Rotbart van Dainig hat geschrieben:bärenjunges hat geschrieben:...und der übliche inquisitor klagt an??
Nur von Ketzer zu Ketzer.
Oder auch: Alle Jahre wieder.
Hab mir jetzt mal den Thread durchgelesen (Ja, bis zum Schluß
Sehr gut hat mir Ultra Violet’s Post gefallen, auch wenn es sich nach verdammt viel Arbeit für den SL anhört.
Ultra Violet hat geschrieben:Wie schon Anfangs geschrieben haben wir das offizielle Connectionsystem bei uns über Board geworfen. Warum weil es wie Rotbart van Dainig richtig erkannt hat in Shadowrun noch nie gut gelöst war.
Wir nutzen einen NSC-Ordner darin sind sowohl bekannte, die die den SC von ihrer Charaktergeschichte her zu stehen so wie neue Bekanntschaften während des Spiels, alle NSCs sind gut ausgearbeitet, haben einen Namen, eine Hintergrund, Spiel-Werte und ein Bild und manchmal noch andere NSCs die dranhängen. Doch diese elende Geschichte mit der Loyalität und den Beziehungen bleibt im Dunkeln bis die Spieler sich näher mit der Person befassen, dann bekommt man langsam mit was der NSC kann oder nicht kann. Und die Fluktuation im Ordner ist stark, denn normalerweise lernt man jedes Abenteuer jemanden Neues kennen meist sogar eine ganze Reihe von Leuten, andere verschwinden wieder aus dem Leben (gerade in einem Gewerbe wie den Schatten ist das nicht selten) oder sterben einfach weg.
Überigens das ist für mich ein wichtiger Vorteil, das man als SL einfach mal die Connection eines Charakters umlegen kann weil irgendwer einen Fehler gemacht hat, und dabei nicht überlegen zu müssen ob das jetzt fair ist oder nicht (weil sie haben ja Punkte bezahlt usw. da hab ich früher Geschichten erlebt, ist halt wie jede Zerstörung von Charakterressourcen fressender Ausrüstung) Und da man diese Bekannten oder Connections praktisch um sonst bekommt ist, der Verlust auf Punkteebene nicht vorhanden, trotzdem bleibt das Geschrei, aber diesmal auf der richtigen Seite nämlich In Play, denn die meisten NSCs sind so gut ausgearbeitet und ins Spiel integriert (sie laufen praktisch nebenher und sind wie Spielercharaktere) das die Spieler teilweise engere Beziehungen mit den NSCs eingehen als mit den Charakteren der Mitspieler. Wir hatten mal den Fall das ein SC einen NSC gehasst hat und sie totsehen wollte, die anderen SC waren aber begeistert von der NSC und schützen sie vor dem SC, und als sie dann einige Abenteuer später doch drauf ging war das Geschrei und der Kummer groß, aber eben nur gespielt. Und nicht außerhalb des Spiels anzutreffen.
Und unsere NSCs werden auch als Begleitung zu Anlässen mitgenommen, oder von SCs ausgebildet z.B. in Survival oder Nahkampf, wenn die Zeit reicht und die Gründe für so ein Vorgehen berechtigt sind.
Und diese NSCs sind auch mehr als die Connection, es sind Gefolgsleute, Informaten, Gangs, Schützlinge oder manchmal auch die bösen Gegenspieler (ohne das man es weiß), hatten mal einen Spion zwischen uns und haben uns Wochenlang immer gefragt wie die Gegenseite so schnell reagieren kann und woher sie ihre Informationen hat. Solche Charakterspiele funktionieren mit den Standart Connections einfach nicht. Aus verschiedenen Gründen...
Zum einen hat der Spieler immer eine Grenze zwischen Connection und NSC aus Szenario und NSCs wird schon mal nicht so sehr vertraut wie Connections, dann sind Spieler halt immer auf ihren Vorteil aus, d.h. würde ein SL wagen und einen teuer erkaufte und selbst erstellte bzw. gewählte Connection umzudrehen, bekommt der SL normalerweise eine minutenlange Predigt, warum das nicht geht und das er Willkührlich handelt usw.
Das ist mit unserem System ausgeschaltet, der Spieler beschreibt bei der Charaktererschaffung und Kampagnenbesprechung wie der Hintergrund seines SCs ist und SL und Spieler überlegen sich ein paar dazu passende Kontakte, meist läuft es darauf hinaus, das der SC z.B. im Militär war also bekommt er einen alten Militär Kontakt, oder er hat Familie also bekommt er einen Bruder und dessen Frau als Kontakt, Ex-Konzerner bekommt ein paar Konzernkontakte, ein Ex-Lone Star ein Paar Polizei oder Sicherheitskontakte usw. Die Anzahl und Art der Kontakte hängt wirklich vom Charakter ab, so hatte ein Face-Gigolo bei uns mal um die 20 Frauen als Kontakte jede in einer anderen Stadt, und er hat nie mit Geld bezahlen müssen, und hatte immer ein Platz wo er schlafen konnte...
Ein Adliger in einer anderen Runde hatte einen chinesischen Diener/Chauffeur/Bodyguard der sich auch um seinen Herrn zu retten einige Abenteuer zwischen ihn und eine Kugel warf. Naja, danach hatte er noch ein Chinesen der verstarb leider auch einige Stunden später durch eine Explosion. Das hängt dem Spieler heute noch nach wenn es um Sicherheitsfragen seines Charakters geht, kommt immer einer der auf noch ein paar Chinesen besteht.
Alle NSCs sind vom SL erstellt mit Mitspracherecht der Spieler, und das bedeutet meist sie sind tiefer in den Plot verstrickt als es standart NSCs sein können, und sie haben halt auch Persönlichkeit, Vorlieben, Abneigungen, nützliche oder lästige Fähigkeiten u.ä.
Im Schnitt starten wir eine frische Kampagne mit ca. 20 Kontakten im Ordner (bei 4 Spielern) und landen meist am Ende dann bei so 60 - 80 Kontakten im Ordner die eingeheftet sind, und ungefähr nochmal so vielen Toten oder Untergetauchten.
Jeder mit eigener Geschichte und oftmals Sideplots.
So viel zu der Connectionproblematik aus meiner Sicht.






