter Tag werden, in dieser Hinsicht war sie Optimistin, immerhin liebt sie was sie tut.


    Die Uniform saß perfekt. Funktional, mit taktischem Schnitt und verstärkten Zonen, medizinisch durchdacht und doch feldtauglich. Verity war zufrieden und schloss den Spint.


    Um 07:55 Uhr betrat sie den Einsatzraum.


    Es war still. Einige Kollegen waren bereits da, als sie eintrat. Varety nickte knapp, höflich, britisch. Nicht unterkühlt, aber bewusst präzise.


    Sie setzte sich an den freien Platz, stellte ihre Thermoskanne sorgfältig auf den Tisch. Kein Becher aus der Maschine. Kein Plastik. Sie schraubte ihren eigenen Becher ab, goss ein, und nahm einen ersten, ruhigen Schluck.

  • Sobald alle sitzen hebt Fairfax den Blick von seinem Pad. Er steht auf, damit jeder bemerkt, dass es nun losgeht. Er muss nicht laut reden, um jedem zu zeigen, dass er etwas zu sagen hat


    „Dann noch einmal, jetzt wo wir vollzählig sind. Guten Morgen. Willkommen in London.“


    Er lässt seine Worte wirken, bevor er fortfährt – mit klarer Stimme, ohne überflüssige Dramatik.


    „Mein Name ist Jonathan Fairfax. Ich leite die Einsatzkoordination hier im Docklands HQ. Einige von Ihnen wurden aus Seattle temporär versetzt – aber ich will ehrlich sein: Mein Ziel ist, dass Sie dauerhaft bleiben.“

    Gibt er ehrlich zu. Er deutet hier an, dass er selbst gegen den Willen Seattles, sollte das nötig sein, langfristige Verträge plant.


    Seine Stimme bleibt sachlich, fast nüchtern:


    „Ich gebe nicht viel auf glänzende Akten, Orden oder Dienstalter. Ich habe mir Ihre Profile angesehen, Ihre Entscheidungen im Feld, Ihre Leistung unter Druck. Ich brauche Leute die sich angemessen verhalten, wenn’s brennt, wenn der Funk ausfällt, wenns vermeintlich zuviel wird.


    Die Personaldecke hier ist dünn, Ressourcen sind knapp, und Zeit ist derzeit unser wertvollstes Gut. Das bedeutet, dies muss schnell ein funktionierendes Team werden.“


    Fairfax wendet sich leicht zur Seite und stellt mit einer knappen Geste die drei Personen neben ihm vor:


    „Dr. Evelyn Ashworth – medizinische Leitung des Standortes. Zuständig für medizinische Standards und Ausstattung. Sie versteht ihren Job besser als jeder andere hier seinen Job versteht.“


    Ashworth hebt kurz den Blick, hält dabei ihre Kaffeetasse ruhig in der Hand. „Ich erwarte effiziente Arbeit. Wenn Sie Fragen zur medizinischen Ausstattung haben, klären Sie das vorher.“ Dann schweigt sie wieder, der Blick zurück auf ihren Bildschirm gerichtet.


    Fairfax fährt fort: „Major Declan MacKenna – Sicherheitschef. Verantwortlich für taktische Bewertung, Gefahreneinschätzung und Einsatzsicherung.“


    MacKenna sagt nichts, wirkt aber voll präsent. Sein Blick schweift einmal ruhig über das Team, ohne sichtbare Regung. Fairfax ergänzt trocken: „Er redet nicht viel – aber wenn er es tut, dann hören Sie zu! Dann ist es wichtig.“


    Ein kurzer Blick zu Gears. „Angus ‚Gears‘ McMillan – Technikleitung. Fahrzeuge, Drohnen, Kommunikation. Alles, was Technik ist, fällt in seinen Bereich.“


    Gears grinst knapp und hebt die Hand. „Solange ich Kaffee bekomme, funktioniert das Meiste.“


    Fairfax schenkt ihm ein knappes, aber deutliches Nicken und blickt dann wieder zum Team:


    „Nun zu Ihnen. Damit Sie wissen, welche Rollen hier am Tisch sitzen:“


    Taylor Vermont – Luftrettung, Pilot und Einsatzkoordinator in der Luft.


    Mira Caldwell – Teamärztin. Medizinische Leitung bei Einsätzen im Feld.


    Verity Hargrave – taktische Sanitäterin. Spezialisiert auf Einsätze in urbanen Gefahrenzonen. Räumt Hindernisse aus dem Weg.


    Carmen Kowalsky – Sicherung und Bergung. Körperliche Absicherung und Unterstützung vor Ort.


    Thomas Nightingale – Rettungssanitäter. Spezialisiert auf schnelle Erstversorgung und Stabilisierung.“


    Ein letztes, ruhiges Nicken in die Runde.


    „Sie haben nicht viel Zeit, sich einzuspielen. Aber ich erwarte, dass Sie das schnell schaffen. Wir alle haben einen Job zu erledigen.“


    Fairfax legt das Datenpad zur Seite, verschränkt die Hände hinter dem Rücken und blickt erneut in die Runde.


    „Fragen bis hierhin?“

  • Verity die im allgemeinen eher eine Frau der Tat ist, auch wenn sie einer guten Konversation durchaus etwas abgewinnen kann schüttelt den Kopf knapp und lächelt ihren neuen Chef professionell höflich an.


    "Keine Fragen Sir. Ich gehe davon aus das diese sich in den nächsten Tagen ergeben und dann werde ich Sie den Verantwortlichen stellen."


    Sie nimmt einen weiteren Schluck ihres duftenden Tees und ist damit fertig.

  • „Ich hätte noch eine Frage, Sir.“
    beginnt Hunter, nachdem für alle anderen alles klar zu sein scheint. Ihr erster Impuls ist dabei aufzustehen und die Frage für alle deutlich zu formulieren, da es hier aber ein wenig lockerer zugeht als am Stützpunkt lässt sie sich wieder ein wenig mehr auf ihrem Stuhl nieder, ohne dabei aber zu respektlos zu wirken.


    „Mit welchem Gefahrenlevel werden wir es hier voraussichtlich zu tun haben? Und welchen Status haben wir gegenüber den örtlichen Sicherheitskräften?“
    Es ist immer gut zu wissen mit welchen Waffen potentielle Widersacher ausgestattet sind und ob man gegebenenfalls die Ordnungshüter auch mitberücksichtigen muss.

  • Thomas Nightingale (Hooker)


    Hooker hörte aufmerksam zu. Nickte zustimmend an ein paar Stellen von Mister Fairfax Ausführungen. Das mit der Personaldecke war doch etwas schwach untertrieben. Soviele Büros und auch die Spinde in den Umkleideräumen waren leer. Das würde eine harte Nummer werden und es gab genug europäische Rettungsdienstkonzerne die Doc Wagon jeden Knüppel zwischen den Beinen werfen würden wo sie nur konnten. Aber das machte diese Stelle wohl auch so besondern. außerdem war das Gehalt und die Zuschläge nicht von schlechten Eltern.


    Gerade wollte er auch sagen, dass er erstmal keine Frage hatte, da warf seine neue Kollegin Carmen Kowalsky eine Frage in den Raum. Er hatte lange genug im Raum London City gearbeitet um die Antwort auf die Frage zu kennen, aber vielleicht hatte ja Doc Wagon eine neue Vereinbarung mit den örtlichen und international vertretenen Sicherheitskräften vereinbart. Die Briten hatten das strengste Waffengesetz Europas oder so gar der Welt. Laut seinem Dad liefen für die Gesetzteshüter früher nur mit Gummiknüppel durch die Gegend und nur spezielausgebildeten Polizeikräfte durften Waffen führen.

    Was für eine Zeit, aber auch mit deutlich weniger Kriminalität als heute.


    Er nippte nochmal an seinen Tee.

  • Mira Caldwell (Aska)

    Mira hörte aufmerksam zu. Als das Team vorgestellt wurde schaute sie sich jede Person an. Ihrer ersten Einschätzung nach ein Team mit dem man arbeiten konnte. Wie es auf Stresssituationen reagieren würde musste sich zeigen. Sie hatte in der Notaufnahme viel erlebt, aber sie hatte auch ein gutes Team gehabt. Sie kannte die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen auf der Station.

    "Sir wie lange wird die Einarbeitung des Teams sein und wie hoch wird das Stresslevel in den Übungseinheiten sein?" fragte sie dann?