Was kostet ein Leben?

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Was kostet ein Leben?

Beitragvon Garon am Do Sep 22, 2011 17:38

Ich würde gern mal eine Diskusion starten.
Es ist 2070, ein Mensch (egal welcher Typ) wird in einer Seitenstrasse abgestochen aufgefunden.
Wie reagiert die Leute in der SR-Welt auf die Nachricht?
Egal? "Der hats nicht besser verdient. Was gibts zum Futtern Schatzi."
Bestürzt? "Auweia. Wer macht denn sowas?"
Hämisch? "Selber schuld. Idiot!"

Meiner Meinung nach, stumpfen die Menschen immer weiter ab.
Früher, vor 40 Jahren hat man als Lausebub noch mit Fäusten gekämpf. Lag der Gegner am Boden, war der Kampf vorbei.
Irgendwie war das damals ungeschriebenes Gesetz.
Ich habe gerade bei einer Online-Nachricht gelesen das in England, Schüler, in einer Kneipe, im Käfig aufeiner los gehen.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,787732,00.html
Das man in Deutschland in der U-Bahn zu tode getrampelt/geprügelt wird kommt ja fast wöchentlich.

Frage: Wie sieht es dann 2070 in der Shadowwelt aus? Malt mal eure Version vom Leben in dieser Zeit.
Vielleicht kann man ja am Ende ein Fazit ziehen.
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Was kostet ein Leben?

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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Sangir Amuldra am Do Sep 22, 2011 17:53

Naja auf die Nachricht "Mann in Straßenbahn totgetreten" könnte zumindest ich gar nicht mehr abgestumpfter reagieren...

mir ist klar das ich etwas dagegen unternehmen müsste wenn es neben mir passiert, und ich könnte jetzt auch versprechen das ich es tuen würde, aber nachher ist man immer klüger, und für eine für mich so ungewöhnliche Situation möchte ich nichts versprechen,

aber so im Fernseher...

2070 kann ein einzelner gefährlicher sein, usw. aber es würde glaube ich so bleiben wie heute:
Es gibt gegenden in denen soetwas "normal" ist, vllt. mehr als heute, und in Regionen in denen es sie heute noch nicht gibt, und Gegenden in denen die Nachbarvertretungen persöhnliche Straßenwachen stellen, wenn eine Grünfläche mit Alkoholflaschen verunreinigt wird, jemand in Ecken pisst o. Ä..

Die Extreme werden sich verstärkt haben (ich verbinde das stark mit dem Unterschied Arm/Reich), aber sonst...
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Irian am Do Sep 22, 2011 18:07

Das kommt stark darauf an, würde ich auch sagen. Je nach Gegend wird über ne Leiche nichtmal berichtet oder es erscheint in der Lokalspalte. Ansonsten müßte der Mord schon irgendwie "speziell" sein, um ihn ins Massenmedium zu kriegen.
"Nur weil du auch Shadowrun spielst, spielen wir noch lange nicht das gleiche Spiel!"
http://shadowrun.irian.de/ - mein kleiner Shadowrun-Blog | http://gmtool.irian.de - das Spielleitertool
Hinweis: Ich spiele (inzwischen) nur noch SR4, d.h. im Normalfall betreffen meine Antworten eben die 4. Edition.
Seitenangaben beziehen sich im Allgemeinen auf die englischen Bücher, da ich keine dt. Übersetzungen kaufe.
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Garon am Do Sep 22, 2011 18:31

Ok.
Wir haben Gewalt gleichbleibend.
Hmmm. :?

Und Gegend orientiert.
(Ich erinner mal, das man früher gesagt hat; "Das tritt nur im Norden Deutschlands auf. In Bayern nie." Wir haben es inzwischen auch in Bayern.
Die Autobrände in Berlin waren willkürlich. Da gabs keine gute und schlechte Gegend.)
Das will ich mal niiiicht soo gelten lassen. :wink:
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Trollballerina am Do Sep 22, 2011 19:26

Es ist nicht gebiets-sondern gruppenspezifisch.

Organhändler werden einen anderen Preis nennen als die Yakuza ;)
Spieler: "Warum kann der mich nich leiden, ich hab doch 5 Charisma!"
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Waldtroll am Fr Sep 23, 2011 14:26

Was kostet ein Leben?


So zwischen 50 und 50.000.000 Nuyen.
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Haffax am Fr Sep 23, 2011 14:49

Würde ich von vielen Faktoren abhängig machen.
Es gibt "völlig egal" und taucht nur am Jahresende in der KE Verbrechensstatistik auf Seite 332 auf. Bspw. bei den toten, obdachlosen Junkies ohne Familie, die man regelmäßig totgetreten, abgestochen oder einfach an einer Überdosis verreckt in dunklen Gassen/unter Brücken/Hinterhöfen auffindet.

Dann den in den Nachrichtentickern auftauchenden und wieder schnell vergessen toten Lohnsklaven, der zur falschen Zeit am falschen Ort war und Opfer eines Raubmordes wurde.

Und natürlich den berühmten/bekannten/reichen/mächtigen Toten, der vermutlich genauso dumm war wie der einfache Lohnsklave, oder vielleicht sogar noch viel dümmer, aber dessen Tod natürlich hohe Wellen schlägt und eventuell sogar KE unter Zugzwang setzt, so dass sie zeigen müssen, wie hart sie durchgreifen und einmal das Clubhaus der Ancients durchsuchen und auf den Kopfstellen, einen Verdächtigen den Medien vorführen und damit die Öffentlichkeit befriedigen. Wenn bei den Razzien noch ein paar böse Gangster sterben, umso besser.
Auch wenn es sich dir ärmlich zeigt, Ithaka betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, und in solchem Maß erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die Ithakas bedeuten.
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Garon am Fr Sep 23, 2011 15:24

Okay, der Waldtroll hat nur die Überschrift gelesen.

@Haffax. Ja, das ist ein Argument.
Wer ist gestorben?
Squatter oder Berühmtheit.

Ich spezifier das mal auf 0850 Bürger. Ich war im Einleitungstext etwas unpräzise.
Und stirbt man in der Zukunft schneller und leichter?
Läßt 2070 die Würfel schneller und lockerer rollen, falscher Ort, falscher Zeitpunkt?

Oben gab es die These, das ist gleich bleibend wie heute. Wie seht ihr das?
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Medizinmann am Fr Sep 23, 2011 16:11

Oben gab es die These, das ist gleich bleibend wie heute. Wie seht ihr das?

wenn Du Kapstadt,die Farvelas von Rio de Janeiro oder South Central nimmst dann ja, genauso wie Heute
Shadowrun ist eine Dystopie, die Schere zwischen Arm & Reich ist total gespreizt, es gibt Kriegsgebiete (wie In Mexico City) in die sich die Polizei nur zu dutzenden oder auch nur die SWATS reintrauen.
Kugelsichere Kleidung ist Teil der Mode geworden und das normalste auf der SR Welt
Magie, Metamenschen, Surge, Cyberfreaks,Drachen,Terrorismus (Runner)Humanis Polis Lynchmobs,sowas wird den Normalen Bewohner etwas abstumpfen(oder auch wieder zu seinem /seinen Gott/Göttern zurückbringen )

und zur Hauptfrage:
das kommt aber sowas von drauf an
wer ist gestorben ? in welcher Gegend ?
wer fragt ?

genau so wie Heute auch
(nur noch etwas düsterer, weil die Menschen irgendwie dran gewöhnt sind)

Vielleicht kann man ja am Ende ein Fazit ziehen.
Das denke Ich nicht,dazu sind die Spieler, deren Geschmäcker, die Runden und die Kampagnen zu verschieden

mit vielen verschiedenen Tänzen
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Garon am Sa Sep 24, 2011 17:13

Fazit: SL entscheid. OK.
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Sangir Amuldra am Sa Sep 24, 2011 18:04

Was hälst du von Fazit: Gesunder Menschenverstand...

Meisterentscheid bleibt Meisterentscheid und kann da ansetzen...
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Cajun am Sa Sep 24, 2011 19:10

Garon hat geschrieben:Fazit: SL entscheid. OK.

Eigentlich entscheidet die Gruppendynamik. Wie geht die Gruppe mit Gewalt und Mord um? Das ist meist ein Spiegel dessen, wie die Umwelt reagiert...
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Mercenario am Sa Sep 24, 2011 19:13

Früher, vor 40 Jahren hat man als Lausebub noch mit Fäusten gekämpf. Lag der Gegner am Boden, war der Kampf vorbei.
Irgendwie war das damals ungeschriebenes Gesetz.

Naja, wann immer man mal etwas genauer nachließt, dann sieht es immer anders aus. Da sinken die Mordraten etc.

Früher gab es einfach weniger Kameras. Und Serienmörder wurden schlicht nicht erwischt...

Womit wir auch schon bei Shadowrun wären.
Ich denke hier kann man auf zwei Ebenen spielen.
1. AAA und AA Gebieten. Hier kann man die typische BigBrother Dystopie. Du wirst in deine Rolle geboren und wächst in ihr auf. Du wirst den Job haben, der (wahrscheinlich schon bei deiner geburt) für die vorbestimmt war und ein Leben ohne den Konzern ist für dich gar nicht vorstellbar. Du bist Körperlich und Seelisch Eigentum und das schlimmste daran ist, es ist dir nicht einmal bewusst.

Morde und Gewalt gibt es auf den Straßen nicht mehr. (Je nach Konzern werden "Verbrechen aus Leidenschaft" drakonisch oder lasch (fast keine Strafe nur anschließende Überwachung gehaltskürzung) bestraft)

Du hättest dein Leben ohne Gewalt und Schrecken führen können, bis an jenem Abend.... (Hier kann man alles einsetzen, was irgendwie dekadent und verwerflich ist...)

2. Die Slums. Das ist jetzt einfacher. Die Dystopie direkter. Gewalt ist an der Tagesordnung. Jeder macht, was er zum Überleben braucht. Rauben, stehlen, betrügen den eigenen oder einen fremden Körper verkaufen. Recht ist, was du mit den Fäusten, der Knarre oder deinen Kumpels durchsetzen kann. Moral ist, was der sagt, der dafür willig ist zu töten.

Wie sehr man das ganze ins extrem treibt, bleibt der Gruppe und dem SL überlassen.
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Irian am Sa Sep 24, 2011 19:37

Mercenario hat geschrieben:Je nach Konzern werden "Verbrechen aus Leidenschaft" drakonisch oder lasch (fast keine Strafe nur anschließende Überwachung gehaltskürzung) bestraft


Halte ich für eine falsche Theorie. Ein Konzern kann es sich kaum leisten, dass er sowas nicht verfolgt. Keine/Kaum Strafe würde die Mordrate spontan in die Höhe treiben (nur weil die Todesstrafe nicht mehr abschreckt als lebenslänglich, bedeutet das nicht, dass Strafen gar nicht abschrecken). Klar, in Einzelfällen, wenn der Mega-CEO seine Frau abmurkst oder der Top-Wissenschaftler seine Geliebte vom Balkon schubst ist eher die Chance groß, dass es unter den Tisch gekehrt wird, aber für den "normalen" Bürger ist nach nem Mord Sense.
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Hinweis: Ich spiele (inzwischen) nur noch SR4, d.h. im Normalfall betreffen meine Antworten eben die 4. Edition.
Seitenangaben beziehen sich im Allgemeinen auf die englischen Bücher, da ich keine dt. Übersetzungen kaufe.
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Re: Was kostet ein Leben?

Beitragvon Mercenario am Sa Sep 24, 2011 19:40

@Irian
Kommt sicher auf das Verbrechen an. Also bei Mord/Totschlag ist es sicher kein klapps auf die Finger, sondern eher der Verlust der Hand.
Und "Überwachung" muss nicht nett sein. Ein Chip und deine Emotionen sind weg. Das ist natürlich keine Strafe, sondern "Resozialisierung".
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