Dass die Darstellung in den Medien wenig mit der Realität zu tun hat, gilt ja wohl für alle Aspekte des Lebens (und nebenbei bemerkt, auch die sogenannten "objektiven" wissenschaftlichen Untersuchungen düften sich in dem Feld "Shadowrun" eher schwierig gestalten; auch wenn es da sicherlich dann und wann Versuche von interessierten Sozialwissenschaftler_Innen gibt, mal ein Interview zu führen (tatsächlich teilnehmende Beobachtung? Für alle ein Risiko). Im Bereich Kosten-Leistungs-Rechnung werden die das auch nur im Groben nachvollziehen können, und müssen dafür massiv von der Wirklichkeit abstrahieren).
Ich bin mir aber sicher, dass es genug T-Shirt-Prints und Buttons gibt, auf denen "Shadowrunner" draufsteht, und in einigen "T-Shirts mit coolen Sprüchen"-Shop gekauft werden kann, spätestens dank Karl Kombatmage. Aber eine "anerkannte Subkultur"? Es fällt mir schwer, von einer z.B. "Geheimdienst"- oder "Taliban"-Subkultur zu sprechen, die irgendwie ein "anerkannter" Lebensstil wäre. Shadowrunner-Wannabes wird's sicherlich etliche geben - die dann cool im schwarzen Mantel und Sonnebrille rumlaufen, vermutlich öfter mal mackerig auftreten - aber ob sich daraus sowas wie eine trendy Szene entwickelt, finde ich unwahrscheinlich. Zumal das mit dem schwarzen Mantel ja in der Realität nicht mehr als einziges Kleidungsstück gegeben ist (so es denn jemals war).
Also, ich gehe schon davon aus, dass viele "echte" Shadowrunner einen recht ähnlichen Lebensstil pflegen: in den Bars rumhängen, in denen Neuigkeiten zu erfahren sind; nicht allzu konkret übers Arbeitsleben reden; öfter ein bisschen paranoider und mehr auf die Umgebung auch im Alltag achtend etc. Aber das wird auch sehr individuell ausgeprägt sein, zumal die Wüstenkriegs-Troll-Sammie vermutlich in anderen Läden rumhängt als der Magier mit seinem Dr.herm. (und auch das ist schon wieder ser klischeehaft gedacht). Generell fände ich es unwahrscheinlich, am Verhalten meines Gegenübers festzumachen, dass sie_er tatsächlich "Shadowrunner" ist. Dafür gibt's einfach zu viele unterschiedliche Typen. Außer vllt., Du kennst den Metamenschen an dem Tisch dahinten von nem früheren Job, und kannst Dir vorstellen, dass dessen Gesprächspartner_In vermutlich dem selben Beruf nachgeht (Und auf die Berufsgenosseenschaftsfeier, bei der sich alle treffen können, warte ich dann doch noch ne Weile (und würde übrigens auch sicherlich nicht hingehen)).
Ach ja, Geheimdienste in "demokratischen" Staaten: Ich verweise dafür gerne mal auf GLADIO, eine ganz garstige Gehimorganisation, die von diversen "westlichen" Staaten unterstützt/koordiniert wurde (
http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio). Jepp, Transparenz ist für die ehr doof. Ist ja auch ein generelles Problem von Geheimdiensten in Staaten, die sich als "frei" bezeichnen. Mensch könnte fast sagen, dass Geheimdienste abgeschafft gehören...